Umfassende Antipiraterie-Aktionen aber potenziell zielführend
The Pirate Bay: Blockade stoppt Piraterie nicht
publiziert: Montag, 8. Jun 2015 / 18:53 Uhr
Pirate Bay: Nicht tot zu kriegen.
Pirate Bay: Nicht tot zu kriegen.

Pittsburgh/Wellesley - Eine behördlich angeordnete Blockade einer einzelnen grossen Seite wie The Pirate Bay bringt sehr wenig im Kampf gegen Piraterie und für legale Streaming-Angebote.

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Das haben US-Forscher ermittelt, die eine britische Pirate-Bay-Sperre im Jahr 2012 untersucht haben. Eine andere Blockade-Aktion in Grossbritannien, die Ende 2013 gleich 19 grössere Piraterie-Seiten getroffen hat, zeigte demnach aber durchaus die gewünschte Wirkung. Denn die Nutzung legaler Dienste wie Netflix stieg um fast ein Achtel. Bei wirklichen Rundumschlägen fällt es Piraten wohl schwer, neue illegale Ufer zu finden.

Dicke Fische lohnen nicht

Im Mai 2012 hat ein britisches Gericht angeordnet, dass Internet Service Provider The Pirate Bay sperren müssen. Der nachfolgende Aufschrei von Bürgerrechtlern war zwar gross, doch von den britischen Torrent-Nutzern gab es offenbar kaum mehr als ein Schulterzucken. «Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Pirate-Bay-Blockade wenig Auswirkungen auf die Konsumation über legale Kanäle hatte», so das Team von der Carnegie Mellon University und dem Wellesley College. Denn die meisten Piraten haben offenbar mittels Tricks wie VPNs die Sperre ausgehebelt oder einfach nur andere einschlägige Seiten genutzt.

Damit kommen die US-Forscher zu einem vergleichbaren Ergebnis wie eine EU-Studie, der zufolge 2011 die Sperre von kino.to deutsche User kaum zu legalen Streaming-Diensten getrieben hat. In beiden Fällen haben Behörden einen dicken Fisch aus dem Netz verbannt, was für Pirateriegegner aber nur ein scheinbarer Erfolg war. Davon sollte man sich aber nicht zur Annahme verleiten lassen, dass Seitensperren gar nichts bringen können - denn dem widersprechen die US-Forscher anhand eines zweiten britischen Beispiels.

Piraten kennen Alternativen

Im Oktober und November 2013 kam es in Grossbritannien zur Sperre gleich 19 verschiedener Streaming- und Torrent-Seiten, die illegal Videos angeboten hatten. In diesem Fall stieg danach die Nutzung von Diensten wie Netflix um zwölf Prozent. Die Erklärung dafür ist den Forschern zufolge einfach: «Wenn eine Seite blockiert wird, kennen viele Piraten zumindest eine weitere, die gut ist», mutmasst das Team. Bei einem Rundumschlag dagegen werde es ausser für die aktivsten Piraten wohl schwer, eine Ausweichmöglichkeit zu finden. Solche Aktionen scheinen also sehr wohl im Interesse der Content-Industrie.

(fest/pte)

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