Tote bei Gefecht im Gazastreifen und bei Schüssen im Westjordanland
publiziert: Samstag, 18. Okt 2003 / 18:34 Uhr

Gaza - Bei einem heftigen Feuergefecht zwischen bewaffneten Palästinensern und israelischen Soldaten sind im Flüchtlingslager von Rafah im Süden des Gazastreifens drei Palästinenser getötet und zwölf verletzt worden.

Im Gazastreifen ist es zu Gefechten zwischen der israelischen Armee (Archiv) und Palästinensern gekommen.
Im Gazastreifen ist es zu Gefechten zwischen der israelischen Armee (Archiv) und Palästinensern gekommen.
Unter den Toten waren eine unbeteiligte Frau sowie der örtliche Kommandant des bewaffneten Flügels der Hamas-Organisation und - nach israelischen Angaben - ein weiteres Mitglied der anti-israelischen Extremistengruppe.

Seit Beginn ihrer jüngsten Offensive haben israelische Soldaten somit insgesamt 14 Palästinenser in der Stadt an der Grenze zu Ägypten getötet. Die israelische Armee hatte am vergangenen Dienstag eine gross angelegte Militäraktion begonnen, die gegen angebliche Tunnel zum Waffenschmuggel aus Ägypten gerichtet ist.

Nach israelischen Angaben kam es zu dem Zwischenfall, als eine Gruppe militanter Palästinenser vor Morgengrauen ein Haus stürmen wollte, das israelische Soldaten besetzt hatten.

Die 33-jährige Frau wurde von Soldaten erschossen, als sie nach Augenzeugenberichten ihr Haus verliess, um einen schwer verletzten Palästinenser zu bergen. Die Soldaten hätten auf jeden gefeuert, der sich zum Zeitpunkt des Gefechtes auf der Strasse zeigte, hiess es. Vier weitere Angehörige der getöteten Frau seien ebenfalls durch Schüsse verletzt worden.

Die Soldaten erschossen auch den örtlichen Anführer des bewaffneten Hamas-Flügels, Tarik Abu el Hussein. Dieser wurde unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung begraben. Hamas kündigte in einer Stellungnahme Vergeltung für seinen Tod an.

In Tulkarem im Westjordanland erschossen israelische Soldaten einen 17-jährigen Palästinenser. Die Soldaten hätten das Feuer auf eine Gruppe Jugendlicher eröffnet, die Steine in ihre Richtung geworfen hätten, teilten Augenzeugen und Spitalvertereter mit.

(tr/sda)

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