Netzneutralität in Gefahr
Torrent-Bremse trifft «World of Warcraft»
publiziert: Donnerstag, 31. Mrz 2011 / 11:43 Uhr
Welche Daten dürfen durch?
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Ottawa/London/Paderborn - In Kanada steht der zweitgrösste Internetprovider Rogers unter Gamer-Beschuss. Das Unternehmen hat kürzlich zugegeben, dass seine Traffic-Management-Lösung beim beliebten MMO «World of Warcraft» Probleme macht.

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Das System dient dazu, P2P-Traffic (Peer-to-Peer) per BitTorrent zu bremsen. Das als Filesharing-Tool verrufene Protokoll kommt beim Blizzard-Spiel ganz legal im Updater zum Einsatz.

Andere legitime P2P-Anwendungen laufen ebenfalls Gefahr, unter Drosselsystemen zu leiden - ein keineswegs rein kanadisches Problem. «Viele ISPs lösen sich mittlerweile von der Netzneutralität und gewähren unterschiedlichen Diensten im Internet eine unterschiedliche Dienstgüte», warnt Kalman Graffi von der Fachgruppe Theorie verteilter Systeme an der Universität Paderborn. Jüngst gab es auch Aufregung um den britischen Provider Virgin Media.

Fehlbremsung

World of Warcraft (WoW) setzt für die teils umfangreichen Spiel-Aktualisierungen auch auf BitTorrent, was bei Rogers-Kunden zu Problemen geführt hat. Einem Brief des Providers an die kanadische Telekom-Aufsicht zufolge gibt es unbeabsichtigte Störungen von WoW durch Traffic-Management-Praktiken, was bis Juni behoben werden soll. Indes droht in Grossbritannien eine Ausweitung ähnlicher Probleme. Denn Virgin Media hat Anfang März Tests mit P2P-Drosselungen durchgeführt, die britischen Medienberichten zufolge bei einigen Online-Spielen wie WoW Störungen verursacht haben.

«Die pauschale Schlechtbehandlung des BitTorrent-Protokolls hat Auswirkung auf kommerzielle Nutzer wie eben WoW», warnt Graffi. Das kann nicht nur Gamern Probleme machen. Der P2P-Experte verweist darauf, dass beispielsweise die Linux-Distributionen Ubuntu und openSUSE auf BitTorrent als Vertriebsvariante setzen. Zudem gibt es Projekte, die P2P als legitimen Video-Streamingkanal vorantreiben, darunter das EU-geförderte P2P-Next. Mit der Netzneutralität fällt leicht die Servicequalität solcher Systeme.

Ungleiche Daten

Besonders bekannt ist die Frage der Netzneutralität aus dem mobilen Bereich, da Mobilfunker es mit dem Konzept oft nicht all zu genau nehmen. «Ein offensichtlicher Fall der Ungleichbehandlung von 'legalen' P2P-Protokollen ist Skype auf Handys», erläutert Graffi. «Auch hier wird das Internet-Neutralitäts-Gebot umgangen und vom Anbieter eine faire Nutzung versagt.» Eben das hat 2009 in Deutschland hohe Wellen geschlagen, da die Telekom Skype für das iPhone zunächst komplett blockieren wollte.

Letztendlich läuft das Problem oft auf einen Interessenskonflikt zwischen Providern und Content-Anbietern hinaus. Letztere möchten kostensparend möglichst viele Inhalte verbreiten, während für erstere eine Volumens-basierte Bezahlung am attraktivsten wäre. «Ich bin gespannt, wie sich das Internet entwickeln wird. Bleibt es gleich und frei und neutral wie bisher, oder haben wir bald unterschiedliche Internet-Kanäle zu unterschiedlichen Preisen», meint daher Graffi.

(bert/pte)

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