Türkisch-syrisches Grenzgebiet kommt nicht zur Ruhe
publiziert: Sonntag, 7. Okt 2012 / 00:05 Uhr / aktualisiert: Montag, 8. Okt 2012 / 00:06 Uhr

Amman/Ankara - Das türkisch-syrische Grenzgebiet kommt nicht zur Ruhe. Die türkischen Streitkräfte nahmen erneut das syrische Grenzgebiet unter Beschuss, nachdem eine Granate auf türkischem Gebiet eingeschlagen war. Das syrische Geschoss war am Sonntag in der Nähe der Grenzstadt Akcakale niedergegangen.

10 Meldungen im Zusammenhang
Bei dem Beschuss wurden laut dem Sender NTV Getreidespeicher mehrere Hundert Meter vom Zentrum Akcakales entfernt beschädigt. Wenig später erwiderte das türkische Militär das Feuer mit mindestens sechs Mörserschüssen, wie der Bürgermeister von Akcakale bestätigte.

Am Mittwoch waren in einem türkischen Grenzdorf beim Einschlag einer aus Syrien abgefeuerten Granate fünf Menschen getötet worden. Daraufhin gab das türkische Parlament am Donnerstag grünes Licht für grenzübergreifende Einsätze. Seit Mittwoch beschoss die türkische Artillerie mehrmals Ziele in Syrien, auch am Samstag.

Das Büro des Gouverneurs der Grenzprovinz Hatay deutete am Samstag an, eine Granate sei versehentlich auf türkischem Gebiet gelandet. Offenbar hätten auf der anderen Seite der Grenze syrische Regierungstruppen auf Rebellen geschossen.

Rebellen festigen Stellung

Am Samstag nahmen Rebellen nach Angaben von Augenzeugen einen strategisch wichtigen syrischen Grenz-Vorposten ein. Auch am Sonntag waren demnach noch Schüsse in dem Gebiet zu hören.

Der katarische Sender Al-Dschasira berichtete am Sonntag auf seiner Internetseite unter Berufung auf Aktivisten, die Rebellen hätten die Ortschaft Chirbat al-Dschos im Nordwesten des Landes erobert.

Bei den Schiessereien kamen laut Syrischer Beobachtungsstelle für Menschenrechte etwa 50 Menschen ums Leben. Unter ihnen seien 40 Regierungssoldaten, berichtete die in London ansässige oppositionelle Gruppe. Seit vier Tagen hätten in der Region schwere Kämpfe getobt, sagte ein Bewohner des türkischen Grenzortes Güvecci.

Die Zahl der Syrien-Flüchtlinge in der Türkei nahm weiter zu. Am Sonntag flohen 412 Syrer vor dem Bürgerkrieg über die Grenze. Unter ihnen seien zwei Generäle der syrischen Armee und zehn Verletzte, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Regierungsoffensive in Aleppo

Unterdessen trieben syrische Regierungstruppen ihre Offensive gegen die Rebellen in der Millionenstadt Aleppo voran. Menschenrechtsaktivisten meldeten mehrere Tote. Im Visier der Soldaten waren demnach auch Ortschaften um die Hauptstadt Damaskus und Dörfer an der Grenze zu Syrien.

Das syrische Staatsfernsehen meldete zudem Gefechte zwischen Soldaten und aus dem Libanon eingedrungenen Bewaffneten. Mehrere der Eindringlinge seien bei den Kämpfen am Samstagabend nahe Homs getötet worden. Die Streitkräfte drängten die beiden Gruppen demnach in den Libanon zurück.

Dringen auf schwere Waffen für Rebellen

Saudi-Arabien und Katar würden die syrischen Rebellen gerne mit schweren Waffen unterstützen, tun dies aber wegen mangelnder Unterstützung der USA nicht. «Wir benötigen zunächst die Rückendeckung der USA, und am besten auch der UNO», sagte Katars Aussen-Staatssekretär Chaled al-Attijah der Onlineausgabe der «New York Times» vom Samstag.

Die USA unterstützen die Rebellen in Syrien logistisch. Die Regierung in Washington fürchtet aber, schwere Waffen könnten dort in die Hände von Terroristen gelangen. Katar und Saudi-Arabien unterstützen die Rebellen laut «New York Times» regelmässig mit Geld und leichten Waffen.

Sorge in den USA wächst

Die USA reagieren auf die Ausweitung des Syrien-Konflikts mit einer Verstärkung ihrer diplomatischen Bemühungen. Washington setze seine verschiedenen Kanäle ein, um seine Befürchtungen zum Ausdruck zu bringen und so das Übergreifen des Bürgerkriegs zu verhindern, erklärte Verteidigungsminister Leon Panetta bei einem Besuch in Peru.

Die Artillerie-Zwischenfälle an der türkischen Grenze in den letzten Tagen hätten die Sorgen verstärkt.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Istanbul - Im Grenzgebiet der Türkei zu Syrien ist am Montag erneut eine Granate aus Syrien eingeschlagen. Das Panzerfaustgeschoss sei am Morgen in Ceylanpinar nahe einem Büro der Landwirtschaftsverwaltung explodiert, berichteten türkische Fernsehsender. mehr lesen 
New York - Die UNO schätzt die Zahl der Toten in dem seit 19 Monaten andauernden Konflikt in Syrien auf mehr als 30'000. Der ... mehr lesen
UNO geht von über 30'000 Toten in Syrien aus
Wladimir Putin
Ankara - Russland und Syrien haben die erzwungene Landung eines ... mehr lesen
Strassburg - UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat vor «schwerwiegenden Konsequenzen» der Eskalation der Gewalt an der türkisch-syrischen Grenze gewarnt. Die Lage in Syrien ... mehr lesen
Es könnte zu einer Eskalation an der Osttürkischen Grenze kommen.
Faruk al-Scharaa, Vizepräsident Syrien
Ankara - Syriens Vizepräsident Faruk ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Istanbul - Nach einem Granatenangriff aus Syrien hat die türkische Armee am Samstagmorgen zurückgeschossen. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, eine aus Syrien abgefeuerte Mörsergranate sei in einem Feld im Grenzgebiet der Provinz Hatay detoniert. mehr lesen 
Istanbul - Die türkischen Streitkräfte haben am Freitag laut einem Fernsehbericht erneut Vergeltungsangriffe auf Syrien ... mehr lesen
Die Auseinandersetzungen an der Ostgrenze der Türkei wurden scharf kritisiert.
New York - Der UNO-Sicherheitsrat hat den syrischen Angriff auf die Türkei mit fünf Toten scharf kritisiert. Das mächtigste ... mehr lesen
Istanbul - Das türkische Parlament hat der Regierung und der Armee grünes Licht für eine militärische Intervention in Syrien ... mehr lesen 1
Das türkische Parlament gab grünes Licht für die Syrien-Intervention. (Archivbild)
Aleppo/Damaskus/Istanbul/Brüssel - Das türkische Militär hat am Donnerstagmorgen seinen Angriff auf einen syrischen ... mehr lesen
Baschar al-Assad plant die Rückeroberung.
Baschar al-Assad plant die Rückeroberung.
Kämpfe dauern womöglich lange  Damaskus - Der syrische Präsident Baschar al-Assad ist nach eigenen Worten zur Rückeroberung ganz Syriens entschlossen. Die Kämpfe gegen die Rebellen könnten jedoch «lange» dauern, sagte Assad der Nachrichtenagentur AFP in einem Interview. 1
Syrische Opposition sieht Einigung auf Feuerpause skeptisch München - Die syrische Opposition hat die in München ...
Schweiz verhandelt mit Assad-Regime Bern - Die Schweiz verhandelt seit drei Jahren direkt mit der Regierung von Syriens ...
Sicherheitskonferenz in München  München - Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew hat die Beziehungen zwischen Moskau und Westeuropa als «neuen Kalten Krieg» bezeichnet. «Wir ...  
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3728
    Jetzt... markiert A. Merkel erst mal die Chefin. Das schuldet sie doch ihrer ... heute 12:30
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3728
    Das... gereifte Kriegsverständnis von KSA: viele kleine beherrschbare Kriege, ... heute 09:33
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3728
    islamisten... unterschiedlichster Provenienz haben offensichtlich unnachgiebig bei ... gestern 19:01
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3728
    Welcome A. Merkel drückt Europa gerade kräftig ihren Refugees welcome-Stempel ... gestern 17:15
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3728
    Die... sunnitischen Königshäuser wollen weiterhin den Sturz B. al-Assads. Sie ... gestern 15:19
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3728
    Man... kann nur hoffen, dass nicht auch noch der Libanon und Jordanien zum ... Do, 11.02.16 17:37
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3728
    Geht... der Flüchtlingszustrom so weiter, steht ganz Europa bald vor dem ... Mi, 10.02.16 10:34
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3728
    Frankreichs... Bevölkerung ist durch Einwanderung, speziell in den 50er und 60er ... Mi, 10.02.16 09:47
 
Wettbewerb
   
Die geladenen Gäste werden eine Fahrt durch den mit 57 Kilometern längsten Bahntunnel der Welt machen.
Gotthard-Basistunnel  Bern - 160'000 Personen haben sich bis zum Ablauf des Wettbewerbs für Fahrkarten in jenen beiden Zügen beworben, die am 1. ...
Eröffnungsfahrt zu gewinnen  Bern - Wer am 1. Juni 2016 in einem der beiden Züge, die den Gotthard-Basistunnel eröffnen, mitfahren will, kann sich nun um Fahrkarten bewerben. ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 0°C 3°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Basel 0°C 4°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
St.Gallen 2°C 6°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Bern 3°C 6°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 3°C 7°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 4°C 8°C bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Lugano 0°C 7°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten