Tierärztin: Keine Hunderasse ist an sich gefährlich
publiziert: Donnerstag, 12. Jun 2008 / 10:55 Uhr

Zürich - Jedes Jahr gehen bei der Zürcher Kantonstierärztin Regula Vogel gut 1000 Meldungen über Zwischenfälle mit Hunden ein. Gemäss der Fachfrau gibt es keine Hunderasse, die generell ein besonders erhöhtes Aggressionspotenzial aufweist.

Die Rassenzugehörigkeit eines Hundes werde nicht aufgrund von naturwissenschaftlichen Methoden festgelegt.
Die Rassenzugehörigkeit eines Hundes werde nicht aufgrund von naturwissenschaftlichen Methoden festgelegt.
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Zahlen über Vorfälle mit Hunden werden erst seit Mai 2006 erhoben, wie Vogel in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» («TA») erklärt.

Eingeführt wurde die Meldepflicht, nachdem Anfang Dezember 2005 drei Pitbulls in Oberglatt ZH einen sechsjährigen Buben zu Tode gebissen hatten.

Bei rund der Hälfte der Meldungen sind laut Vogel Menschen verletzt worden. Bei knapp der Hälfte geht es um Vorfälle unter Hunden, und in einigen wenigen Fällen wurden andere Tiere verletzt.

Optische Zuordnung

Gemäss der Kantonstierärztin kann man nicht sagen, ob Vorfälle mit gewissen Rassen - etwa jene, die man im Volksmund als Kampfhunde bezeichnet - häufiger sind.

Fragen zu Hunderassen steht Vogel vorsichtig gegenüber. Die Rassenzugehörigkeit eines Hundes werde über dessen Erscheinungsbild festgelegt und nicht aufgrund von naturwissenschaftlichen Methoden.

Diese erhöhte Aggression müsse durchaus nicht beabsichtigt herausgezüchtet werden, sagte Vogel auf Anfrage. Sie könne eine Folgeerscheinung sein vom gezielten Herauszüchten anderer Merkmale. In der Literatur sei beispielsweise eine solche Zuchtlinie vom Golden Retriever beschrieben, der an sich als sehr friedlich gilt.

Eine erhöhte Gefahr besteht generell, wenn - wie damals in Oberglatt - mehrere Hunde unbeaufsichtigt zusammen sind, wie Vogel im «TA»-Interview erklärt.

(bert/sda)

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