Touristen müssen Quallen mehr fürchten als Haiangriffe
publiziert: Mittwoch, 8. Aug 2012 / 18:16 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 8. Aug 2012 / 23:23 Uhr
Quallen töten aber jedes Jahr rund hundert Menschen. (Symbolbild)
Quallen töten aber jedes Jahr rund hundert Menschen. (Symbolbild)

Paris - Nachdem vor der australischen Westküste seit September bereits fünf Menschen durch Haiattacken gestorben sind, wird nun über eine Aufhebung des Artenschutzes debattiert. Dabei geben Experten Entwarnung: Durch Haie kommen deutlich weniger Menschen ums Leben als durch andere Tiere - etwa Quallen.

Wir setzen uns für die Verbesserung der Qualität von Tierheimen und Tierschutzprojekten im In- und Ausland ein.
5 Meldungen im Zusammenhang
50 bis 100 Haiattacken mit durchschnittlich zehn Todesopfern zählt die International Shark Attack File, die wichtigste Datenbank für Haiangriffe, jedes Jahr. «Quallen töten aber jedes Jahr rund hundert Menschen», sagt der Leiter des ozeanographischen Instituts von Monaco, Robert Calcagno, zur Nachrichtenagentur afp.

Den Statistiken zufolge sterben an Schlangenbissen pro Jahr 100'000 Menschen, Skorpione sind für 5000 Todesfälle verantwortlich und Elefanten töten jährlich 600 Menschen. Doch Haiangriffe, von denen es heute doppelt so viele gibt wie noch in den 80er Jahren, werden mit besonderer Aufmerksamkeit registriert. Hauptsächlich drei Haiarten sind es, die Menschen attackieren: der berühmte Weisse Hai, der Tigerhai und der Bullenhai.

Im Ferienparadies La Réunion vor der ostafrikanischen Küste, kam es im vergangenen Jahr zu zahlreichen Attacken. Zuletzt starb im Juli ein junger Surfer. Am Montag gaben nun die Behörden aus «wissenschaftlichen Gründen» rund zwanzig Bullen- und Tigerhaie zum Fang frei.

Experten sehen in der zunehmenden Begeisterung für Wassersportarten wie Surfen einen möglichen Grund dafür, dass die Angriffe der Meerestiere weltweit zunehmen. Durch die Überfischung der Meere könnten die Haie zudem zur Nahrungssuche in Gebiete vordringen, in denen sie bisher nicht vorkamen.

Hai-Bestand schrumpft

Dabei geht der Hai-Bestand weltweit zurück: 30 bis 70 Millionen Tiere werden jedes Jahr gefangen - vor allem, um die Nachfrage in Asien zu befriedigen. Dort gelten die Haiflossen als Aphrodisiakum. Einige Arten sind sogar vom Aussterben bedroht, was wiederum die Unterwasserwelt aus dem Gleichgewicht zu bringen droht.

«Die Haie sind unerlässlich für das Ökosystem der Meere», sagt Philippe Vallette, Leiter des Meeresmuseums Nausicaa im französischen Boulogne-sur-mer. «Wenn sie aussterben, fehlen die grössten Meeresräuber, die wiederum die kleineren Räuber unter ihnen fressen», erläutert der Meeresforscher.

Wenig Wissen über Verhalten

Um den Menschen die Angst vor den Haien zu nehmen, schlägt Vallette vor, das Verhalten der Tiere erst einmal näher zu erforschen. Auch die Surfer müssten besser darüber informiert werden, welche Tageszeiten oder Wassertrübungen sie besser meiden sollten.

«Man muss vernünftiger sein und lernen, mit der Natur umzugehen», fordert Catherine Vadon, Dozentin am Naturhistorischen Museum in Paris. Die Meeresforscherin bedauert, dass die Behörden von La Réunion als Reaktion auf die Haiattacken zwanzig Tiere «ausrotten» wollen.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Saint-Denis - Vor der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean ist die Jagd auf Haie eröffnet: Nach mehreren ... mehr lesen
Solche karibischen Riffhaie machen den Bewohnern der Insel Angst.
Sydney - Vor der Westküste Australiens ist erneut ein Taucher von einem Hai angegriffen und getötet worden. Der Vorfall liess Rufe nach der Tötung von Haien in Küstennähe laut werden. mehr lesen 
Saint-Denis - Vor der Küste der Insel Réunion im Indischen Ozean hat ein Hai einen Surfer angegriffen und ihm ein Bein zur Hälfte abgerissen. Der Unfall ereignete sich am Samstagabend in Saint-Gilles, einem touristischen Badeort der zu Frankreich gehörenden Insel, wie die Feuerwehr am Sonntag mitteilte. mehr lesen 
Die Meereserwärmung wirkt sich seit einigen Jahren negativ aus.
Paris - Alptraum für Strandurlauber: Angesichts von Überfischung und Klimawandel werden Feuerquallen an den Mittelmeerküsten ... mehr lesen
Barcelona - Seit Anfang Juni sind an den Stränden der spanischen Region Katalonien nach Angaben des Roten Kreuzes mehr als 10 000 Menschen von Quallen verletzt worden. mehr lesen
Die Quallen überschwemmen die Strände Spaniens.
Mehr Menschlichkeit für Tiere
Seriöser Einsatz für das Wohl der Tiere
Im März 2014 tötete der Wolf eine Rothirschkuh bei Rosenheim in Oberbayern.(Symbolbild)
Im März 2014 tötete der Wolf eine Rothirschkuh ...
Nach Deutschland  Luzern - Ein Wolf italienischer Abstammung ist vom Kanton Uri nach Bayern weitergewandert. Dies haben Genanalysen ergeben. Jetzt soll sich das Tier in der Nähe von München aufhalten. 
Erstmals riss ein Wolf in der Bündner Herrschaft Schaafe. (Symbolbild)
Bündner Herrschaft erstmals von Wolf besucht Maienfeld GR - Wölfe lassen sich in Graubünden in immer mehr Regionen blicken - neu auch in der Bündner Herrschaft bei ...
Experimente mit akustischen Playbacks  Wien - Kolkraben können die Beziehungen anderer Artgenossen zueinander einschätzen.  
Raben sind schlaue Tiere.
Kristen Stewart.
Wolf gewinnt gegen Vampir  Schauspielerin Kristen Stewart (24) hat ein ganz besonderes Geschenk von ihrer ...  
Rundschau-Journalist Sandro Brotz: Verteidigte die Ehre von SRF.
Regula Stämpfli seziert jeden Mittwoch das politische und gesell- schaftliche Geschehen.
Regula Stämpfli
Konzeptwagen VW Golf R400: Im Stau mit 400 PS.
Patrik Etschmayers exklusive Kolumne mit bissiger Note.
Patrik Etschmayers
Chinesische Rentner: In zehn Jahren von 200 auf 300 Millionen; ein schnell wachsendes Problem.
Peter Achten zu aktuellen Geschehnissen in China und Ostasien.
Peter Achten
Doris Leuthard: «Christliche» Bundesrätin, die kein Problem hat, wenn mehr als 20% ihrer Bevölkerung zu Terroristen erklärt werden... Hauptsache das Geld stimmt.
Skeptischer Blick auf organisierte und nicht organisierte Mythen.
Freidenker
Wir setzen uns für die Verbesserung der Qualität von Tierheimen und Tierschutzprojekten im In- und Ausland ein.
Übrigens: Hier könnte auch Ihr Unternehmen gefunden werden.
Erfassen Sie zuerst Ihr kostenloses Firmenporträt! Mit dem Firmenporträt präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Dienstleistungen schnell und einfach auf dem wichtigsten KMU-Marktplatz der Schweiz.
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
16.04.2014
15.04.2014
B BERYL DJ Logo
15.04.2014
14.04.2014
14.04.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
Seite3.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 8°C 15°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 6°C 15°C leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 8°C 18°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 8°C 20°C leicht bewölkt leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
Luzern 8°C 20°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 9°C 21°C leicht bewölkt bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Lugano 10°C 23°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten