Tierschützer verlangen verbindliche Richtlinien zur Pferdehaltung
publiziert: Dienstag, 7. Jan 2003 / 16:11 Uhr

Zürich - Der Schweizer Tierschutz verlangt verbindliche gesetzliche Vorschriften zur Haltung von Pferden. Er kritisiert, dass bäuerliche Pferdehalter auch Beiträge erhalten, wenn sie sich nicht an Richtlinien zur tiergerechten Haltung von Pferden halten.

Tierschützer vermuten, dass in der Schweiz 80 Prozent aller Pferde nicht artgerecht gehalten werden.
Tierschützer vermuten, dass in der Schweiz 80 Prozent aller Pferde nicht artgerecht gehalten werden.
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Die Richtlinien seien eben nur halbverbindlich, sagte Hansueli Huber vom Schweizer Tierschutz (STS) vor den Medien. Im Gegensatz zu anderen Nutztierhaltern hätten Landwirte, die ihre Pferde nicht gemäss den Richtlinien halten, kaum mit Konsequenzen zu rechnen. Das Tierschutzgesetz schützt die Pferde nicht, meinte Huber.

Den Vollzugsbehörden seien die Tierschutzprobleme in Pferdehaltungen zwar durchaus bewusst. Ein Verfahren werde aber nur bei massiven Verstössen eingeleitet.

Bei den meisten Beanstandungen - beispielsweise wegen zu niederen Decken oder zu kleinen Boxenflächen - schätzten die Vollzugsbehörden ihre Durchsetzungschancen als gering ein und verzichteten deshalb auf das Einleiten eines Verfahrens.

Jährlich zahlt der Bund laut Huber Direktzahlungen an bäuerliche Pferdehalter und -züchter in der Höhe von 30 Millionen Franken. Er knüpfe sie aber nicht an das Einhalten spezifischer Pferdeschutzvorschriften, da sie in der Tierschutzgesetzgebung fehlten.

Immerhin habe das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) im Jahr 2001 Richtlinien für die Haltung von Pferden, Ponys, Eseln, Maultieren und Mauleseln erlassen, die auch in Tierschutzkreisen Anerkennung gefunden hätten. Bedauerlicherweise seien allerdings die tierschutzrelevanten Bereiche Verwendung und Ausbildung von Pferden vollständig ausgeklammert worden.

Gemäss STS-Tierärztin Cynthia Lerch werden die meisten Pferde in der Schweiz nicht tiergerecht gehalten. Über 80 Prozent lebten in Einzelhaltung ohne uneingeschränkten Konktakt zu Artgenossen. 60 Prozent der Pferde hätten einen Lebensraum von nur etwa 10 Quadratmetern. Fast 20 Prozent würden sogar angebunden gehalten. Viele Pferde kämen zudem im Winterhalbjahr wochen- oder gar monatelang kaum aus dem Stall.

(pt/sda)

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