Total muss 375'000 Euro zahlen nach «Erika»-Katastrophe
publiziert: Dienstag, 25. Sep 2012 / 16:44 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 25. Sep 2012 / 17:11 Uhr
Total sicherte zu, die gezahlte Schadensersatzsumme von 171 Millionen Euro nicht zurückzufordern.
Total sicherte zu, die gezahlte Schadensersatzsumme von 171 Millionen Euro nicht zurückzufordern.

Paris - Fast 13 Jahre nach der verheerenden Ölkatastrophe vor der Bretagne ist es definitiv: Der französische Energiekonzern Total erhält eine Geldstrafe von 375'000 Euro aufgebrummt. Damit bestätigt das höchste französische Gericht Urteile gegen die Firma, die den Tanker «Erika» gechartert hatte.

Sie suchen Beratung, Sie brauchen Unterstützung. Sie setzen auf Erfolg und verlangen rasch messbare Resultate.
MENZI & PARTNER
Blaufahnenstrasse 14
8001 Zürich
2 Meldungen im Zusammenhang
Auch das Schiffsregister Rina wird mit einer Geldstrafe von 375'000 Euro belegt, wie der Kassationsgerichtshof am Dienstag in Paris entschied. Der italienische Reeder und der «Erika»-Eigner wurden zu einer Geldstrafe von 75'000 Euro verurteilt.

Ein Revisionsantrag, den die vier Verurteilten eingereicht hatten. scheiterte. Der Generalstaatsanwalt hatte im Mai gefordert, das Verfahren zu kippen, da sich das Unglück in internationalen Gewässern ereignet habe. Die französische Justiz sei damit nicht zuständig.

Dieser Ansicht widersprachen die Richter des Kassationshofes: Französische Gerichte seien durchaus zuständig, wenn durch ein Tankerunglück französische Hoheitsgewässer und die französische Küste verschmutzt würden.

Die Richter warfen den Beteiligten Fahrlässigkeit im Umgang mit dem Tanker vor. Nach Expertengutachten war die innere Struktur des mehr als 20 Jahre alten Schiffes von Rost zerfressen. Dem schweren Sturm hielt es deswegen nicht Stand.

Symbolische Bedeutung

Für die Geschädigten hat das Urteil vor allem eine symbolische Bedeutung. Der Ölkonzern Total sicherte bereits vor Monaten zu, die gezahlte Schadensersatzsumme von 171 Millionen Euro nicht zurückzufordern.

Auch die 200 Millionen Euro für die Küstenreinigung sollen nicht in Frage gestellt werden. Dem Unternehmen ging es nach eigenen Angaben nur darum, die Rechtslage zu klären.

Zehntausende Tonnen Öl ausgelaufen

Der mit knapp 31'000 Tonnen Schweröl beladene Tanker, der unter der Flagge Maltas fuhr, war 1999 bei einem Sturm im Golf von Biscaya ausserhalb der französischen Territorialgewässer gesunken. Rund 20'000 Tonnen der Ladung liefen vor der Bretagne ins Meer und verschmutzten rund 400 Kilometer Küste.

Zehntausende Seevögel verendeten qualvoll, nach Schätzungen von Tierschützern waren es sogar mehrere Hunderttausend. Es dauert mehr als ein Jahr, die Küsten in der beliebten Tourismusregion zu säubern.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
London/Paris - Der französische Ölkonzern Total will eine ganze Reihe von Unternehmensteilen verkaufen und in den kommenden ... mehr lesen
Einige Ölraffinerien sollen in Europa verkauft werden.
Die Umweltschäden nahmen ein riesiges Ausmass an: Auch Vögel mussten darunter leiden.
Paris - Sieben Jahre nach dem Untergang des Öltankers «Erika» vor der Bretagne hat der Prozess zur Klärung der ... mehr lesen
Alles was Recht ist! Gesellschaftsgründungen, Rechtsberatung, Prozessführung etc.
Sie suchen Beratung, Sie brauchen Unterstützung. Sie setzen auf Erfolg und verlangen rasch messbare Resultate.
MENZI & PARTNER
Blaufahnenstrasse 14
8001 Zürich
Das Verständnis für den richtigen Einsatz des vorhandenen Equipments muss offenbar gelernt sein.
Das Verständnis für den richtigen Einsatz des ...
Verlorene Festplatte «kostet» 180'000 Pfund  London - Das britische Justizministerium Ministry of Justice wurde aufgrund von «ernsthaften Verfehlungen» im Umgang mit besonders vertrauenswürdigem Datenmaterial zu einer Geldstrafe von 180'000 Pfund (etwas über 270'000 Franken) verdonnert. 
Affäre Mörgeli  Zürich - Der Ehemann von Professorin Iris Ritzmann, Eberhard Wolff, hat Aufsichtsbeschwerde gegen ...  
Anfang September kehrt Wolff an die Universität Zürich zurück.
Iris Ritzmann muss im November vor Gericht Zürich - Im Zusammenhang mit der Affäre Mörgeli muss die Zürcher Titularprofessorin Iris Ritzmann am 28. ...
Ritzmann wird vor Gericht erscheinen müssen
Staatsanwaltschaft will gegen SP-Regierungsrätin ermitteln Zürich - Die «Affäre Mörgeli» zieht weitere Kreise. ... 2
Das Symbolbild (Limmat 11) wird aktuell häufig in den sozialen Medien geteilt.
Drogen-Coup  Nach einer Drogenübergabe im Kreis 6 verhaftete die Stadtpolizei Zürich anfangs Woche vier ...  
Titel Forum Teaser
Klaus Janosch ist Doktorand in Pflanzenernährung an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog Bedrohter Boden Fruchtbarer Boden ist ein wertvolles Gut, dessen Verlust sowohl für uns als ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 15°C 17°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 12°C 18°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 16°C 19°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 15°C 22°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 16°C 23°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 16°C 23°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 18°C 25°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten