Einblick in seine Prioritäten
Trump stellt NATO-Engagement der USA in Frage
publiziert: Dienstag, 22. Mrz 2016 / 06:13 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 22. Mrz 2016 / 09:13 Uhr

Washington - Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat das Engagement der Vereinigten Staaten in der NATO in Frage gestellt. In einem Gespräch mit der «Washington Post» gab Trump am Montag einen seltenen Einblick in seine aussenpolitischen Prioritäten.

3 Meldungen im Zusammenhang
Er deutete an, dass er als Präsident die Rolle der USA in der Welt deutlich zurückfahren würde. NATO-Partnern wie Deutschland will er mehr Lasten aufbürden. «Die NATO kostet uns ein Vermögen», sagte der populistische Geschäftsmann. «Ja, wir beschützen Europa mit der NATO, aber wir geben viel Geld aus.» Im Ukraine-Konflikt würden die Verbündeten der USA «nichts machen», beklagte er.

«Die Ukraine ist ein Land, das uns viel weniger betrifft als andere Länder in der NATO, und doch tragen wir die ganze Last», fuhr Trump fort. «Warum kümmert sich nicht Deutschland innerhalb der NATO um die Ukraine?»

Später betonte der Milliardär in einer Pressekonferenz, dass er Washington nicht aus der Militärallianz herausführen wolle. Allerdings bekräftigte er, dass Länder wie Deutschland ihre Sicherheit nicht mehr auf Kosten der USA bekommen sollten. «Es gibt viele Länder, die zahlen können und die viel zahlen können.» Dazu zähle auch der «Wirtschaftsriese» Südkorea.

«Atomabkommen zurücknehmen»

«Ich bestelle tausende Fernsehgeräte aus Südkorea», sagte der Favorit für die republikanische Präsidentschaftskandidatur. Doch sobald Nordkorea auch nur niese, «fangen wir an, die Schiffe, die Flugzeuge, alles andere zu schicken. Dafür erhalten wir keine angemessene Erstattung.»

In einer Rede bei der jährlichen Konferenz der proisraelischen Lobbyorganisation Aipac in Washington erklärte Trump die Rücknahme des «desaströsen» Atomabkommens mit dem Iran zu seiner «Priorität Nummer eins». Der Präsidentschaftsbewerber kündigte zudem an, im Falle eines Wahlsiegs Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv in die «ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes» zu verlegen.

Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern im Rahmen der «schwachen und inkompetenten» UNO lehnte er ab. «Die Konfliktparteien selbst müssen eine Lösung aushandeln», sagte er. Die USA könnten eine Vermittlerrolle spielen, aber niemand dürfe Israel aufzwingen, was es zu tun habe.

«UNO kein Freund der Demokratie»

«Die Vereinten Nationen sind kein Freund der Demokratie. Sie sind kein Freund der Freiheit. Sie sind nicht einmal ein Freund der Vereinigten Staaten», sagte er. «Und mit Sicherheit sind sie kein Freund Israels.»

In seinem Gespräch mit der «Washington Post» enthüllte Trump die Namen mehrerer Berater, die allenfalls am Rande des aussenpolitischen Establishments in Washington verortet sind. Als seinen Anti-Terror-Berater stellte Trump den libanesischstämmigen Politikprofessor Walid Phares vor, der an einer kleinen Privatuniversität in Washington lehrt und als TV-Experte tätig ist.

Im Verteidigungsbereich steht ihm der pensionierte General Keith Kellogg zur Seite, der nach dem US-Einmarsch im Irak im Jahr 2003 für einige Monate in leitender Funktion an der Übergangsverwaltung für das Zweistromland beteiligt war. Ebenfalls auf der Liste stehen die industrienahen Energieexperten Carter Page und George Papadopoulos.

Ausserdem nannte Trump den ehemaligen Pentagon-Generalinspekteur Joe Schmitz, der laut «Washington Post» später unter anderem bei der umstrittenen US-Sicherheitsfirma Blackwater arbeitete. Für den wenig bekannten konservativen Think-Tank Center for Security Policy verfasste er einen Bericht mit dem Titel «Scharia - die Bedrohung für Amerika». Geleitet wird das aussenpolitische Team laut «Washington Post» vom republikanischen Senator Jeff Sessions aus Alabama.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Grossvaterglück mitten im Wahlkampf für Donald Trump: Seine Tochter Ivanka hat am Ostersonntag einen ... mehr lesen
Donald Trump.
In letzter Zeit führen Wahlkampfauftritte des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump zu Ausschreitungen zwischen seinen Fans und Gegnern.
New York - Bei einem Wahlkampfauftritt des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump ist es erneut zu ... mehr lesen
CNN-News Noch ist absolut nichts sicher, doch es ist mittlerweile eine absolut realistische und alarmierende Möglichkeit geworden: ... mehr lesen
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
Der endgültige Präsidentschaftskandidat wird ...
Parteikonvent im Juli  Seattle - Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat sich bei einer Vorwahl im US-Bundesstaat Washington weitere Delegierte für den Parteitag im Juli geholt. 
Schätzungen zufolge befinden sich in den USA mehr als 300 Millionen Schusswaffen in Privathaushalten.
US-Waffenlobby NRA stützt Trump Washington - Für seine voraussichtliche Präsidentschaftskandidatur hat der Republikaner Donald Trump die Unterstützung der mächtigen ...
Oberste Rat einigt sich einstimmig  Kabul - Die afghanischen Taliban haben Mullah Haibatullah Achundsada zu ihrem neuen Chef ernannt. Darauf ...  
Afghanischer Geheimdienst und Regierung melden Tod von Talibanchef Washington - Der afghanische Geheimdienst NDS und der Regierungsgeschäftsführer ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    Deutschland... ist eines der wenigen Länder, das sich enorm mit der Integration der ... heute 13:42
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    Der... Grund für die Misere liegt ganz woanders und ist im Prinzip sehr ... gestern 11:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    "Flüchtlingslager-Räumung" Gut für die Einwohner von Idomeni, die nun bald ihr Leben, ihre ... gestern 10:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1760
    Im letzten Moment die Kurve gekriegt! Den Oesterreichern herzlichen Glückwunsch! Unter den Rechten gehts ... Mo, 23.05.16 18:01
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    R. Erdogans... Berater Burhan Kuzu sandte bereits am 10. 5. 2016 eine Drohung gen EU, ... Mo, 23.05.16 17:21
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    In... Syrien gibt es einen Krieg im Krieg. Es herrscht in Syrien schon lange ... Mo, 23.05.16 15:16
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    Das... war nur eine weitere Gelegenheit für Herrn A. Mazyek, sich wichtig zu ... Mo, 23.05.16 14:37
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3934
    Wenn... die Türkei sich nicht an die Abmachungen hält, gibt es keine ... Mo, 23.05.16 11:44
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 7°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 10°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 6°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Bern 4°C 21°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 8°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Genf 5°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 12°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten