Überlebende leiden an Schwäche, Gedächtnisverlust und Depressionen
Trotz Heilung: Ebola-Folgen zerstören Gesundheit
publiziert: Donnerstag, 25. Feb 2016 / 21:30 Uhr
Überlebende klagen über Gesundheitsprobleme. (Archivbild)
Überlebende klagen über Gesundheitsprobleme. (Archivbild)

Die meisten Überlebenden einer Ebola-Infektoon haben langfristige Gesundheitsprobleme. Studien der National Institutes of Health in Liberia haben gezeigt, dass viele der Betroffenen sechs Monate nach der Entlassung aus den Betreuungseinrichtungen unter Schwäche, Gedächtnisverlust und Symptomen einer Depression litten. Andere Patienten waren direkt selbstmordgefährdet oder hatten immer noch Halluzinationen.

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Mehr als 17.000 Menschen in Westafrika haben Ebola überlebt. Die auf der Jahrestagung der Academy of Neurology präsentierten Ergebnisse sind die ersten eines gross angelegten Forschungsprojekts zu den langfristigen Gesundheitsproblemen. Die erste Analyse von 82 Überlebenden hat gezeigt, dass die meisten auf dem Höhepunkt der Infektion unter schweren neurologischen Problemen, wie einer Gehirnhautentzündung und Halluzinationen, litten oder ins Koma fielen. Nach sechs Monaten entstanden weitere langfristige Probleme. Rund zwei Drittel waren körperlich schwach. Die Hälfte hatte regelmässig Kopfschmerzen, depressive Symptome und Gedächtnisverlust.

Lauren Bowen vom National Institute of Neurological Disorders and Stroke hat diese Art von Problemen nicht erwartet. «Der Gedächtnisverlust beeinflusste den Alltag dieser Menschen. Manche hatten das Gefühl, nicht in die Schule oder in normale Jobs zurückzukehren. Manche litten unter schweren Schlafstörungen.» Eine Ebola-Infektion hat verheerende Folgen für den Körper. Manche der Symptome können sich mit der Heilung des Körpers wieder verbessern. Andere sind auf soziale Traumata zurückzuführen.

Sexuelle Übertragung des Virus

Viele Überlebende werden von ihren Familien und der Gemeinschaft ausgegrenzt. Andere Symptome wie Probleme mit den Augen legen nahe, dass es zu Schädigungen des Gehirns gekommen ist, die unter Umständen nicht mehr heilen. Auf der Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections wurden kürzlich Daten präsentiert, die Besorgnis über die sexuelle Übertragung des Virus bei Überlebenden auslösten. Bei 38 Prozent der getesteten Männer konnte das Virus zumindest einmal im Jahr nach ihrer Gesundung nachgewiesen werden. Im schlimmsten Fall wurde Ebola noch 18 Monate später nachgewiesen.

(kris/pte)

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