Türken beendeten den japanischen Traum
publiziert: Dienstag, 18. Jun 2002 / 10:45 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 18. Jun 2002 / 13:38 Uhr

Miyagi (Jap) - Ausgerechnet die türkischen Kicker, die bis jetzt nicht gerade überzeugt hatten, zerstörten den japanischen Traum vom Viertelfinal. Die leichtgewichtigen Japaner zerbrachen an der massiven türkischen Abwehrmauer. Ein frühes Tor von Ümit Davala reichte der Türkei zum Einzug ins Viertelfinal gegen Senegal.

Die Türkei hat zwei Jahre nach dem erstmaligen Vordringen in die EM-Viertelfinals auch an der WM die Runde der letzten acht erreicht, in der sie am Samstag in Osaka auf Senegal treffen wird. «Wir haben gezeigt, zu was wir fähig sind, wenn sich alle dem Kollektiv unterordnen und Disziplin einhalten», konstatierte Trainer Senol Günes, der ehemalige Torhüter von Trabsonspor und der Nationalmannschaft. «Man macht einen Fehler, wenn man uns unterschätzt. Besonders wenn wir gefordert werden, spielen wir guten und erfolgreichen Fussball.»

Die Partie wurde früh in entscheidende Bahnen gelenkt. Als Ergün, der für den gesperrten Emre Belezoglü in die Mannschaft kam, einen Corner in die Mitte zog, stieg der bei Milan spielende Ümit Davala unbedrängt hoch und nickte den Ball aus sieben Metern unhaltbar ins Netz. Die Japaner hatten sich zu sehr auf Türkeis Captain und (an der WM noch erfolglosen) Topskorer Hakan Sükür konzentriert. Das frühe Tor bestimmte die Physiognomie der ganzen Partie, die zwar spannend, aber keineswegs gut oder gar spektakulär war. Die flinken Asiaten, frenetisch unterstützt von 45 666 Zuschauern, kombinierten gefällig, waren weit häufiger in Ballbesitz, rannten aber konzeptlos und deshalb vergeblich an. Der Co-Gastgeber besass eigentlich nur eine veritable Chance, als der brasilianischstämmige Alessandro Santos, «Alex» genannt, kurz vor der Pause einen Freistoss aus 17 Metern ans Lattenkreuz drosch. Freiheit genutzt

«Ich habe meine Freiheit beim Kopfstoss genutzt. Die Japaner sind halt ein bisschen klein», meinte der 186 cm grosse Siegesschütze Ümit Davala in fliessendem Deutsch verschmitzt. «Danach haben wir uns etwas zurückgezogen und den Gegner kontrolliert. Die Japaner hatten aus dem Spiel heraus keine einzig echte Torchance.»

Den Grund für sein gutes Deutsch lieferte der seit September 2001 bei Milan unter Vertrag stehende «Irokese» nach: Er sei in Mannheim geboren und habe seine ersten Jugendjahre als Sohn einer Arbeiterfamilie in Deutschland verbracht. Bei Galatasaray wurde Ümit gross, wurde dreimal Meister und folgte dann seinem damaligen Trainer von Förderer Fatih Terim zur AC Milan. Dort gelangte er in der vergangenen Saison neunmal zum Einsatz.

Türkische Mauer

Die Türkei, welche auf die beiden gesperrten Emres (Verteidiger Asik und Mittelfeldspieler Belözoglu) verzichten musste, stützte sich auf eine solide Vier-Mann-Defensive. Dirigiert vom fast unüberwindlichen Alpay und unterstützt von «Staubsauger» Tugay, war sie ein unüberwindliches Bollwerk. «Wir zerbrachen an der türkischen Mauer», gestand Japans scheidender französischer Trainer Philippe Troussier. «Wir versuchten alles, liefen viel und agierten dynamisch, fanden aber die Lücke leider nie. Dennoch, und auch ohne mich, hat dieses Team eine grosse Zukunft vor sich. Ich scheide nach vier Jahren nicht gerne. Ich bin stolz auf diese Mannschaft, suche aber eine neue Herausforderung.»

Zahme Stürmer

Troussier hatte den Nachteil, nicht nur über kleine, sondern auch über wenig durchschlagskräftige Stürmer zu verfügen. Deshalb wechselte er sein Stürmerduo für den Achtelfinal abermals aus. Doch auch Nishizawa und Alex, der zur Pause bereits wieder durch Suzuki ersetzt wurde, waren bei den aufsässigen und zweikampfstarken Türken abgemeldet. Sie schlossen im Gefahrenbereich geschickt die Räume und liessen die Japaner bis 30 Meter vor dem Tor die Kräfte verpuffen.

Japan ohneTorchancen

Bezeichnend, dass Japan bis zur Pause nur zwei Torschüsse hatte und danach trotz erhöhtem Druck und Risiko ebenso wenige. Allein die im Mittelfeld spielenden Söldner Hidetoshi Nakata (Klubkollege von Hakan Sükür bei Parma), Ono (Feyenoord Rotterdam) und Inamato (Arsenal) konnten es nicht richten. Der erste Verlusttreffer nach 195 Minuten ohne Gegentor bedeutete für den Gastgeber das Aus. Die Japaner verliessen das Turnier aber erhobenen Hauptes. Sie haben beste Eigenwerbung betrieben. Japan - Türkei 0:1 (0:1)

Miyagi Stadium, Sendai/Jap. -- 45 666 Zuschauer. -- SR Collina (It). -- Tor: 12. Ümit Davala 0:1.

Japan: Narazaki; Matsuda, Miyamoto, Koji Nakata; Myojin, Toda, Inamoto (46. Ichikawa, 86. Morishima), Hidetoshi Nakata, Ono; Alex (46. Suzuki), Nishizawa.

Türkei: Rüstü; Akyel, Alpay, Bülent Korkmaz, Hakan Ünsal; Ümit Davala (74. Nihat), Tugay, Bastürk (90. Ilhan Mansiz), Ergün; Hasan Sas (85. Tayfur); Hakan Sükür.

Bemerkungen: Japan komplett, Türkei ohne Emre Asik und Emre (beide gesperrt). 42. Lattenschuss durch Alex. Verwarnungen: 22. Alpay (Foul). 44. Ergün (Foul). 45. Toda (Foul). 91. Hakan Sükür (Foul).

(sda)

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