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Toter Delphin: Conny-Land vor dem Aus?
publiziert: Donnerstag, 3. Jan 2002 / 11:14 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Jan 2002 / 18:24 Uhr

Lipperswil - Im Freizeitpark Conny-Land im thurgauischen Lipperswil ist über die Feiertage erneut ein Delphin gestorben. Der 14-jährige 'Gecko' hat eine Lungenentzündung nicht überlebt. Tierschützer reagierten auf die Meldung mit Entsetzen, sie fordern die Schliessung des Conny-Lands.

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Die Haltungsbedingungen im Conny-Land werden von Tierschützern schon lange kritisiert.
Die Haltungsbedingungen im Conny-Land werden von Tierschützern schon lange kritisiert.
'Gecko' ist der dritte Delphin, der im Conny-Land in den letzten 18 Monaten verendete. Im Juli 2000 war ein Delphinbaby wenige Tage nach der Geburt eingegangen, einen Monat später brachte Delphinweibchen Cheespa ein totes Junges zur Welt.

Die Arbeitsgruppe zum Schutz der Meeressäuger-Schweiz (ASMS) hat sich über den Tod des erst 14-jährigen Delphinmännchens 'Gecko' im Lipperswiler Unterhaltungspark Conny-Land bestürzt gezeigt. Die Tierschützer fordern die Schliessung des Freizeitparks.Tröstlich sei bloss, dass er nun keine sinnlosen Runden mehr zu drehen habe, teilte die Arbeitsgruppe mit.

Lungenentzündung, so die vom Conny-Land angegebene Todesursache, ist in der Regel auf übermässig chemisch aufbereitetes Wasser zurückzuführen. Im aktuellsten Todesfall nun dürfte auch die mehr als missliche Haltung von 'Gecko', von 'Chicky' und des Delfinbabies 'Magic' dazu kommen: trotz klirrender Kälte während der letzten Winterwochen wurden sie offenbar in einem winzigen Aussengehege (für Seelöwen) gehalten, also ungeschützt unter freiem Himmel.

Der Tod des Delphinmännchens sei somit direkt auf die schlechte Haltungsbedingung im Conny-Land zurückzuführen, prangert die ASMS an.

Conny-Land vor dem Aus?

In Bedrängnis kommt, neben der Besitzerfamilie des Amusementparks, auch die Sponsoren- und Trägerschaft der viel gepriesenen im Bau befindlichen "Delphin-Lagune Lipperswil". Denn im April 1999 hat Conny Gasser verkündet, keine weiteren Delphine mehr zu importieren.
'Gecko' war wahrscheinlich das einzige zeugungsfähige Männchen der Anlage. Somit ist die mittel- und langfristige Zukunft der Delphinhaltung in Lipperswil von der Anzahl gefangener Delphine her sehr ungewiss - eine denkbar schlechte Grundlage für seriöse Investoren und Kleinanleger in dieses vollmundig angepriesene Millionenprojekt einer "Lagune".

Seit Jahren rüttelt die ASMS die Verantwortlichen in- und ausserhalb des Conny-Lands und die Öffentlichkeit auf - etwa wegen den fehlenden Zucht- und Abtrennbecken und dem nun noch problematischer gewordenen Sozialgefüge der "Thurgauer" Delfine. Die hohe Personalfluktuation und die teils mangelhafte Qualifikation der TierbetreuerInnen rückten das Conny-Land in ein noch düstereres Bild, so die Tierschützer. Die ASMS fordert deshalb die Schliessung dieser "beklemmenden Delphin-Grabstätte".

(sk/sda)

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