Test und Hauptprobe zugleich
publiziert: Mittwoch, 17. Aug 2005 / 10:42 Uhr

Das Schweizer Nationalteam trägt heute (19 Uhr) in Oslo gegen Norwegen sein zweites Testspiel in diesem Jahr aus.

Darf Hakan Yakin von Beginn weg spielen?
Darf Hakan Yakin von Beginn weg spielen?
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Es soll Trainer Köbi Kuhn die richtigen Aufschlüsse für die verbleibenden WM-Ausscheidungsspiele gegen Israel, Zypern, Frankreich und Irland liefern.

Termine für die Nationalmannschaft sind seit Jahren rar und werden immer weniger.

Konnte das Team von Köbi Kuhn letztes Jahr noch sechs Testspiele bestreiten, so sind es heuer lediglich deren zwei.

Im Februar wurden die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in Dubai mit 2:1 bezwungen.

Letzter Test

Heute Abend steht in Oslo der zweite und letzte Test gegen die erstarkten Norweger an.

Am 3. September folgt in Basel das vorentscheidende WM-Qualifikationsspiel gegen Israel, vier Tage danach trifft die Schweiz in Larnaca auf Zypern.

Derart ist einzige Test nach dem siegreichen Spiel auf den Färöern (3:1) zugleich die Hauptprobe für den mit Spannung erwarteten Schlussspurt im Kampf um einen Startplatz an der WM 2006.

Schwierige Situation

Dies stellt für Kuhn Eine schwierige Situation dar, der neue Spieler sichten will, gleichzeitig aber auch die Automatismen im Team fördern möchte.

Zumal sich in der Sommerpause vieles ereignet hat, was auch Einfluss auf die Nationalmannschaft nimmt.

Gleich zehn Nationalspieler wechselten im Sommer den Verein. Sie mussten sich in neuer Umgebung einleben und ihre Positionen in neuen Hierarchien erarbeiten.

Noch nicht alle bereit

Andere Spieler wie Murat Yakin oder Stéphane Grichting sind verletzt und stehen Kuhn nicht zur Verfügung.

Dazu kommen Stammspieler, die ihre Form des Frühlings verloren (Ricardo Cabanas) oder noch nicht zu ihrer gewohnten Stärke zurückgefunden haben (Patrick Müller).

Und es gibt solche, die noch gar nicht im Meisterschaftsbetrieb stehen (Johann Vogel) oder im Verein nur noch auf der Ersatzbank sitzen (Tranquillo Barnetta, Reto Ziegler).

Müller in der Startformation

"Damit müssen wir immer leben", sagt Kuhn dazu und freut sich stattdessen über die Rückkehr von Hakan Yakin oder die starken Leistungen von Boris Smiljanic und Mauro Lustrinelli in ihren Vereinen, was dem Trio ein Aufgebot nach Oslo eingetragen hat.

"Ich bin sehr froh, dass Hakan wieder regelmässig spielt, und werde meinen Teil dazu beitragen, dass er weitere Praxis auf hohem Niveau erhält."

Damit gab Kuhn ungewohnterweise bereits am Vortag eines Spiels Details seiner Aufstellung preis.

Er wird auch Müller ungeachtet seiner dürftigen Form beim FCB von Beginn weg in der Innenabwehr einsetzen.

Konfliktpotenzial

Kuhn hat 20 Spieler nach Norwegen mitgenommen. Verschiedene Positionen sind zwei-, einzelne gar dreifach besetzt.

Das birgt - unmittelbar vor den Qualifikationsspielen - Konfliktpotenzial. "Es ist klar, dass jeder spielen will.

Aber es muss auch jedem bewusst sein, dass er in einem solchen Kader einmal auch nur Ersatz sein wird.

Mit unserem grossen Ziel WM 2006 vor Augen muss es aber jedem möglich sein, seine Rolle zu akzeptieren", sagt Kuhn, der gegen Norwegen mehr als die von der FIFA erlaubten fünf Feldspieler auswechseln möchte.

Spielt Haki von Beginn?

Zu erwarten sind Pascal Zuberbühler im Tor, Philipp Degen, Patrick Müller, Philippe Senderos und Christoph Spycher in der Abwehr.

Johann Vogel als Schaltzentrale im Mittelfeld ist ebenso gesetzt wie Alex Frei im Sturm.

Offen bleibt die Frage, ob Kuhn Hakan Yakin von Beginn weg als zurückhängenden Stürmer einsetzt und dann eventuell - zu Gunsten eines offensiven Dreier-Mittelfeldes mit Daniel Gygax, Ricardo Cabanas und Ludovic Magnin - auf einen weiteren Angreifer neben Frei verzichtet.

Jubiläen

Möglicherweise wechselt aber Cabanas auf die rechte Aussenbahn und spielt Marco Streller zusammen mit Frei vor Hakan Yakin im Sturm.

Eher nicht zum Einsatz kommen wird Frankfurt-Söldner Benjamin Huggel, der am Dienstag an einer akuten Magen-/Darmgrippe erkrankt ist.

Sicher ist gemäss Kuhn dafür, dass Johann Vogel (75. Länderspiel), Raphaël Wicky (60.) und Pascal Zuberbühler (30.) in Oslo ihre Länderspiel-Jubiläen feiern dürfen.

Idealer Gegner

Kuhn hat Norwegen im Vorfeld des Tests als idealen Gegner für die Hauptprobe bezeichnet.

Die Skandinavier würden seiner Mannschaft alles abverlangen und keine gemütliche Freundschaftsspiel-Gangart erlauben.

"Norwegen spielt sehr engagiert und kompakt. Es hat Italien in der WM-Qualifikation in grosse Schwierigkeiten gebracht und Schweden in einem Test auswärts bezwungen."

Hinter Italien

Die Norweger haben unter ihrem neuen Trainer Age Hareide nur eines von 13 Spielen verloren (1:2 gegen Italien) und sind seit dem 4. September 2004 in zehn Partien ungeschlagen.

In der WM-Ausscheidungsgruppe 5 rangiert Norwegen vier Punkte hinter Italien auf Platz 2 und bestreitet am 3. September das vorentscheidende Duell mit dem punktgleichen Dritten Slowenien.

Hareide hat seine Equipe merklich verjüngt. Als grosse Stars im Team sind einzig John Carew (Lyon) und John Arne Riise von Champions-League-Sieger Liverpool verblieben.

Zwei Neulinge

Mit Christian Grindheim (Valerenga) und Kristofer Haestad (U21) hat er gegen die Schweiz zwei Neulinge nominiert.

Nachträglich wurde am Dienstag auch noch der Gladbacher Mittelfeldspieler Hassan El Fakiri aufgeboten. Vor allem auf Stürmerstar Carew muss die Schweizer Abwehr achten.

Der dunkelhäutige Riese wechselte im Sommer beinahe fluchtartig aus der Türkei zum französischen Meister Lyon und präsentiert sich bereits in Bestform.

Im französischen Supercup bezwang er Auxerre (4:1) mit drei Treffern praktisch im Alleingang. In den ersten drei Meisterschaftsspielen hat Carew auch schon dreimal getroffen.

Norwegen - Schweiz in Oslo (Mittwoch, 19 Uhr). Die voraussichtlichen Startformationen. Norwegen: Myhre; Bergdölmo, Lundekvam, Bakke, Hagen; Grindheim, Helstad, Riise, Iversen; Carew, Arst. -- Schweiz: Zuberbühler; Degen, Müller, Senderos, Spycher; Cabanas, Vogel, Magnin; Hakan Yakin; Frei, Streller. -- SR Vollquartz (Dä).

(René Baumann, Oslo/Si)

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