Flüchtlingsdramen
Toter syrischer Bub erinnert als Symbolbild an «Napalm-Mädchen»
publiziert: Donnerstag, 3. Sep 2015 / 16:35 Uhr / aktualisiert: Freitag, 4. Sep 2015 / 14:59 Uhr

Düsseldorf - Das Foto eines toten Buben, angespült am türkischen Strand, könnte zum Symbolfoto für die aktuelle Flüchtlingskrise werden. Und es könnte in seiner Wirkung auf Betrachter und Politik ebenso Folgen haben wie das berühmte Foto des «Napalm-Mädchens» aus dem Vietnamkrieg.

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Die Bilder zeigen die Leiche des kleinen Aylan Kurdi, der am Mittwoch mit dem Gesicht im Sand an einem Strand nahe dem westtürkischen Ferienort Bodrum gefunden wurde. Er war in einem Flüchtlingsboot gewesen, das am Mittwochmorgen sank. Auch sein Bruder Galip und seine Mutter überlebten die Überfahrt nicht.

Der Vater schilderte den Tod seiner Familie im Meer. Das Boot sei auf der Fahrt von Bodrum zur griechischen Insel Kos bei hohem Wellengang gekentert, sagte Abdullah Kurdi dem oppositionellen syrischen Radiosender Rosana FM am Donnerstag in einem Telefonat.

«Ich half meinen beiden Söhnen und meiner Frau und versuchte mehr als eine Stunde lang, mich am gekenterten Boot festzuhalten. Meine Söhne lebten da noch. Mein erster Sohn starb in den Wellen, ich musste ihn loslassen, um den anderen zu retten.»

Weinend fügte der Vater hinzu, dass trotz seiner Bemühungen auch der andere Sohn gestorben sei. Als er sich dann um seine Ehefrau habe kümmern wollen, habe er sie tot vorgefunden. «Danach war ich drei Stunden im Wasser, bis die Küstenwache ankam und mich rettete.»

Er habe den Schleppern 4000 Euro für die Überfahrt seiner Familie gezahlt. Der Menschenschmuggler an Bord sei nach Beginn des hohen Wellengang ins Wasser gesprungen, um sich in Sicherheit zu bringen, und habe die Flüchtlinge alleine gelassen.

Ziel der Familie war Kanada gewesen

Eine in Vancouver lebende Tante des Jungen sagte der Tageszeitung «Ottawa Citizen», Ziel der Familie sei Kanada gewesen. Die Familie stammt aus der nordsyrischen Stadt Kobane, der Vater arbeitete nach seinen Worten vor der Flucht in die Türkei als Coiffeur in Damaskus.

Die Fotos von der Kinderleiche, bekleidet mit einem roten T-Shirt und einer kurzen blauen Hose, gingen um die Welt. Ein junger Polizist nahm den toten Knaben in die Arme und trug ihn davon. Auf einem Foto ist zu sehen, wie der Beamte den Kopf zur Seite dreht, als könne er den Anblick der Kinderleiche nicht ertragen.

Nilüfer Demir, die die Fotos für die Nachrichtenagentur Dogan machte, sagte im Fernsehsender CNN-Türk, sie sei beim Anblick der Leiche «erstarrt». «Leider konnte nichts mehr für das Kind getan werden», fügte sie hinzu. Ihr Anliegen sei, dass über «die Tragödie dieser Menschen» nachgedacht werde.

Viele Zeitungen - auch in der Schweiz - veröffentlichten das Foto als Sinnbild der Flüchtlingskrise.

Mutmassliche Schlepper gefasst

Im westtürkischen Bodrum wurden vier Schlepper festgenommen. Es handle sich dabei um syrische Staatsbürger, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Donnerstag unter Berufung auf die Polizei in Bodrum. Sie sollen für den Tod von zwölf Flüchtlingen verantwortlich sein, darunter für den des Dreijährigen, dessen Leiche angespült wurde.

(nir/sda)

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Man kann's nicht glauben!
Der zombie redet völlig gefühl- und ahnungslos daher, als ob es sich hier um einen reinen Sachschaden handeln würde.
Er selbst lebt von der Fürsorge und hat keine Not, und er bemüht sich nicht mal, einer anständigen Arbeit nachzugehen. Kein Wunder, denkt er, diese Familie sei auf eine Vergnügungsreise mit dem Schlauchboot gegangen.
Was denkt er sich denn? Diese Familie habe kein Verantwortungsgefühl und setzt willkürlich das Leben ihres Kindes auf's Spiel? Wie hundsgemein ist denn das schon wieder?
Diese Familie soll also von der türkischen Sozialhife leben und kein Recht haben, sich selbst zu ernähren und einen besseren Ort dafür für sich und ihr Kind auf dieser Welt zu suchen? Der zombie kann einfach so gedankenlos lospreschen.
Unter welchen Unmenschen wir hier leben müssen, beweisst uns dieser missratene zombie mitsamt seinem Kumpan dem Schäfli. Dass wir hier unter den gleichen Verbrechern leben müssen, vor denen diese Familie geflüchtet ist, ist eine Schande, wir merken es nur deshalb nicht direkt, weil sie noch nicht an der Macht sind. Aber wehe uns, das würde wieder so weit kommen!!
UKIP-Hetze
Ihre "ordentliche Information" ist UKIP-Propaganda, zombie1969. Aylans Tante spricht in diesem Interview vom Zahnproblem ihres Bruders und den Bemühungen, dieses zu lösen. Aber im Video, auf das Sie verlinken, wird ein kleiner, 141 Sekunden langer Ausschnitt des gesamten Interviews gezeigt. In anderen Passagen erzählt die Frau vom Krieg, von der Leidensgeschichte ihrer Verwandten, von abgelehnten Einreiseanträgen und so weiter.

Die Familie wurde vom Krieg vertrieben und sie versuchte, den Kindern eine Zukunft zu ermöglichen. Das Zahnproblem ist eine Nebengeschichte, die von Zombies zur Stimmungsmache und Hetze missbraucht wird.
Ach so ist das?
Das Schäfchen ist nun von allen guten guten Geistern völlig verlassen. Es will uns weismachen, dass da ein Kind geopfert wurde, um bei uns Mitleid zu erregen. Blöder gehts nimmer und unmenschlicher auch nicht, aber menschlich brauchen Schafe auch gar zu sein.
Es war einmal die Rede von einem Gesetz der unterlassenen Hilfeleistung hier im Forum, da hat das Schäfchen tatsächlich noch geglaubt, dass es so ein Gestz hier gar nicht gäbe und wenn es so ein Gesetz je geben sollte, würde es auswandern. Das sagt alles über das verirrte Schaf, dass der Herrgot so liebt. Das Schäfchen selbst ist nach Wladiwostok geflohen und rein zufällig dabei nicht ins Wasser gefallen, dafür aber heftig auf den Kopf, wovon es sich nie mehr erholen wird.
Es gibt für ein Schaf aus Wladiostok eben überhaupt keinen Grund, irgendeinem in Not Geratenem zu helfen. Für das Schäfchen ist alles nur ein fauler Zauber, sogar ein totes Kind.
LinusLuchs
Informieren Sie sich zuerst ordentlich!
https://www.youtube.com/watch?t=72&v=QZUuoaq1MLM
Das...
...ist genau so. Eine miese, verachtenswürdige Kampagne mit totem Kinderfleisch, die da gefahren wird.

Naja, wahrscheinlich sind auch die Linken nicht blöd genug, um darauf hereinzufallen, aber sie präsentieren uns ihr orchestriertes Gejammer.
Und natürlich wird man auch von linken Forenschreibern dazu genötigt, in ihr Mitleidschörli einzustimmen.
Widerliches Gesocks. Ekelhaft, nötigend und beleidigend für alle, die neben dem Herz eben auch einen Verstand haben.
Armselig, ekelhaft, hoffnungslos
Aus Ihrem Kommentar, zombie1969, spricht so viel Armseligkeit. Haben Sie gelesen, aus welcher Stadt die Familie von Aylan stammt? Kobane. Seit vier Jahren wird Kobane von mehreren Seiten umkämpft, inklusive IS. Zwei Fotos für Sie, zombie1969:
http://i.telegraph.co.uk/multimedia/archive/03090/Kobane_3090881b.jpg
http://ichef-1.bbci.co.uk/news/624/media/images/80718000/jpg/_80718787...

Vor der Flucht in die Türkei arbeitete Aylans Vater in Damaskus. Wie steht es um die syrische Hauptstadt? Hatte die Familie dort eine Zukunftsperspektive? Hier, zombie1969, ein Artikel von vorgestern:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-09/is-syrien-damaskus-vormarsc...

So floh die kurdische Familie in die Türkei. Wie beliebt Kurden in der Türkei sind, wissen Sie, ja? Die Familie wollte Kanada erreichen, weil Aylans Tanta seit 20 Jahren dort lebt und arbeitet. Sie hofften, dort ein neues Leben aufbauen zu können.

Selbst das Foto eines dreijährigen Kindes, das tot am Strand liegt, kann Sie nicht davon abhalten, die Vertriebenen zu beschuldigen. Ekelhaft. Sie sind definitiv ein hoffnungsloser Fall.
Der...
tote Flüchtlingsjunge ist ein toter Junge, der wie zigtausende andere Kinder in der Welt tagtäglich an Hunger, Krieg, Armut, Krankheit sterben.
Die Schuldigen sind in diesem Fall seine Eltern, die in unverantwortlicher und egoistischer Weise mit ihm das Mittelmeer in einem Schlauchboot o.ä. überqueren wollten, da ihnen die Türkei und die dortige Unterstützung (Sozialleistungen) nicht gut genug war.
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