Tote bei Protesten in islamischen Ländern
publiziert: Montag, 6. Feb 2006 / 22:23 Uhr

Kairo - Die Protestaktionen in der islamischen Welt gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen in dänischen Zeitungen haben erste Menschenleben gefordert.

Die Protestaktionen in der islamischen Welt nahmen kein Ende.
Die Protestaktionen in der islamischen Welt nahmen kein Ende.
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In Bagram nördlich von Kabul wurden zwei Demonstranten getötet. US- Soldaten und afghanische Polizisten hätten sich mit Demonstranten Feuergefechte geliefert, sagte der Sicherheitschef des Distrikts, in dem der wichtigste US-Stützpunkt in Afghanistan liegt. Zuvor war bereits in der ostafghanischen Stadt Mehtarlam ein Demonstrant getötet worden.

In Beirut starb einer der Männer, die am Sonntag das dänische Konsulat gestürmt und in Brand gesetzt hatten. Er sei einer Kopfverletzungen erlegen, teilte die Polizei mit. In der somalischen Stadt Bosaso starb ein 14-Jähriger.

Aufgebrachte Muslime demonstrierten auch in Iran, Ägypten, Indonesien, Thailand, Indien, auf den Philippinen und in den Palästinensergebieten gegen die Karikaturen, die von Muslimen als Lästerung empfunden werden.

Attacke auf das Büro der EU

In Gaza-Stadt attackierten Dutzende Palästinenser wieder das seit Tagen geschlossene Büro der EU. In Teheran versuchten mehrere hundert Demonstranten die Botschaften Dänemarks und Österreichs zu stürmen. Trotz scharfen Sicherheitsvorkehrungen warfen sie Steine und Brandsätze und versuchten, die dänische Vertretung in Brand zusetzen.

Die iranische Regierung ordnete unterdessen den sofortigen Abbruch aller Handelsbeziehungen mit Dänemark an.

Kofi Annan ruft zum Ende der Gewalt auf

UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte in der Nacht zum Montag erneut ein Ende der Gewalt gefordert. Er teile zwar die Gefühle vieler Muslime, die ihre Religion durch die Veröffentlichung der Karikaturen beleidigt sähen, jedoch rechtfertige «dieser Groll keine Gewalt», sagte er. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel äusserte sich in gleicher Weise.

Auch der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan riefen gemeinsam zu Besonnenheit auf.

Frankreichs Präsident Jacques Chirac und der britische Premier Tony Blair versicherte dem dänischen Regierungschef Anders Fogh Rasmussen telefonisch der Solidarität ihrer Länder.

Dänische Zeitung trifft sich mit Imamen

Die dänische Zeitung «Jyllands-Posten» erklärte sich zu einem Treffen mit Imamen (Vorbetern) der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Dänemark für eine gemeinsame Erklärung bereit.

(smw/sda)

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