Firmen büssen für Alkohol am Arbeitsplatz
Trinken während der Arbeit kommt Firmen teuer zu stehen
publiziert: Dienstag, 1. Feb 2011 / 11:27 Uhr
Das Bier sollte bis zum Feierabend warten.
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Bern - Wer vor oder während der Arbeit Alkohol trinkt, leistet weniger. Erstmals haben Experten nun für die Schweiz berechnet, wie teuer dies die Arbeitgeber zu stehen kommt. Problematischer Alkoholkonsum am Arbeitsplatz verursacht demnach jährlich Kosten von einer Milliarde Franken.

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Der grösste Teil davon - vier Fünftel - entfällt auf Produktivitätseinbussen, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag in einem Communiqué schreibt. Menschen, die während der Arbeit trinken, leisten gemäss Studie rund 15 Prozent weniger als nüchterne Personen. Neben der entgangenen Produktivität führt der problematisch Alkoholkonsum auch zu Kosten wegen vermehrter Absenzen sowie wegen Unfällen.

70'000 Betroffene

Bestellt wurde die Studie vom BAG und der Unfallversicherungsanstalt Suva bei der Beratungsfirma Polynomics. Deren Experten befragten Personalverantwortliche von 1300 Firmen. Ein Drittel davon gab an, Mitarbeitende mit einem problematischen Alkoholkonsum zu beschäftigen.

Von den Angestellten der 1300 befragten Firmen sind laut BAG 2 Prozent von Alkoholproblemen betroffen. Hochgerechnet auf die 3,5 Millionen Erwerbstätigen in der Schweiz entspricht dies etwa 70'000 Personen.

Am stärksten betroffen sind das Gast- und das Baugewerbe mit 5,1 respektive 3,9 Prozent Betroffener. Am wenigsten solcher Personen gibt es gemäss Studie in der öffentlichen Verwaltung und im Schulwesen mit einem Anteil von 0,5 Prozent.

Wenig verbreitete Präventionsprogramme

Stärker betroffen sind auch kleinere Unternehmen mit 10 bis 20 Mitarbeitenden. Personalverantwortliche solcher Firmen gaben mehr als doppelt so oft an, Angestellte mit Alkoholproblemen zu beschäftigen. Ein Grund dafür könnte gemäss Studie sein, dass die Personalverantwortlichen in engerem Kontakt zu den Angestellten stehen als in grossen Firmen.

26 Prozent der Unternehmen, die solche Menschen beschäftigen, verfügen über ein Präventionsprogramm, bei 10 Prozent ist ein solches in Planung. Im Vordergrund stehen dabei Alkoholverbote vor oder während der Arbeit, beschränkter Zugang zu Alkohol am Arbeitsplatz sowie Beratung.

(dyn/sda)

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