Tschads Ex-Präsident kommt vor Gericht
publiziert: Sonntag, 2. Jul 2006 / 23:02 Uhr

Banhul - Der Ex-Präsident des Tschad, Hissène Habré, soll im Senegal wegen schwerer Menschenrechtsvergehen vor Gericht gestellt werden.

Hissène Habré.
Hissène Habré.
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Diesen Entscheid trafen die Staatschefs der Afrikanischen Union (AU) an ihrem Gipfeltreffen in Gambias Hauptstadt Banjul. Senegals Präsident Abdoulaye Wade gab den Beschluss bekannt. Senegal hatte sich lange dagegen gesperrt, Habré, der dort seit seinem Sturz vor 15 Jahren im Exil lebt, vor Gericht zu stellen. Ein Sprecher der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch begrüsste die Entscheidung.

Mit ihrer Entscheidung wandten sich die AU-Staatschefs gegen ein Ersuchen Brüssels, den Ex-Diktator in Belgien vor Gericht zu stellen. Die belgische Justiz will Habré wegen Vergehen während seiner Amtszeit von 1982 bis 1990 den Prozess machen.

Systematische Folterungen

In Belgien gibt es ein Gesetz, dass der nationalen Justiz die Strafverfolgung bei Vergehen gegen die Menschlichkeit wie Folter oder Völkermord ermöglicht, auch wenn die Taten ausserhalb des Landes verübt wurden.

Habré wird unter anderem vorgeworfen, er habe tausende Gegner systematisch foltern und töten lassen. Im vergangenen Jahr war der Ex-Präsident in Senegal verhaftet worden.

Taylor verhaftet

Erst kürzlich war der frühere liberianische Machthaber Charles Taylor verhaftet und nach Den Haag geflogen worden, wo er sich vor Gericht verantworten muss.

(ht/sda)

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