Türkische Zyprer prüfen den Wiedervereinigungsplan
publiziert: Mittwoch, 13. Nov 2002 / 13:30 Uhr

Ankara/Lefkos - Die türkischen Zyprer wollen sich um eine Verhandlungslösung bemühen, obwohl der von UNO-Generalsekretär Kofi Annan präsentierte Wiedervereinigungsplan fundamentale Forderungen ihrer Volksgruppe nicht berücksichtigt.

Das erklärte der Ministerpräsident der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern, Dervis Eroglu, nach Angaben der türkisch-zypriotischen Nachrichtenagentur TAK in Lefkosa, dem türkischen Teil Nikosias.

Eroglu kritisierte, dass der Souveränitäts-Anspruch der türkischen Zyprer im detailreichen Plan übergangen werde. Ausserdem beanstandete er, dass die Umsetzung des Planes zu Gebietsverlusten für die türkischen Zyprioten führen würde.

Der Annan-Vorschlag sieht für die Insel eine bundesstaatliche Struktur mit zwei eigenständigen Gebietseinheiten für die griechische und die türkische Volksgruppe nach dem Muster der Schweizer Kantone und ungeteilter Souveränität vor.

Die kantonale Eigenständigkeit würde allerdings bedeuten, dass die im Norden angesiedelten Festlandtürken dauerhaft auf der Insel bleiben könnten. Dies dürfte wiederum für die griechisch-zypriotische Seite inakzeptabel sein.

Bei der türkischen Invasion 1974 waren 200 000 griechische Zyprioten aus ihren Heimatorten vertrieben worden. Im Gegenzug wanderten rund 100 000 Türken aus Anatolien in den Nordteil der Mittelmeerinsel aus.

Die türkischen Zyprer werden nach Ansicht politischer Beobachter von ihrem bisherigen harten Kurs abgehen müssen. Alle türkischen Parteien, die sie unterstützt haben, sind bei den Wahlen vom 3. November aus dem Parlament gefallen.

(bert/sda)

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