Thürig und Brändli mit guten Medaillenchancen
publiziert: Mittwoch, 21. Sep 2005 / 09:03 Uhr

Mit Karin Thürig als Titelhalterin und Giro-Siegerin Nicole Brändli verfügt die Schweiz im WM-Zeitfahren der Frauen heute über zwei aussichtsreiche Medaillenanwärterinnen.

Der Fokus von Karin Thürig galt in dieser Saison nicht nur dem Radsport.
Der Fokus von Karin Thürig galt in dieser Saison nicht nur dem Radsport.
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Priska Doppmann sowie Espoir Michael Schär hoffen auf einen Exlpoit.

Thürig stapelte vor dem heutigen Einsatz tief. Der Parcours vor einem Jahr in Bardolino am Gardasee habe ihr besser gefallen als der 21,9 km lange Kurs im Park beim Lago de la Casa de Campo.

«Ich bevorzuge breite Strassen und habe es lieber etwas übersichtlich», erklärte die 33-jährige Luzernerin. Die diesjährige WM-Strecke ist jedoch geprägt von vielen Richtungsänderungen auf schmalen, teils mit Löcher durchsetzten Strassen.

Nicht die Mutigste

«Ich bin nicht die Mutigste», sagte Thürig. «Deshalb ist es schon möglich, dass ich manchmal etwas zögere und Zeit verliere.» Ein geordnetes Abfahren des Parcours war gestern nicht möglich, weil die Organisatoren die Strecke nicht abgesperrt hatten.

Dennoch gehört Thürig zusammen mit Judith Arndt zu den meistgenannten Titelanwärterinnen. In Bardolino hatte Thürig im «Rennen ihres Lebens» der zweitklassierten Deutschen fast eine Minute abgenommen.

Im Gegensatz zum Vorjahr lag der Fokus Thürigs in dieser Saison jedoch nicht ausschliesslich auf dem Radsport. Im Oktober peilt sie am Ironman auf Hawaii einen Platz unter den ersten zehn an, um sich automatisch für die nächste Austragung zu qualifizieren. Die Teilnahme in diesem Jahr sicherte sie sich mit dem überlegenen Sieg am Ironman von Zürich.

Kein Medaillen-Druck

Als Vorjahressiegerin geht Thürig heute als letzte Fahrerin auf die Strecke. Ein Vorteil? «Das spielt für mich keine Rolle», sagte sie. Es sei höchstens ein Vorteil, zu wissen, dass eine beste Zwischenzeit nicht mehr unterboten werden könne. «Ich fahre sowieso voll und schaue am Ende, zu welchem Rang die Leistung gereicht hat.» Druck, eine Medaille gewinnen zu müssen, verspüre sie auch nicht. «Ich freue mich, heute Gas zu geben.»

Zum erweiterten Kreis der Favoritinnen zählt neben Joane Somarriba (Sp), Christiane Söder (Ö), Sulfia Sabirowa (Kas) sowie Mirjam Melchers (Ho) auch Brändli. «Ich habe überhaupt keine Anhaltspunkte, wo ich stehe», erklärte die 26-jährige Zürcherin.

Die Suche nach der alten Form

Die letzten Prüfungen gegen die Uhr im Giro d´Italia seien ein sehr kurzer Prolog sowie ein Bergzeitfahren gewesen. «Ich hoffe schon, dass ich wieder zu meiner alten Form zurückfinde», sagte Brändli, die 2001 und 2002 im Zeitfahren jeweils die Silbermedaille gewonnen hatte.

«Ich hatte bisher eine optimale Saison und habe die Rennen gewonnen, die ich gewinnen wollte», sagte Brändli. Sie habe sich in erster Linie auf das Zeitfahren vorbereitet, weil der Kurs für das Rennen mit Massenstart als eher einfach gilt und Brändli keine ausgewiesene Sprinterin ist.

«Aber vielleicht gelingt mir ja ein ähnlicher Coup wie in Zolder», so die erfolgreichste Schweizer Rennfahrerin. Auf einem ähnlich flachen Parcours hatte sie 2002 hinter der Schwedin Susanne Ljungskog überraschend den 2. Platz erreicht.

Bessere Vorbereitung

Optimistisch steigt auch Doppmann ins heutige Rennen. «Die Strecke liegt mir, das Wetter ist toll und ich konnte mich viel besser vorbereiten als im Vorjahr», erklärte die 33-jährige Zugerin.

Die Achte des Vorjahres strebt eine Verbesserung ihrer Position an, «das wäre bereits ein Erfolg». Weil sie nicht mehr so viele Qualifikationsrennen habe bestreiten müssen, habe sie sich mehr auf den Saisonhöhepunkt konzentrieren können.

Premiere für Michael Schär

Mit deutlich geringeren Ambitionen startet Michael Schär. Der 19-jährige Luzerner fährt das erste Jahr in der Kategorie Espoirs und bestritt noch kein Zeitfahren über die Distanz von 38 km. Heuer bestritt er bisher nur die Zeitfahren an der SM sowie -- allerdings leicht angeschlagen -- an der EM.

«Die Distanz kommt mir jedoch etwas entgegen; ich habe nicht gerne kurze Zeitfahren», sagte der Vierte der Junioren-WM in Bardolino, wo er Bronze nur um eine Sekunde verpasst hatte. «Mein Fokus liegt eher auf dem Strassenrennen am Samstag», so Schär. Er strebt eine Klassierung unter den ersten 15 an, «dann wäre ich zufrieden».

Die Favoriten für den Espoir-Titel stammen aus dem Raum der früheren Sowjetunion. Die Ukrainer und die Weissrussen schätzt der Schweizer U23-Trainer Marcello Albasini als stärkste Konkurrenten ein. Der Belgier Dominque Cornu sowie die Deutschen dürften den Osteuropäern am gefährlichsten werden.

(Sascha Rhyner, Madrid/Si)

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