Enttäuschung für Françoise Burdet und Katharina Sutter
Tränen statt Medaille: Frauenbob fehlten 5/100 Sekunden
publiziert: Mittwoch, 20. Feb 2002 / 06:30 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 20. Feb 2002 / 14:14 Uhr

Salt Lake City - Und wieder ist eine Schweizer Medaillenhoffnung dahin. Im ersten olympischen Bobrennen für Frauen haben Françoise Burdet und Katharina Sutter eine Medaille um 0,05 Sekunden verpasst. Der schwache Start wurde den Schweizerinnen zum Verhängnis.

Gold holte die Amerikanerin Jill Bakken vor den beiden deutschen Steuerfrauen Sandra Prokoff und Susi Erdmann.

Es war von vornherein klar: Nur mit zwei Fahrten nahe der Perfektion wäre für Burdet (34) und Anschieberin Sutter (33) der Gewinn einer Medaille möglich gewesen. Denn am Start sind die Schweizerinnen das eindeutig schwächste Duo in der Weltspitze. Die entscheidenden Hundertstel liess Burdet schon im ersten Durchgang liegen, als der Schweizer Bob auf der längsten Gerade von der Ideallinie geriet und gegen die Bande schlug.

Die Reprise bewältigte Burdet 22 Hundertstelsekunden schneller als Dritte, aber da war es schon zu spät. Den Rückstand von 0,09 Sekunden aus dem ersten Durchgang auf die drittklassierte Erdmann vermochte die Steuerfrau mit Wurzeln in der Waadt nur noch knapp zu halbieren. "Im zweiten Lauf haben wir gezeigt, dass wir eine Medaille hätten gewinnen können. Es ist schon hart, so knapp zu verlieren", sagte Burdet und brach in Tränen aus.
Sie sei ob der ungewohnt grossen Zuschauerkulisse und dem Stellenwert des Rennens keineswegs nervöser als sonst gewesen. "Die erste Fahrt war schon in Ordnung, aber leider nicht so gut wie die zweite", sagte Burdet weiter. Der Spitzensport selektioniere nun mal extrem: "Im letzten Jahr gewann ich die Weltmeisterschaft mit zwei Hundertsteln Vorsprung, da waren andere enttäuscht. Es braucht für den Erfolg eben auch etwas Glück, und das fehlte uns heute."

Burdet war bis zur Aufnahme des Bobsports für Frauen ins olympische Programm 1999 die überragende Fahrerin. Seither freilich investierten insbesondere die Verbände der USA und Deutschlands sehr viel, um ihre Frauen in Salt Lake City aufs Podest zu bringen. Auch Burdet hat den Aufwand im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2002 erheblich gesteigert, insbesondere im athletischen Bereich.

Als sie vor zehn Jahren mit dem Bobsport angefangen hatte, wog sie gut 50 kg, zum olympischen Rennen startete sie mit fast 70 kg Körpergewicht. "Wir haben so viel investiert, auch Geld, deshalb ist diese Niederlage so bitter. Ich wüsste nicht, in welchem Bereich ein noch grösserer Aufwand möglich gewesen wäre." An den Olympischen Spielen 2006 in Turin werde sie sicher nicht mehr dabei sein, über das Karrierenende wollte sich Burdet nach dem Rennen aber keine Gedanken machen.

Anschieberin Flowers erste farbige Wintersport-Olympiasiegerin

Siegerin Bakken (25) war insbesondere stolz darauf, die erste olympische Bobmedaille für die USA seit 1956 gewonnen zu haben. Bakken begann schon als 17-Jährige mit Bobfahren, wollte ihre Karriere nach vielen Verletzungen vor drei Jahren jedoch beenden. Als Bob für Frauen olympische Disziplin wurde, kam sie aber auf ihren Entscheid zurück. Ihre Anschieberin Vonetta Flowers (28), eine ehemalige Weitspringerin, wurde als erste Sportlerin mit schwarzer Hautfarbe Winter-Olympiasiegerin. Favoritin Prokoff (26) vergab Gold durch einen schweren Fehler im ersten Durchgang. Erdmann (33) holte an ihren vierten Olympischen Spielen nach Silber und Bronze im Schlitteln nun Bronze mit dem Bob.

Olympiasiegerin Bakken sass nur im zweiten US-Schlitten. Die Favoritin der Einheimischen war Jean Racine, deren Bremserin Gea Johnson sich aber im Training verletzte, aber auf den ihr zugesicherten Olympia-Start bestand. Johnson brachte den Bob zwei Mal nur hinkend in Schwung und verliess das Ziel an Krücken.

(von Daniel Good, Park City /sda)

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