Komplikationen mit Diabeteserkrankung
Tribe Called Quest-Rapper Phife Dawg gestorben
publiziert: Mittwoch, 23. Mrz 2016 / 19:30 Uhr

New York - Klug und lässig texteten sich A Tribe Called Quest durch die 90er Jahre und färbten den Hip Hop der US-Ostküste. Phife Dawgs hohe Stimme war unverkennbar. Mit dem Tod des Rappers verlieren Anhänger des alten East Coast Rap einen ihrer lyrischen Helden.

Phife Dawg, Rapper und Gründungsmitglied des Hip Hop-Trios A Tribe Called Quest, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 45 Jahren, wie die «New York Times» am Mittwoch unter Berufung auf die Familie und den Manager von Phife Dawg berichtete.

Die Ursache seines Todes in San Francisco waren demnach Komplikationen mit einer Diabeteserkrankung. Zuerst hatte das «Rolling Stone»-Magazin von Phife Dawgs Tod berichtet.

Zusammen mit Rapper Q-Tip, den Phife Dawg aus Kindheitstagen kannte, und DJ Ali Shaheed Muhammad wurde das 1988 im New Yorker Stadtteil Queens gegründete Trio massgebend im Ostküsten-Rap der 1990er Jahre. Mit seiner hohen Stimme und seinem schroffen Stil setzte Phife Dawg sich von seinem tiefer und weicher rappenden Kollegen Q-Tip ab. Gelegentlich steuerte Rapper Jarobi White ebenfalls Texte bei.

Die fünf Alben von A Tribe Called Quest prägten den positiven, jazzigen und von intelligentem Wortwitz genährten Klang der Ostküste.

Diesen East Coast Rap beeinflussten auch Gruppen wie De La Soul, Brand Nubian, Gang Starr und die Fugees, während sich an der Westküste ein Gangster-Stil entwickelte, der sich oft härterer Posen bediente. Zu den bekanntesten Stücken von A Tribe Called Quest zählen «Can I Kick It?», «Bonita Applebum» und «Scenario».

Schon länger krank

Phife Dawg, der mit bürgerlichem Namen Malik Taylor hiess, erfuhr 1990 von seiner Krankheit und rappte einmal: «Wann hast Du zum letzten Mal einen funky Diabetiker gehört?» 2008 musste er sich einer Nierentransplantation unterziehen. «Es ist wirklich eine Krankheit», sagte er in einer 2011 veröffentlichten Dokumentation. «Schlicht wie Drogen. Ich bin einfach von Zucker abhängig.»

Ende der 1990er löste sich die Gruppe auf. Vergangenen November kam sie für einen Auftritt in der «Tonight Show» zusammen - es war ihr erster TV-Auftritt seit 15 Jahren.

«Phife Phorever», schrieb Roots-Schlagzeuger Questlove auf Instagram in Gedenken an Phife Dawg. Public Enemy-Rapper Chuck D twitterte: «Rest in Beats» (etwa: Ruhe in Beats).

Auch Schauspieler und Comedian Chris Rock verbreitete ein Foto in Gedenken an den Musiker. Rapper Kendrick Lamar zollte Phife Dawg zum Ende eines Konzerts in Sydney Tribut, als er Tausende Zuschauer dazu animierte, den Namen des Verstorbenen zu rufen.

(arc/sda)

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