Toter Häftling war mutmasslicher Steuerspion
publiziert: Freitag, 1. Okt 2010 / 18:13 Uhr / aktualisiert: Freitag, 1. Okt 2010 / 19:35 Uhr
Die Umstände des Todes seien «noch nicht restlos geklärt»; die Einwirkung von Dritten könne aber ausgeschlossen werden.
Die Umstände des Todes seien «noch nicht restlos geklärt»; die Einwirkung von Dritten könne aber ausgeschlossen werden.

Bern - Der Tod eines 42-jährigen Untersuchungshäftlings in Bern hat einen hochbrisanten politischen Hintergrund: Der Österreicher war im Zusammenhang mit der Steuerdaten-Affäre von Anfang Jahr inhaftiert.

Drahtlose Alarmanlagen für garantierte Sicherheit und perfekten Einbruchschutz
SEKENTA AG
Hanfländerstrasse 53
8640 Rapperswil
3 Meldungen im Zusammenhang
In der Affäre geht es um den Diebstahl von Bankkunden-Daten und deren Verkauf an Deutschland. Die CD mit Daten von möglichen deutschen Steuersündern sorgte ab Ende Januar für grosses Aufsehen und trübte die Beziehungen zwischen der Schweiz und ihrem nördlichen Nachbarn.

Die Bundesanwaltschaft (BA) in Bern leitete im Februar ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren ein. Sie ermittelt seither unter anderem wegen des Verdachts auf wirtschaftlichen Nachrichtendienst.

Im Zusammenhang mit der laufenden Strafuntersuchung sei Mitte September ein 42-jähriger Beschuldigter inhaftiert worden, bestätigte BA-Sprecherin Jeannette Balmer entsprechende Recherchen des Online-Portals «Tagesanzeiger.ch/Newsnetz».

Sie erinnerte weiter daran, dass die BA im Zusammenhang mit ihren Ermittlungen mehrere Rechtshilfebegehren an deutsche Bundesländer gerichtet habe. Weitere Einzelheiten aus der laufenden Strafuntersuchung könnten nicht bekanntgegeben werden.

Mysteriöser Fall

Die österreichische «Kronenzeitung» berichtete am Freitag, beim Verstorbenen handle es sich um einen Österreicher aus dem Tirol, der seit geraumer Zeit in Winterthur gelebt habe. Nach Darstellung des Blattes war er der Mann, der bis zu 2000 Kundendaten einer Schweizer Bank auf CD presste und an deutsche Behörden verkaufte.

Das Aussenministerium in Wien bestätigte unterdessen, dass es sich beim Verstorbenen um einen Österreicher handelt.

Von seiner Festnahme im September habe nicht einmal die Familie gewusst, heisst es in dem Zeitungsbericht weiter. Die Berner Kantonspolizei hatte am Donnerstag gemeldet, der Mann sei am Mittwoch gegen 06.30 Uhr tot in seiner Zelle gefunden worden.

Der Untersuchungshäftling müsse in der Nacht zuvor verstorben sein. Die Umstände des Todesfalls seien zwar «noch nicht restlos geklärt»; die Einwirkung von Dritten könne aber ausgeschlossen werden.

Brisante Daten

Die Affäre um die Steuerdaten-CD war Ende Januar aufgeflogen. Zum Schrecken der Schweizer Behörden und der hiesigen Banken hatte sich Deutschland entschieden, den Datenträger anzukaufen. Der Preis betrug angeblich 2,5 Millionen Euro. Weitere CDs wurden später den deutschen Behörden angeboten, zum Teil mit Erfolg.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Die Schweiz will das Honorar für gestohlene Steuer-CD besteuern. Das Zürcher Steueramt hat bei den Erben des ... mehr lesen
Das Finanzministerium von Nordrhein-Westfalen zahlte für die CD angeblich 2,5 Millionen Euro. (Symbolbild)
Der Mann lag leblos in seine Zelle. (Symbolbild)
Bern - Ein 42-jähriger Untersuchungshäftling ist am Mittwoch im Berner Regionalgefängnis tot in seiner Zelle gefunden worden. Die ... mehr lesen
Düsseldorf - Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat grünes Licht für den Kauf der Schweizer Bankdaten über ... mehr lesen
Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat grünes Licht für den Kauf der Schweizer Bankdaten gegeben. (Symbolbild)
Drahtlose Alarmanlagen für garantierte Sicherheit und perfekten Einbruchschutz
SEKENTA AG
Hanfländerstrasse 53
8640 Rapperswil
Sicherheitstechnik Alarmanlagen Dienstleistungen Ausrüstung und Schulungen
Rettungsboot vor Catania.
Nur 28 Überlebende  Catania - Nach der Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer hat die Polizei zwei Überlebende wegen des Verdachts auf Menschenhandel festgenommen. Die Männer kamen nach ihrer Rettung mit weiteren Überlebenden am Montagabend im Hafen Catania auf Sizilien an. 
Hunderte Flüchtlinge werden noch vermisst. (Archivbild)
EU reagiert mit Zehnpunkte-Plan auf Kritik an Flüchtlingspolitik Genf/Rom/Athen - Nach den jüngsten Unglücken im Mittelmeer mit Hunderten Toten macht die EU ... 1
Schüsse auf Zivilisten  Mexiko-Stadt - Mexikanische Bundespolizisten haben Medienberichten zufolge im Westen des Landes nach der Niederschlagung von Protesten 16 Menschen «hingerichtet». Zu diesem Vorfall soll es im Januar gekommen sei, als die Polizei gegen eine angeblich bewaffnete Bürgerwehr vorging.  
Titel Forum Teaser
Unglücksfälle Kapitän nach Flüchtlingsdrama in Haft Catania - Nach der Flüchtlingskatastrophe im ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich 4°C 14°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Basel 2°C 16°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
St.Gallen 5°C 16°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern 2°C 19°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Luzern 4°C 19°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Genf 5°C 20°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 9°C 22°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten