Waffenruhe in Syrien ohne Wirkung
Trotz vereinbarter Waffenruhe sterben in Syrien 300 Menschen
publiziert: Sonntag, 28. Okt 2012 / 19:30 Uhr
Wer in Syrien gegen wen kämpft, ist schon länger unklar.
Wer in Syrien gegen wen kämpft, ist schon länger unklar.

Damaskus - Trotz einer zum wichtigsten islamischen Feiertag vereinbarten Feuerpause geht das Blutvergiessen in Syrien weiter. Mehr als 300 Menschen starben nach Angaben der Opposition seit Freitagmorgen, als die Waffen anlässlich des Opferfestes Eid al-Adha ruhen sollten.

10 Meldungen im Zusammenhang
Die Waffenruhe sollte vier Tage halten. Armee und Rebellen machten die jeweils andere Seite für den Bruch des Waffenstillstands verantwortlich. Ihre jeweiligen Angaben zu den Kämpfen sind von unabhängiger Seite nicht nachprüfbar.

Landesweiten massiven Gefechten folgten am Sonntag Luftschläge der Armee auf Ortschaften im Umland von Damaskus. Die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass Kampfflugzeuge Einsätze in den Ortschaften Arbin, Samalka und Harasta geflogen seien.

Schwarzer Rauch wurde auch in der Region von Al-Ghuta gesichtet. Kämpfe gab es zudem in Idlib, Deir as-Saur, Daraa, Homs und Aleppo. In Idlib nahe der türkischen Grenze sollen auch Kampfflugzeuge im Einsatz gewesen sein.

Stundenlange Gefechte

In der Wirtschaftsmetropole Aleppo lieferten sich in der Nacht zum Samstag Rebellen und Kurden stundenlange Gefechte. Auslöser soll der Versuch von Regimegegnern gewesen sein, in den kurdisch-christlichen Stadtteil Aschrafijeh einzudringen.

Damit hätten sie gegen eine Vereinbarung mit den Kurden und den Christen der Stadt verstossen, die sich bislang aus den Gefechten herausgehalten haben. Den Berichten zufolge kamen 19 Rebellen und 11 Kurden ums Leben.

Die Kurden werfen vor allem der radikal-islamischen Al-Nusra-Front vor, den Bürgerkrieg nun auch in die neutralen Bezirke tragen zu wollen. Kurden und Christen gehören zu den Minderheiten in Syrien. Nur wenige Christen stehen auf Seiten der Opposition. Unter den Kurden gibt es Anhänger wie Gegner des Regimes.

Brahimi wie Annan erfolglos

Die syrischen Streitkräfte hatten am Donnerstag der von Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi vorgeschlagenen Feuerpause zugestimmt, sich aber vorbehalten, auf Verstösse zu reagieren. Die bewaffnete Opposition hatte sich schon vorher einverstanden erklärt, über die Feiertage die Kämpfe einzustellen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sich auch die Armee daran hält.

Beobachter betrachteten die Waffenruhe von Anfang an skeptisch. Erst im April war ein Versuch gescheitert, die Gewalt zu beenden. Damals hatte Brahimis Vorgänger Kofi Annan eine Waffenruhe ausgehandelt, die jedoch sofort wieder gebrochen wurde.

Brahimi hat sich bisher nicht dazu geäussert, wie er mit seinen Vermittlungsbemühungen nach Ablauf des - offensichtlich brüchigen - Waffenstillstands am (morgigen) Montag fortfahren will. Aktivisten sprechen von mehr als 35'000 Toten seit Beginn der Aufstände im März 2011.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Damaskus/Istanbul - Die Kämpfe in Syrien haben nach Zählung der Organisation ... mehr lesen
Die Kämpfe in Syrien haben bereits mehr als 40'000 Menschen das Leben gekostet. (Symbolbild)
Bern - Etwas abseits der medialen Aufmerksamkeit verschärft sich für die Kriegsopfer und Flüchtlinge des Syrienkonflikts die Situation in und um Syrien täglich. Die Glückskette organisiert deshalb am Dienstag, 13. November 2012 erneut einen nationalen Sammeltag. mehr lesen 
Der UNO fehlen noch mehr als die Hälfte des Budget für die Syrienhilfe.
New York - Trotz mehrfacher Aufrufe bekommen die Vereinten Nationen kaum Geld für ihre Syrienhilfe. Die Fonds für Flüchtlinge ... mehr lesen
Damaskus - Die syrische Luftwaffe hat am Donnerstag erneut Angriffe auf Vororte der Hauptstadt Damaskus und auf Dörfer ... mehr lesen
Angriffe auf Damaskus. (Archivbild)
Beirut - Kampfflugzeuge der syrischen Luftwaffe haben am Mittwoch Stellungen der ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Peking - Der internationale Sondergesandte für Syrien, Lakhdar Brahimi, hat China aufgefordert, eine «aktive Rolle» zur Lösung des ... mehr lesen
Brahimi hatte zuvor Gespräche in Moskau geführt. (Archivbild)
Die Gefechte werden fortgesetzt. (Archivbild)
Beirut - Die für Syrien vereinbarte Waffenruhe hat auch am zweiten Tag des ... mehr lesen
Istanbul/Beirut - Die Waffenruhe zum islamischen Opferfest Eid al-Adha in Syrien ist am Freitag mehrfach gebrochen worden. Bei der Explosion einer Autobombe in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind nach Angaben von Regierungsgegnern Dutzende von Menschen getötet oder verletzt worden. mehr lesen 
Damaskus - Die syrische Armee hat der vom internationalen Gesandten Lakhdar Brahimi vorgeschlagenen Waffenruhe ... mehr lesen
Die syrische Armee stellt ihre Einsätze vorübergehend ein.
Lakhdar Brahimi
Kairo - Die syrische Regierung und einige Rebellengruppen haben nach Angaben des UNO-Sondergesandten Lakhdar Brahimi ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 20
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
NATO-Generalsekretär hält Rede in Warschau  Warschau - NATO-Generalsekretär Stoltenberg sieht das Bündnis wenige Wochen vor dem ... mehr lesen 1
Die NATO sei weiterhin an einem Dialog mit Russland interessiert.
Titel Forum Teaser
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2823
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) ist in diesen Tagen an allen anderen Fornten unter Druck. ... Mi, 01.06.16 12:39
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich -1°C 3°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel Nebel
Basel -1°C 5°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel sonnig
St. Gallen -3°C 1°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern -2°C 2°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Luzern 0°C 3°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel recht sonnig
Genf 2°C 5°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel Nebel
Lugano 6°C 9°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten