Tour de France: Nazon löst McGee als Leader ab
publiziert: Mittwoch, 9. Jul 2003 / 00:05 Uhr

In der 3. Etappe der Tour de France haben sich abermals die Sprinter in Szene gesetzt. Alessandro Petacchi (It) verbuchte in Saint-Dizier seinen zweiten Tagessieg, Jean-Patrick Nazon (Fr) löste dank Zeitgutschriften Bradley McGee (Au) als Leader ab.

Stuart O`Grady, Robbie McEwen und Jean Patrick Nazon.
Stuart O`Grady, Robbie McEwen und Jean Patrick Nazon.
Obschon Weltmeister und Starsprinter Mario Cipollini am bedeutendsten Velonrennen nicht teilnehmen darf, ist ein Italiener der endschnellste Fahrer im Feld. Alessandro Petacchi (29) gewann nach der 1. auch die 3. Etappe.

Wieder ein Sturz

Er setzte sich nach 167 km vor den beiden früheren Weltmeistern Romans Vainsteins (Lett) und Oscar Freire (Sp) durch. Auch das Finale in Saint-Dizier war von einem Sturz begleitet. Der Österreicher René Hasselbacher geriet in ein Rencontre mit Punkteleader Robbie McEwen (Au) und prallte gegen die Zuschauerabschrankung.

Der zwölffache Etappensieger Erik Zabel (De) landete erneut nur auf dem 4. Platz. Petacchis Mutter hatte wie Zabel (33) am Montag Geburtstag gefeiert. Am Geburtstag seiner Mutter konnte Petacchi aber nicht um den Sieg spurten, weil er in der Anfahrt zum Ziel den Anschluss verloren hatte.

Petacchi der neue Star

Petacchi war erst auf sanften Druck der Teamleitung zur Tour gestartet. Zwischen dem Giro d´Italia und der Tour de France hatte er keine Rennen bestritten. Schon im Giro 2003 hatte sich die Wachablösung von Cipollini (36) zu Petacchi abgezeichnet.

Der neue Star verbuchte insgesamt sechs Etappensiege und wies Cipollini bis zu dessen verletzungsbedingten Ausscheiden in den Sprints mehrmals in die Schranken.

Nazons Revanche

Der neue Gesamterste Jean-Patrick Nazon (26) gehört ebenfalls zur Garde der endschnellen Fahrer. In den Bonifikationssprints nach 30 (2.), 74 (1.) und 144 km (2.) ergatterte der Franzose unterwegs insgesamt 14 Sekunden Zeitgutschrift und schaffte den Sprung vom 6. Gesamtrang an die Spitze.

Die Basis zum weitaus grössten Erfolg seiner Karriere hatte Nazon schon 24 Stunden zuvor gelegt, als er dank dem 2. Etappenrang 12 Sekunden Bonifikation erhielt.

Nazon noch letztes Jahr ausgemustert

Nazon war bereits als 20-Jähriger Profi geworden, fuhr während sechs Jahren stets für das Team "La Française des Jeux", wurde Ende 2002 aber mangels Leistungsausweis ausgemustert. "Ich stand Anfang Jahr auf der Strasse", sagte Nazon.

Unterschlupf fand er schliesslich bei der bescheidenen Equipe "Jean Delatour", die sich nur dank einer "Wildcard" und auf Kosten von Cipollinis Squadra für die Tour de France qualifizierte.

"Ich kann es kaum glauben. Letztes Jahr musste ich zuschauen, heute bin ich im Maillot jaune", sagte Nazon. Er entriss die Gesamtführung ausgerechnet seinem letztjährigen Mannschaftsgefährten McGee.

Harmonie ist alles

Nazon wird den gestrigen Abend besonders genossen haben, denn im heutigen Mannschaftszeitfahren wird er das begehrte Trikot aller Voraussicht nach wieder preisgeben müssen.

Die Anwärter auf die Spitzenplätze im Gesamtklassement stehen auf dem 69 km langen Parcours zwischen Joinville und St-Dizier erstmals auf dem Prüfstand.

Ohne den tatkräftigen Beistand ihrer Teamkollegen können jedoch auch die besten Roller nichts ausrichten. In der Zusammenstellung einer Mannschaft für die Tour de France ist die Qualität eines Fahrers in einer solchen Prüfung häufig ein sehr relevanter Faktor.

Das kollektive Leiden auf der Landstrasse

Auf den ersten 3 km sind 140 Höhenmeter zu bewältigen. Favoriten sind die Equipen von Seriensieger Lance Armstrong (US Postal) und jene des letztjährigen Gesamtzweiten Joseba Beloki (Once).

Armstrongs Team hat den Vorteil, am Schluss starten zu können. Gewinnen kann man die Tour in einem Mannschaftszeitfahren freilich nicht, sehr wohl aber verlieren wie etwa Tony Rominger 1993.

Das kollektive Leiden auf der Landstrasse fand schon in den Jahren 1927 und 1928 statt, als die Flachetappen als Mannschaftszeitfahren ausgeschrieben waren.

Von dieser reichlich skurillen Idee kamen die Organisatoren aber schnell wieder ab. Das erste Mannschaftszeitfahren der Neuzeit fand 1954 statt. Sieger wurden in Rouen die Schweizer mit Ferdi Kübler und Hugo Koblet.

Seit 1962 stehen die spektakulären Rennen regelmässig im Programm (Ausnahmen 1975 und 1996 bis 1999). Seit 2000 gewann das spanische Team Once zweimal, 2001 wurde es Zweiter.

(Daniel Good/Si)

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