Türkische Armee startet Offensive gegen PKK
publiziert: Dienstag, 24. Aug 2004 / 15:02 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 24. Aug 2004 / 17:51 Uhr

Istanbul - Nach mehreren Gewalttaten der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat die türkische Armee offenbar die grösste Offensive seit langem gegen die Rebellen gestartet.

PKK-Fahne.
PKK-Fahne.
Rund 5000 Soldaten seien an der Aktion bei Sirnak in der Nähe der Grenze zu Irak beteiligt, meldete der Nachrichtensender CNN-Türk. Ziel der Offensive ist es demnach, ein Einsickern von Kämpfern der inzwischen in KONGRA-GEL umbenannten PKK aus Nordirak zu verhindern.

Die PKK hatte Ende Mai ihren Waffenstillstand aufgekündigt und verübt seitdem verstärkt Anschläge auf türkischem Boden. Laut CNN-Türk nehmen an der neuen Offensive auch Ankara-treue Kurdenmilizen teil. Sie sollen verhindern, dass die PKK-Trupps die Hügel in der Region als Stützpunkte nutzen könnten.

Die PKK hatte von 1984 bis 1999 gegen die türkische Armee Krieg geführt; dabei starben mehr als 30 000 Menschen. Auf Befehl ihres inhaftierten Chefs Abdullah Öcalan hatte sich die PKK 1999 in den Nordirak zurückgezogen.

Zwangsweise Evakuation

Die türkische Menschenrechtsvereinigung IHD beschuldigte unterdessen die Sicherheitskräfte, im Juli ein mehrheitlich kurdisches Dorf in Südostanatolien zwangsweise evakuiert zu haben.

Die IHD-Sprecherin Reyhan Yalcindag sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Militärpolizisten hätten den Bewohnern des Dorfes Ilicak bei Beytussebap zur Begründung gesagt, wenn sie in ihren Häusern blieben, könnten sie die Kämpfer mit Lebensmitteln versorgen.

Laut IHD leben die 343 Einwohner von Ilicak derzeit unter schwierigen Umständen in Zelten in der Nähe ihres Dorfes. Yalcindag forderte die örtlichen Behörden auf, den Bewohnern die Rückkehr in ihr Dorf zu ermöglichen.

(rp/sda)

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