Tinners sollen vor Gericht
publiziert: Donnerstag, 23. Dez 2010 / 10:53 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 23. Dez 2010 / 15:26 Uhr

Bern - Die Bundesanwaltschaft soll Anklage erheben gegen Friedrich, Urs und Marco Tinner. Dies beantragt der eidgenössische Untersuchungsrichter Andreas Müller. Er hat seinen Schlussbericht präsentiert.

Urs Tinner in einem Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens.
Urs Tinner in einem Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens.
Sie suchen Beratung, Sie brauchen Unterstützung. Sie setzen auf Erfolg und verlangen rasch messbare Resultate.
MENZI & PARTNER
Blaufahnenstrasse 14
8001 Zürich
4 Meldungen im Zusammenhang
Dem Vater Friedrich und seinen Söhnen Urs und Marco Tinner wird vorgeworfen, die Entwicklung von Atomwaffen gefördert zu haben. Das Untersuchungsrichteramt beantragt bei der Bundesanwaltschaft, die Angeschuldigten wegen Widerhandlung gegen das Kriegsmaterialgesetz anzuklagen.

Ob Anklage erhoben wird, entscheidet die Bundesanwaltschaft. Er würde eine Anklageerhebung begrüssen, sagte Müller. Die Bundesanwaltschaft (BA) will den 174-seitigen Schlussbericht Müllers erst «eingehend» studieren, bevor sie entscheidet, wie aus einer schriftlichen Stellungnahme der BA vom Donnerstag hervorgeht.

Müller wirft Tinners vor, dass diese seit den späten 1970er Jahren für das Netzwerk des pakistanischen «Vaters der Atombombe» Abdul Qadeer Khan an der Urananreicherung für die Produktion von Atomwaffen mitgewirkt haben.

Er sei zum Schluss gekommen, dass die Tinners spätestens seit dem Atomwaffentest Pakistans im Mai 1998 hätten wissen müssen, dass Khan das angereicherte Uran für Waffen und nicht für Atomkraftwerke benutzte, sagte Müller. Im gleichen Zeitraum trat überdies in der Schweiz das neuen Kriegsmaterialgesetz in Kraft, wodurch die Lieferungen von Komponenten für die Urananreicherung der Tinner-Familie für Khan illegal wurden.

Anklage wegen Geldwäscherei

Marco Tinner solle zudem wegen Geldwäscherei angeklagt werden, forderte Müller vor den Medien in Bern. Er gehe von einer Deliktsumme von 12 Mio. Franken aus. Die Summe entspreche dem Umsatz, die die Tinners mit dem Khan-Netzwerk gemacht haben sollen.

Müller bezeichnete Marco Tinner als den Buchhalter, Produzenten und Lieferanten der Urananreicherungskomponenten. Vater Friedrich Tinner sei der Know-How-Träger der Familie gewesen und Urs Tinner der «Werkstattchef» Khans in dessen Fabriken in Dubai und Malaysia.

2003: CIA tritt auf den Plan

Im Juni 2003 wurden die Tinners laut Müller von den amerikanischen Behörden angeworben. Sie arbeiteten ab diesem Zeitpunkt im Auftrag der CIA im Khan-Netz weiter. Damit seien sie letztlich mitverantwortlich gewesen für das Auffliegen des Netzes, sagte Müller.

Weil der Bundesrat dem Eidg. Untersuchungsrichter untersagt hat, gegen die Tinners wegen ihrer Spionage-Tätigkeit für die CIA zu ermitteln, beschränkt sich die Untersuchung auf die Zeit bis Juni 2003.

98 Prozent der Beweismittel vernichtet

Müller übte vor den Medien scharfe Kritik am Bundesrat: Die Exekutive habe «massiv in den Gang der Justiz eingegriffen». Wegen der Anfang 2008 auf Befehl des Bundesrates durchgeführten Vernichtung von Beweismitteln, vor allem von Computerdateien, habe er «praktisch bei Null» anfangen müssen, sagte Müller.

(fkl/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bellinzona - Gemäss dem massgeschneiderten Deal mit der Bundesanwaltschaft soll Friedrich Tinner und seinen zwei Söhnen der Gang ins Gefängnis erspart bleiben. Laut ... mehr lesen
Ein Beweisverfahren findet nicht mehr statt. (Symbolbild)
Bern - Im Zusammenhang mit dem mutmasslichen Atomschmuggelfall Tinner hat der US-Atomwaffenexperte David ... mehr lesen 8
«Überreagiert»: Christoph Blocher.
Die kleine Kammer schloss sich am Donnerstag stillschweigend dem Nationalrat an.
Bern - Beruft sich der Bundesrat in Krisenlagen auf Notrecht, soll er sich an klare Regeln halten. Das Parlament gibt der Landesregierung bei Verfügungen indes mehr ... mehr lesen 1
Bananenrepublik
Ein Trauerspiel ohne Ende! In der BaZ online-Ausgabe steht u.a. geschrieben: "Kritik am Bundesrat

Der Untersuchungsrichtung übte bei der Präsentation seiner Schlussfolgerungen scharfe Kritik am Bundesrat: Die Exekutive habe «massiv in den Gang der Justiz eingegriffen, indem sie die Beweise fast vollständig zerstören liess». Ausserdem habe er der Bundeskrimninalpolizei befohlen, nicht mit dem Untersuchungsrichter zusammenzuarbeiten.

Es liege nun an einem Gericht zu entscheiden, welche Konsequenzen dieses Vorgehen des Bundesrates für die Tinners haben soll. Ihm bereite die Einmischung des Bundesrats Sorgen, sagte Müller. Eine Demokratie sei keine mehr, wenn die Gewaltenteilung nicht respektiert werde."

Eine derartige Verschleppung kann doch nur in einer Bananenrepublik vorkommen. Die Voraussetzungen dazu hat der Bundesrat geschaffen, aber leider wachsen immer noch keine Bananen.
Alles was Recht ist! Gesellschaftsgründungen, Rechtsberatung, Prozessführung etc.
Sie suchen Beratung, Sie brauchen Unterstützung. Sie setzen auf Erfolg und verlangen rasch messbare Resultate.
MENZI & PARTNER
Blaufahnenstrasse 14
8001 Zürich
Ringier zieht das Urtiel an das St. Galler Kantonsgericht weiter. (Archivbild)
Ringier zieht das Urtiel an das St. Galler Kantonsgericht ...
Geldstrafe zu wenig  Zürich - Der Medienkonzern Ringier akzeptiert die Verurteilung eines «Blick»-Journalisten durch das Kreisgericht Wil SG nicht. Er zieht das Urteil an das St. Galler Kantonsgericht weiter. 
Simbabwe  Harare - Der Hochschuldozent Chenjerai Pamhiri bezahlt teuer für einen öffentlichen Zornausbruch. Er hatte in seiner Wut den greisen Staatschef Simbabwes, Robert Mugabe, einen «alten, fauligen Esel» genannt.  
Neue Verfassung in Simbabwe in Referendum angenommen Harare - In Simbabwe ist bei einer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit eine neue ...
Kundgebung in Genf  Genf - Zwischen 300 und 400 Menschen haben am Samstagnachmittag in Genf für das ...
Vegetarismus sei nicht einfach ein Kindheitsspleen.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Henau 1513
    Was für ein Blödsinn aber auch;-) "Zudem liegt beim Co2 ein weiteres nicht zu unterschätzendes Problem. ... So, 12.05.13 00:33
  • jorian aus Gretzenbach 1174
    Steuerfaktor Ja da haben Sie recht die CO2 Steuer ist ein wichtiger Faktor. Sa, 11.05.13 22:23
  • ochgott aus Ramsen 641
    Wo.... wird es kälter. Ich sehe nichts davon. Zudem wird es bei einer ... Sa, 11.05.13 19:45
  • jorian aus Gretzenbach 1174
    Und.......... .......... dennoch wird es immer kälter. Sa, 11.05.13 07:51
  • keinschaf aus Henau 1513
    Studie, die AAAMMMDCCXVIII. "Mit dem Beginn der Pubertät gehen die Menschen später schlafen und ... Di, 23.04.13 00:09
  • jorian aus Gretzenbach 1174
    Die reiche CH................. .......... schickt das Geld lieber ins Ausland, als wie es den eigenen ... Fr, 12.04.13 04:36
  • Midas aus Dubai 3021
    Schäbige Schande Die Verdingkinder haben keine Lobby. Das das ganze bis in die 70er ... Fr, 12.04.13 01:01
  • zombie1969 aus Frauenfeld 1554
    Offenbar... hat man aus den Fehlern in der Vergangenheit immer noch nichts daraus ... Do, 11.04.13 19:47
Wettbewerb
Fitness für die Lachmuskeln ist garantiert.
Mitmachen und gewinnen  Freitag, 31. Mai und Samstag, 1. Juni. Das sind die Daten welche man sich unbedingt merken muss. Denn dann tritt Dieter Nuhr, einer der erfolgreichsten ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 6°C 10°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Basel 4°C 10°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 7°C 13°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Bern 7°C 16°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 8°C 15°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Genf 8°C 16°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 10°C 15°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten