Trotz der Sturmkatastrophe: Wahlbüros in Birma geöffnet
publiziert: Samstag, 10. Mai 2008 / 08:03 Uhr / aktualisiert: Samstag, 10. Mai 2008 / 15:30 Uhr

Rangun - Trotz der katastrophalen Zustände nach dem Wirbelsturm «Nargis» vor einer Woche hat in Birma das umstrittene Referendum über eine neue Verfassung begonnen. In den meisten Teilen des Landes öffneten am Morgen die Wahlbüros.

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Nur in den am schwersten betroffenen Gebieten im Irawadi-Delta und Rangun wurde die Abstimmung um zwei Wochen verschoben. Vergeblich hatte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon an die Junta appelliert, sich auf die Hilfe für die hunderttausende Opfern zu konzentrieren.

Die letzten Wahlen 1990 hatte die Partei von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi mit grosser Mehrheit gewonnen. Das Ergebnis wurde von den Militärmachthabern nie anerkannt, die Oppositionsführerin verbrachte seitdem die meisten Zeit unter Hausarrest.

Während die Regierung dafür wirbt, dass die neue Verfassung den Weg zu neuen Wahlen in zwei Jahren freimacht, befürchten Kritiker, die seit 1962 regierende Junta werde ihre Kontrolle über das Land auf Jahre zementieren.

Lage wird immer prekärer

In den Katastrophengebieten wird die Lage für die Menschen immer prekärer. Vertreter der UNO und von Hilfsorganisationen warnen, es bleibe nur noch wenig Zeit, um den Ausbruch von Seuchen unter den schätzungsweise 1,5 Millionen Obdachlosen zu verhindern.

Nach wie vor lässt das Regime kaum ausländische Helfer ins Land und besteht darauf, die internationale Hilfe selbst zu verteilen. Nach massivem internationalen Druck erklärte sich die Regierung Birmas immerhin bereit, besser mit dem Ausland zusammenzuarbeiten.

Bis zu 100'000 Menschen kamen laut ausländischen Beobachtern bei dem Unwetter ums Leben. Die Vereinten Nationen beziffern die benötigte Hilfe auf 187 Millionen Dollar. Die Militärführung des abgeschotteten Landes in Südostasien machte zügige Hilfe für die Sturmopfer aber bislang unmöglich.

(dl/sda)

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