Türkei kritisiert Untätigkeit der UNO
publiziert: Samstag, 13. Okt 2012 / 20:05 Uhr
Der türkische Premier Erdogan wirft der UNO Untätigkeit vor
Der türkische Premier Erdogan wirft der UNO Untätigkeit vor

Istanbul - Im Grenzkonflikt zwischen Syrien und der Türkei wirft Ankara der UNO Handlungsunfähigkeit vor. So wie die UNO vor 20 Jahren tatenlos dem Morden auf dem Balkan zugesehen hätten, so sprachlos sei sie angesichts der Syrien-Krise, sagte Premier Recep Tayyip Erdogan.

4 Meldungen im Zusammenhang
«Es gibt eine Einstellung, die (den syrischen Präsidenten Baschar Al-) Assad ermutigt, ihm grünes Licht gibt, jeden Tag Dutzende oder Hunderte Menschen zu töten», sagte Erdogan an einer Konferenz am Samstag in Istanbul. Der Sicherheitsrat habe in die Katastrophe, die sich in Syrien abspiele, nicht eingegriffen, «trotz all unserer Bemühungen».

Die Türkei wirbt seit längerem für eine ausländische Intervention in dem Konflikt. Das Nachbarland spricht sich insbesondere für die Errichtung einer Flugverbotszone in Syrien aus.

Brahimi zu Gesprächen in Istanbul

Erdogan äusserte sich wenige Stunden vor politischen Gesprächen seines Aussenministers Ahmed Davutoglu mit UNO-Vermittler Lakhdar Brahimi. Brahimi sprach auch mit dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Der Algerier, der seit dem 1. September Sondergesandter der UNO und der Arabischen Liga für Syrien ist, tritt für eine politische Lösung des Konflikts ein. Er hatte sich am Vortag bereits mit dem saudischen König Abdullah in Dschidda getroffen, um über die Krise zu beraten.

Deutschlands Aussenminister Guido Westerwelle reiste am Samstag ebenfalls zu einem Treffen mit Davutoglu nach Istanbul. Er forderte seinen türkischen Amtskollegen auf, die bisherige «besonnene Haltung» fortzusetzen. Westerwelle sprach auch mit dem Vorsitzenden des syrischen Nationalrates, Abdel Baset Seida.

Syrien schlägt Sicherheitsausschuss vor

Zwischen der Türkei und Syrien hat sich der Ton in den vergangenen Tagen deutlich verschärft. Im türkischen Grenzgebiet schlagen immer wieder Granaten aus Syrien ein. Die Türkei feuert zurück.

Die Beziehungen sind zudem belastet, weil die Türkei am Mittwoch ein syrisches Passagierflugzeug auf dem Weg von Moskau nach Damaskus zur Landung in Ankara zwang. An Bord sollen Rüstungsgüter gewesen sein, die angeblich in Russland geladen worden waren.

Nach all den Zwischenfällen an der Grenze der beiden Länder schlug Syrien nun einen gemeinsamen Sicherheitsausschuss mit der Türkei vor. Dieser solle einen Mechanismus festlegen, um die Sicherheit auf beiden Seiten der Grenze wiederherzustellen und zugleich die Souveränität beider Länder zu gewährleisten, erklärte Syriens Aussenministerium am Samstag.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Istanbul - Im Grenzgebiet der Türkei zu Syrien ist am Montag erneut eine Granate aus Syrien eingeschlagen. Das Panzerfaustgeschoss sei am Morgen in Ceylanpinar nahe einem Büro der Landwirtschaftsverwaltung explodiert, berichteten türkische Fernsehsender. mehr lesen 
Beirut/Istanbul - Syrien verbietet der Türkei Flüge von Passagiermaschinen über syrischem Territorium. Das Verbot gelte ab ... mehr lesen 1
Der syrische Airbus A-320 war von der türkischen Armee zur Landung gezwungen worden. (Symbolbild)
Türkisches Kampfflugzeug drängt syrischen Helikopter ab
Ankara - An der Grenze zwischen der Türkei und Syrien hat sich am Freitag nach türkischen Angaben ein weiterer feindseliger ... mehr lesen
Istanbul - Die Türkei hat ein syrisches Passagierflugzeug zur Landung in Ankara gezwungen. Aussenminister Ahmet ... mehr lesen
Türkische Luftwaffe zwingt syrisches Flugzeug zur Landung(Symbolbild)
Weitere sterbliche Überreste mehrerer Opfer konnten durch OSZE-Experten an einer der verstreuten Trümmerstellen geborgen werden.
Weitere sterbliche Überreste mehrerer Opfer konnten durch ...
Ukraine  Kiew - An der Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine haben Experten die sterblichen Überreste weiterer Opfer und Gepäck von Insassen geborgen. Es sei ein «sehr, sehr guter Tag» gewesen, sagte der Sprecher der OSZE-Beobachtermission, Michael Bociurkiw, am Freitag. 
MH17-Absturz: Experten nehmen Arbeit auf Kiew - Ein Team von rund 70 Experten aus mehreren westlichen Ländern hat die ...
Kämpfe in der Ukraine gehen weiter - 14 Tote Kiew - Bei Kämpfen in der Nähe der Absturzstelle von Flug MH17 in der ...
Luftbrücke für MH17-Opfer vorerst beendet Eindhoven - Die Luftbrücke für die Opfer des MH17-Flugzeugabsturzes in die ...
Palästinenser drängen auf Feuerpause  Jerusalem - Nach dem Scheitern einer Waffenruhe haben die israelischen Streitkräfte ihre Angriffe im Gazastreifen intensiviert. Die ...  
Spekulationen um einen entführten Soldat: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Freitag eine harte militärische Reaktion angekündigt.
Titel Forum Teaser
  • kubra aus Port Arthur 3012
    Quatsch zombie1969 Da verkennen Sie die Ukrainer ganz gewaltig. Die ... gestern 19:40
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2337
    In... den vergangenen Jahren wurde eine grosse Infrastruktur errichtet, ... gestern 13:48
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2337
    Hier... muss man keine Illusionen haben. Der Krieg in der Ukraine ist ein ... gestern 13:23
  • keinschaf aus Wladiwostok 2511
    SP-Verehrung Gassen-Sandy übt sich wieder mal in ihrer Vergötterung der SP. Jetzt ... gestern 12:57
  • Midas aus Dubai 3400
    Ja positiv denken Nämlich das Levrat in der EU Frage noch über 70 % der Bevölkerung gegen ... gestern 11:43
  • Midas aus Dubai 3400
    Märchenstunde Sie sollten auch nicht auf jede Märchenstunde eingehen! Putin ist ... gestern 11:31
  • Kassandra aus Frauenfeld 931
    Ich habe noch eine Geschichte gerade gehört: Der Putin habe gesagt, dass das Internet eine ... gestern 09:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 931
    Lieber ein wenig positiver denken! Einige denken bei der Schweiz zuerst an den Mythos von 1291: Sie ... gestern 09:27
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 15°C 22°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
Basel 14°C 21°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
St.Gallen 16°C 24°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Bern 16°C 25°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
Luzern 16°C 25°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Genf 17°C 25°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
Lugano 19°C 24°C leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten