Forschungsanstalt für Nutztiere ruiniert Bio-Höfe
Testfehler: GVO-Soja in Futter für Bio-Tiere
publiziert: Sonntag, 11. Mrz 2001 / 13:43 Uhr

Bern - Futter mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist auf Bio-Höfe gelangt, die für Grossverteiler gentech-freie Nahrungsmittel produzieren. Schuld ist die eidgenössische Forschungsanstalt für Nutztiere (RAP).

1 Meldung im Zusammenhang
Die RAP hatte im August Sojaschrot getestet und einen GVO-Anteil von 1,7 Prozent eruiert. Da der Grenzwert bei 3 Prozent liegt, wurde das Sojaschrot als GVO-frei gehandelt. Ein zweiter Test im Februar ergab einen Anteil von 17 Prozent, wie Jürg Jordi, Sprecher des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), einen Bericht der «SonntagsZeitung» bestätigte.

Fehler im Labor

Laut Jordi war der erste Test fehlerhaft. Warum überhaupt ein zweiter angeordnet wurde, ist ihm nicht bekannt. Laut «SonntagsZeitung» veranlaste der Futtermittel-Hersteller Nafag die zweite Analyse. Jordi betonte, die GVO-Soja sei nicht verboten. Das Problem sei lediglich die Verfütterung an Tiere, deren Produkte als GVO-frei verkauft werden sollen.

Zu eben solchen Tieren gelangte das Sojaschrot: Die Nafag lieferte es an Bauern, die für das Bio-Label «Natura Plan» von Coop und das M-7-Programm von Migros produzieren. Nach dem zweiten Test wurden die Grossverteiler informiert.

Haftungsfrage unklar

Sie veranlassten den Rückzug des noch vorhandenen Futters, wie Migros-Sprecherin Maja Amrein bestätigte. Das Fleisch der betroffenen Tiere habe trotz biologischer Aufzucht als konventionelles Fleisch verkauft werden müssen, was mit einer finanziellen Einbusse verbunden sei.

Wer für den Schaden haftet, ist noch unklar. Beim BLW, das für die Forschungsanstalt zuständig ist, sind laut Jordi noch keine Klagen eingetroffen. Wichtiger als die Schadenersatzfrage sei aber das Vermeiden solcher Fehler, betonen sowohl das BLW als auch die Migros.

Mehr Tests

Der Grossverteiler will seinerseits vermehrt eigene Tests durchführen. Er fordert zudem Richtlinien für Bezugsländer: Aus Ländern mit grossem GVO-Einsatz sollen keine Futtermittel mehr importiert werden. Das BLW will ebenfalls beim Import ansetzen. Es sei wichtig, dass dort richtige Angaben vorlägen, sagte Jordi. Der fragliche Sojaschrot war nicht entsprechend gekennzeichnet. Ob die GVO- Deklarationspflicht verschärft werden müsse, wie dies von Konsumentenorganisationen gefordert wird, sei eine politische Frage.

(la/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Judith Bellaiche setzt sich als Wirtschafspolitikerin konsequent für Innovation und Digitalisierung ein.
Judith Bellaiche setzt sich als Wirtschafspolitikerin konsequent für ...
Judith Bellaiche vertritt die ICT Branche  Kürzlich wurde die neue Geschäftsführerin von Swico, Judith Bellaiche, von ihrer Partei als Nationalratskandidatin nominiert. Der Vorstand freut sich - und hofft auf ein positives Wahlergebnis. mehr lesen 
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Während zwei Monaten wird der ... mehr lesen 1
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ... mehr lesen  3
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen verkaufen müssen. Darauf haben sich die eidgenössischen Räte geeinigt. Der ... mehr lesen
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.stellenmarkt.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 5°C 6°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Basel 8°C 8°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 5°C 4°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen wolkig, aber kaum Regen
Bern 6°C 6°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Luzern 5°C 9°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Genf 9°C 8°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Lugano 4°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten