Trotz Drohung: Iranische Opposition demonstriert wieder
publiziert: Sonntag, 20. Feb 2011 / 19:10 Uhr
Mir-Hossein Mussawi und Mehdi Karubi hatten zu der Demonstration aufgerufen.
Mir-Hossein Mussawi und Mehdi Karubi hatten zu der Demonstration aufgerufen.

Teheran - Trotz Drohungen der iranischen Führung haben sich mehrere hundert Anhänger der Opposition am Sonntag zu Protesten in der Hauptstadt Teheran versammelt. Die Polizei ging mit Tränengas und Knüppeln gegen die Demonstranten vor.

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Nach Berichten der Opposition wurden zahlreiche Demonstranten festgenommen, unter ihnen auch die Tochter des Ex-Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani.

Hunderte Anhänger der «Grünen Welle» hatten sich an mehreren Plätzen der Hauptstadt versammelt. Sie hätten «Allah Akbar» (Gott ist der Grösste) gerufen, berichteten die Oppositionswebsites Kaleme und Sahamnews.

Berichterstattung verboten

Während ausländischen Korrespondenten die Berichterstattung über Versammlungen der Opposition untersagt ist, berichtete die regierungsnahe Nachrichtenagentur Fars, dass die Situation in der Hauptstadt «vollkommen ruhig» geblieben sei.

«Die Ordnungskräfte haben die Situation vollkommen unter Kontrolle, und es wurde von keinem Zwischenfall berichtet. Teheran ist völlig ruhig», hiess es von der Agentur. Der Chef der Teheraner Verkehrspolizei, Hossein Rahimi, sagte, es gebe «wegen der Präsenz der Ordnungs- und Spezialkräfte dichten Verkehr» in der Hauptstadt.

Offenbar weiterer Demonstrant getötet

Die Opposition hatte zu den neuerlichen Protesten aufgerufen, um damit an den Tod zweier Demonstranten zu erinnern, die am Montag bei Protesten getötet worden waren.

Bei einem Polizei-Einsatz soll am Sonntag ein weiterer Mensch getötet worden sein. Wie Websites der Opposition meldeten, wurde ein junger Mann am Haft-Tir-Platz im Zentrum der iranischen Hauptstadt erschossen.

Mussawis und Karubis Tod gefordert

Zu der ersten Demonstration seit einem Jahr hatten vor einer Woche massgeblich der Oppositionsführer und Ex-Regierungschefs Mehdi Mussawi und Ex-Parlamentspräsident Hossein Karubi aufgerufen.

Während einer Parlamentsdebatte forderten am Dienstag regierungstreue Abgeordnete den Tod der beiden. Mussawi und Karubi stehen seitdem unter Hausarrest. Am Samstag hatten die Behörden eine strikte Warnung vor jeglichem neuen «illegalen» Demonstrationsversuch ausgesprochen.

(fest/sda)

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