Tote bei Gefängnisrevolte in Brasilien
publiziert: Mittwoch, 20. Dez 2006 / 10:29 Uhr

Rio de Janeiro - Bei einer Gefängnisrevolte in Brasilien sind am späten Dienstagabend (Ortszeit) ein Wärter und ein Häftling getötet worden. Ein Wärter werde als Geisel festgehalten, hiess es.

Die rund 500 Gefängnisse in Brasilien sind zumeist veraltet und hoffnungslos überfüllt.
Die rund 500 Gefängnisse in Brasilien sind zumeist veraltet und hoffnungslos überfüllt.
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Die Rebellion in der Anstalt in der Stadt Foz de Iguaçu im südlichen Bundesstaat Paraná hatte den Angaben zufolge aus noch unbekannten Gründen am Dienstagvormittag begonnen. Zwischenzeitlich wurde ein Massenausbruch befürchtet.

Eine Eliteeinheit der Polizei hielt in der Nacht die Haftanstalt noch umzingelt. Sie habe aus der Ferne mit Gummigeschossen auf die Rebellierenden geschossen und dabei mehrere Männer verletzt, berichteten Medien. Die Häftlinge seien zum Teil mit Pistolen bewaffnet.

Gespräche mit Gefangenen

Vertreter der katholischen Kirche und von Menschenrechtsgruppen nahmen am Dienstag an den Gesprächen mit den Anführern der Revolte teil. Die Verhandlungen mit den rebellierenden Insassen sollten am Mittwoch wieder aufgenommen werden, berichteten Medien unter Berufung auf die Behörden.

Die Forderungen der Aufständischen wurden vorerst nicht bekannt. Die Anstalt in Foz do Iguaçu wurde für 350 Häftlinge gebaut, hat aber fast 800 Insassen.

Die rund 500 Gefängnisse in Brasilien sind zumeist veraltet und hoffnungslos überfüllt. Revolten mit Todesopfern, Fluchtversuche, Drogenhandel und Misshandlungen der Insassen durch das schlecht ausgebildete Wachpersonal sind an der Tagesordnung

(bert/sda)

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