Türkei greift erneut syrischen Stützpunkt an
Türkei setzt Angriff auf syrische Militärbasis fort
publiziert: Mittwoch, 3. Okt 2012 / 22:40 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 4. Okt 2012 / 09:23 Uhr

Aleppo/Damaskus/Istanbul/Brüssel - Das türkische Militär hat am Donnerstagmorgen seinen Angriff auf einen syrischen Militärstützpunkt nahe der Grenze fortgesetzt. Ziel war die Region um die syrische Stadt Tell Abjad.

11 Meldungen im Zusammenhang
Mehrere Angehörige der syrischen Regierungstruppen seien getötet worden, meldeten türkische Staatsmedien. Die türkische Luftwaffe hatte bereits in der Nacht zu Donnerstag eine syrische Artilleriestellungen angegriffen. Dabei wurden nach Angaben der der Opposition nahestehenden Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London vom Donnerstag mindestens fünf syrische Soldaten getötet.

Am Mittwoch hatten Granaten aus Syrien ein türkisches Grenzdorf getroffen. Eine Frau und ihre vier Kinder wurden getötet. Nach Angaben aus türkischen Sicherheitskreisen wurden die Granaten von Tell Abjad aus abgefeuert. Die Stadt liegt rund zehn Kilometer entfernt von der Grenze zwischen der Türkei und Syrien.

Parlament berät über Intervention

Das türkische Parlament berät am Donnerstag bei einer ausserordentlichen Sitzung über einen Gesetzentwurf, der eine Intervention in Syrien möglich machen soll.

Nach türkischen Medienangaben waren am Mittwochabend unter anderem Premierminister Recep Tayyip Erdogan, Aussenminister Ahmet Davutoglu, Generalstabschef der türkischen Armee Necdet Özel und Justizminister Sadullah Ergin zu einem fast vierstündigen Gipfeltreffen zusammengekommen. Dabei sei der Entwurf zustande gekommen.

Er soll in ein bereits bestehendes Gesetz aufgenommen werden, das «Operationen ausserhalb der türkischen Grenzen» möglich macht. Ein solches Gesetz autorisiert beispielsweise Militäraktionen der türkischen Armee im Nordirak bei der Jagd auf kurdische Extremisten.

Türkei sieht nationale Bedrohung erreicht

Der vom türkischen Ministerrat unterschriebene Entwurf wurde noch in der Nacht von Erdogan an den Präsidenten des Parlaments geschickt. Das Gesetz soll nur dann genutzt werden, «wenn es nötig wird».

In dem Entwurf steht, dass «die Krise in Syrien nicht nur die Stabilität der Region negativ beeinflusst, sondern auch in zunehmendem Masse unsere nationale Sicherheit». Trotz diplomatischer Schritte, sei die Türkei seit September immer wieder Angriffen aus Syrien ausgesetzt. Der Punkt einer nationalen Bedrohung sei erreicht.

In einem Brief richtete sich Ankara zudem an den UNO-Sicherheitsrat. Das höchste UNO-Gremium wird in dem Schreiben aufgefordert, die syrische Aggression zu stoppen. Die Attacke sei ein Vorstoss gegen das internationale Recht und ein Angriff auf den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit. Der Sicherheitsrat möge die notwendigen Schritte unternehmen, um die aggressive Haltung Syriens zu beenden.

Die NATO forderte von Syrien ein sofortiges Ende der Angriffe auf ihren Bündnis-Partner Türkei. Syrien müsse die schamlose Verletzung von internationalem Recht beenden, hiess es in einer Erklärung des Bündnisses am Mittwochabend nach einem Dringlichkeitstreffen des NATO-Rats in Brüssel. Der Beschuss sei Anlass zu grösster Sorge und werde schärfstens verurteilt.

(laz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Die Türkei hat bei der NATO um die Entsendung von Luftabwehrraketen ... mehr lesen
Patriot kann auf einmal 50 Ziele beobachten und fünf abschiessen. (Symbolbild)
Ahmet Davutoglu
Istanbul - Die Türkei hat das neue syrische Oppositionsbündnis als Vertreterin ... mehr lesen
Istanbul - Im Grenzgebiet der Türkei zu Syrien ist am Montag erneut eine Granate aus Syrien eingeschlagen. Das Panzerfaustgeschoss sei am Morgen in Ceylanpinar nahe einem Büro der Landwirtschaftsverwaltung explodiert, berichteten türkische Fernsehsender. mehr lesen 
Strassburg - UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat vor «schwerwiegenden Konsequenzen» der Eskalation der Gewalt an der türkisch-syrischen Grenze gewarnt. Die Lage in Syrien ... mehr lesen
Es könnte zu einer Eskalation an der Osttürkischen Grenze kommen.
Faruk al-Scharaa, Vizepräsident Syrien
Ankara - Syriens Vizepräsident Faruk ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Amman/Ankara - Das türkisch-syrische Grenzgebiet kommt nicht zur Ruhe. Die türkischen Streitkräfte nahmen erneut ... mehr lesen
Istanbul - Die türkischen Streitkräfte haben am Freitag laut einem Fernsehbericht ... mehr lesen
New York - Der UNO-Sicherheitsrat hat den syrischen Angriff auf die Türkei mit fünf Toten scharf kritisiert. Das mächtigste ... mehr lesen
Die Auseinandersetzungen an der Ostgrenze der Türkei wurden scharf kritisiert.
Das türkische Parlament gab grünes Licht für die Syrien-Intervention. (Archivbild)
Istanbul - Das türkische Parlament hat der Regierung und der Armee grünes ... mehr lesen 1
Aleppo - Die syrischen Aufständischen haben mit Autobomben den Truppen von Präsident Baschar al-Assad schwere Schläge versetzt. ... mehr lesen
Mindestens 40 Tote bei Anschlägen in syrischem Aleppo
Der Syrienbeauftragte der UNO, Lakhdar Brahimi, berichtete heute vor dem Sicherheitsrat über seinen Besuch in Syrien.
New York - Der neue internationale Syrien-Beauftragte, Lakhdar Brahimi, hat am Montag erstmals den UNO-Sicherheitsrat ... mehr lesen
Ruhen in Syrien bald die Waffen?
Ruhen in Syrien bald die Waffen?
Vorschläge von Moskau  New York - Unter dem Eindruck anhaltender Gewalt in Syrien haben Vertreter von 17 Staaten in München um eine Waffenruhe gerungen. Russlands Aussenminister Sergej Lawrow sagte beim vorgängigen Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry, Moskau habe konkrete Vorschläge vorgelegt. 
Waffenruhe in Syrien? New York - Zwischen Russland und den USA gibt es nach Angaben des russischen UNO-Botschafters ...
Der UNHCR plädiere für ein gesamteuropäisches Verteilsystem nach Kriterien wie Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft.
UNHCR fordert frühzeitige Integration von Migranten Frankfurt/Main - Das UNO-Flüchtlingshilfswerk hat als Konsequenz aus den Kölner Übergriffen eine frühzeitige Integration ... 1
De Mistura: Saudi-Arabien plant Treffen syrischer Rebellengruppen New York - Saudi-Arabien plant laut dem UNO-Sondergesandten Staffan de Mistura im ...
Laut UNO-Sondergesandten de Mistura plant Saudi-Arabien im Dezember ein Treffen der syrischen Rebellengruppen. (Archivbild)
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3722
    Man... kann nur hoffen, dass nicht auch noch der Libanon und Jordanien zum ... gestern 17:37
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3722
    Geht... der Flüchtlingszustrom so weiter, steht ganz Europa bald vor dem ... Mi, 10.02.16 10:34
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3722
    Frankreichs... Bevölkerung ist durch Einwanderung, speziell in den 50er und 60er ... Mi, 10.02.16 09:47
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3722
    Wahlen H. Clinton hat bisher immer darauf gesetzt, nach der Prämisse "Geht es ... Di, 09.02.16 13:33
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3722
    Die... NGOs können auch mit diesem Gesetzt weiterhin Unwahrheiten über Israel ... Di, 09.02.16 13:19
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3722
    Weder... Russland noch der Westen ist aus moralischen Gründen in Syrien ... Mo, 08.02.16 16:26
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3722
    Die... Aufnahme syrischer Flüchtlinge, solange dies Menschen sind die vom ... Mo, 08.02.16 13:54
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3722
    Aus... den Verlautbarungen aus GR kann man bereits heraushören, was zu ... Mo, 08.02.16 10:48
 
Wettbewerb
   
Die geladenen Gäste werden eine Fahrt durch den mit 57 Kilometern längsten Bahntunnel der Welt machen.
Gotthard-Basistunnel  Bern - 160'000 Personen haben sich bis zum Ablauf des Wettbewerbs für Fahrkarten in jenen beiden Zügen beworben, die am 1. ...
Eröffnungsfahrt zu gewinnen  Bern - Wer am 1. Juni 2016 in einem der beiden Züge, die den Gotthard-Basistunnel eröffnen, mitfahren will, kann sich nun um Fahrkarten bewerben. ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich -3°C 1°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Basel -3°C 1°C bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
St.Gallen -1°C 4°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Bern -1°C 3°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Luzern -1°C 6°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 0°C 5°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Lugano 2°C 6°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten