Türkische Zeitung: «Schändliche Schweiz»
publiziert: Samstag, 10. Mrz 2007 / 14:29 Uhr / aktualisiert: Samstag, 10. Mrz 2007 / 18:40 Uhr

Istanbul - Nationalistische Medien in der Türkei haben das Lausanner Urteil im Prozess gegen Dogu Perincek scharf kritisiert. «Schändliche Schweiz» lautete die Schlagzeile auf der Titelseite der «Gözcü». Die bürgerliche Presse berichtete weniger polemisch.

Einkaufsstrasse in der türkischen Stadt Side.
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«In der Person Perinceks wurde die türkische Nation bestraft», kommentierte die rechtsgerichtete Tageszeitung «Yeni Cag». Das Lausanner Gericht sei «voller Hass» gewesen.

Das Urteil sei ein neuer Beweis für die Heuchelei der Europäer, hiess es in der nationalistischen Zeitung «Gözcü»: Europa betone immerfort die Bedeutung der Meinungsfreiheit, bestrafe dann aber eine Meinungsäusserung.

Bürgerliche Presse weniger polemisch

Auch die bürgerliche Presse berichtete zum Teil ausführlich, wenn auch weniger polemisch über das Urteil gegen Perincek.

Die Zeitung «Hürriyet» zitierte den Nationalisten mit den Worten, sein Prozess habe in der Schweiz eine Debatte über die strafrechtliche Verfolgung von Ansichten zu historischen Ereignissen ausgelöst.

Bedauern des Aussenministeriums

Das türkische Aussenministerium hat das Gerichtsurteil gegen den Nationalisten Dogu Perincek bereits gestern «mit Bedauern» zur Kenntnis genommen. Es wirft der Schweiz eine Vorverurteilung des Angeklagten vor.

Es sei zu hoffen, dass das mit dem Urteil entstandene Unrecht in der Berufungsinstanz wieder aufgehoben werde, erklärte das Ministerium nach einer Meldung des Nachrichtensenders CNN-Türk.

GSA sieht Genugtuung

Für die Gesellschaft Schweiz-Armenien (GSA) ist die Verurteilung Perinceks hingegen eine «grosse Genugtuung». Die GSA hofft, dass das Urteil sowohl beim Schweizer Bundesrat als auch in der Türkei ein Umdenken auslöst.

«Perincek hat den Prozess verloren, nicht die Türkei», sagte GSA-Co-Präsident Sarkis Shahinian in Lausanne vor den Medien. Die Türkei habe immer noch die Chance, sich zu ihren Fehlern in der Vergangenheit zu bekennen und sich so der Mitgliedschaft in der internationalen Gemeinschaft als würdig zu erweisen.

(ht/sda)

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