Türke wegen Mordes zu 17 Jahren verurteilt
publiziert: Freitag, 22. Aug 2008 / 19:47 Uhr

Bern - Ein 50-jähriger Türke ist in Bern wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 17 Jahren verurteilt worden. Er hatte 1994 in Bern einen Landsmann erschossen.

Das Opfer wurde aus nächster Nähe mit vier Schüssen von hinten getötet.
Das Opfer wurde aus nächster Nähe mit vier Schüssen von hinten getötet.
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Der Präsident des Kreisgerichts Bern-Laupen, Jean-Pierre Vicari, sah es als erwiesen an, dass der Verurteilte den damals 29-jährigen Türken an der Könizsstrasse aus nächster Nähe mit vier Schüssen von hinten tötete: «Die kaltblütige Tat trägt die Handschift einer Exekution», sagte Vicari.

Das Motiv bleibe auch 14 Jahre nach der Tat weiterhin im Dunkeln. Der Täter weist bis heute die Schuld von sich.

Laut Gericht kommt möglicherweise eine politisch motivierte Tat in Frage. Sowohl das Opfer als auch der Täter standen der MLSPB, einer militanten linksgerichteten türkischen Organisation, nahe.

Das Gericht stützte sein Urteil vor allem auf die Glaubwürdigkeit der Zeugenaussagen. Am Tatort waren indes keine Spuren des Angeschuldigten zu finden. Die Wittwe des Opfers hatte von zu Beginn an gesagt, dass der 50-Jährige der Täter sei. Sie hatte die Tat aus nächster Nähe miterlebt.

Der Verurteilte muss alle Verfahrenskosten zahlen. Das sind insgesamt rund 53'000 Franken. Zudem muss er der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern rund 252'858 Franken zurückzahlen, welche die Behörde der Wittwe an Schadensersatz- und Genugtuungsgeldern geleistet hat.

(smw/sda)

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