Türkei stellt auf US-Drängen Einmarsch in Nordirak zurück
publiziert: Montag, 22. Okt 2007 / 15:15 Uhr / aktualisiert: Montag, 22. Okt 2007 / 18:25 Uhr

Istanbul - Die Türkei und der Irak sind im Konflikt um die kurdischen PKK-Rebellen auf einen vorsichtigen Entspannungskurs eingeschwenkt. Auf Drängen der USA erklärte die Türkei vorerst ihren Verzicht auf einen Einmarsch in den Nordirak.

Am Wochenende waren die Kämpfe zwischen PKK und der türkischen Armee eskaliert.
Am Wochenende waren die Kämpfe zwischen PKK und der türkischen Armee eskaliert.
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Der Irak erreichte Fernsehberichten zufolge im Gegenzug die Zusage der Rebellen, von Montagabend an ihre Kampfhandlungen einzustellen. Dies sagte der irakische Präsident Dschalal Talabani, selbst ein Kurde, dem privaten türkischen Fernsehsender NTV.

Allerdings torpedierte die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) die diplomatischen Bemühungen, indem sie Bedingungen für eine Feuerpause stellte.

Die türkische Armee müsse «aufhören, unsere Stellungen anzugreifen». Ferner solle die Türkei ihre Pläne eines Einmarsches im Irak aufgeben und Frieden zusagen, hiess es in einer Erklärung auf der PKK-Website.

Vorwürfe an USA und Irak

Nach türkischen Angaben halten sich etwa 3500 PKK-Kämpfer im Nordirak auf. Die Türkei wiederum hat im Grenzgebiet 100'000 Soldaten zusammengezogen.

In der Türkei kam das Kabinett von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan erneut zu einer Krisensitzung zusammen.

Nach seinen Angaben hatte US-Aussenministerin Condoleezza Rice die Türkei um einige Tage Aufschub für eine Offensive gebeten. Die Türkei wirft den USA und dem Irak vor, zu wenig gegen die PKK zu tun.

Demonstrationen für den Krieg

Die NATO sicherte derweil seinem Mitglied Türkei «ihre Solidarität» zu, wie ein hoher NATO-Vertreter in Brüssel sagte. Allerdings sieht die NATO bisher keinen Grund für die Ausrufung des Bündnisfalls. Es gehe um eine «interne Bedrohung».

In der Türkei stieg der innenpolitische Druck auf die Regierung. Zeitungen machten mit Schlagzeilen wie «Genug ist genug» und «Wir sind alle Rekruten» auf.

In Istanbul forderten 3000 Demonstranten, den Nordirak anzugreifen. Auch im Irak wurde demonstriert: In Kirkuk protestierten tausende Kurden gegen die türkischen Drohungen.

(tri/sda)

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