Trotz Billigrevision keine Schuld an tödlichem Liftunfall
publiziert: Montag, 14. Okt 2002 / 12:21 Uhr

Lausanne - Ein Verwaltungsrat und ein Liegenschaftsverwalter sind unschuldig an einem tödlichen Liftunfall von 1999 im Kanton Aargau. Laut Bundesgericht kann ihnen nicht vorgeworfen werden, dass sie nur eine Billigrevision durchführen liessen.

Der Liftunfall hatte sich im August 1999 erreignet. Ein zehnjähriges Mädchen war erdrückt worden, nachdem das Glas der Schachttüre geborsten war. Der 1955 eingebaute Lift war 1998 wieder in Betrieb genommen worden. Vier Jahre zuvor war er aus Sicherheitsgründen stillgelegt worden.

Vor der Wiederinbetriebnahme hatten der Liegenschaftsverwalter und der einzige Verwaltungsrat der Eigentümergesellschaft eine Teilrevision für 2570 Franken durchführen lassen. Auf eine Totalrevision für 45 000 Franken, bei der sämtliche Sicherheitsmängel hätten behoben werden können, wurde verzichtet.

Dieser Umstand wurde den Beiden von der Aargauer Justiz angelastet. Das Obergericht verurteilte den Verwaltungsrat im vergangenen November wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Monaten Gefängnis bedingt und 1000 Franken Busse, den Verwalter zu eineinhalb Monaten bedingt und 350 Franken Busse.

Das Bundesgericht hat ihre Beschwerden nun gutgeheissen. Der Verwaltungsrat habe als Nichtfachmann davon ausgehen dürfen, dass sich das Angebot für die Billigrevision auf Reparaturarbeiten bezogen habe, die eine den Sicherheitsregeln genügende Wiederinbetriebnahme des Lifts erlauben würden, hielt es fest.

Der verantwortliche Liegenschaftsverwalter als Architekt habe ebenfalls nicht damit rechnen müssen, dass der Lift nach den von Spezialisten durchgeführten Arbeiten eine Gefahr für die Benutzer darstellen würde.

(sda)

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