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Tweakfest am 23./24. April in Zürich
publiziert: Freitag, 2. Apr 2010 / 08:16 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 20. Apr 2010 / 16:56 Uhr
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tweakfest10: Austausch zwischen Realität und Virtualität
tweakfest10: Austausch zwischen Realität und Virtualität

Das «tweakfest», ein «Festival for Digital Culture & Lifestyle» findet dieses Jahr am 23. und 24. April in der alten Börse in Zürich statt. News.ch sprach mit dem Festival-Director Patrick Hofer, darüber, warum es sich unbedingt lohnt, an dieses Festival zu gehen und was die Zukunft noch alles bringen könnte.

Weiterführende Links zur Meldung:

Hompage vom Tweakfest

tweakfest.ch

news.ch: Das «tweakfest» bietet eine grosse Anzahl verschiedenster Vorträge, Diskussionen und Foren. Was ist denn eigentlich das übergreifende Thema, dass eine Sache tweakfest-würdig macht?

Patrick Hofer: Oh, tweakfest-würdig... Nun, versuchen wir es zunächst anhand der Herkunft des Wortes zu veranschaulichen - „to tweak“, etwas „tweaken“ kommt aus dem Englischen und wir übersetzen es in etwa mit: eine Sache verfeinern, daran zu tüfteln bis sie perfekt ist. Somit suchen wir also beispielsweise innovative Projekte, bei denen man merkt, mit wieviel Herzblut an ihnen herum geschraubt wurde – wie sie „getweaked“ wurden. Nicht-alltägliche und überraschende, aber zugleich unterhaltende Konzepte und Herangehensweisen an ein Thema. Aber auch Produkte oder Services, ob fertig oder in Entwicklung, die so etwas anbieten können. Eine visionäre Umsetzung, gestalterisches und technologisches Neuland - das sind so Faktoren, die ein Referat, ein Showcase oder ein Ausstellungsobjekt fürs tweakfest auszeichnen.

«Handel» ist das diesjährige Motto

Der grundlegende gemeinsame Nenner dabei ist das Digitale an den Schnittstellen von Kultur, Forschung, Technologie, Business und Entertainment. Zudem arrangieren wir die Inhalte jedes Mal unter einem Motto. Dieses Jahr aus dem Anlass, dass das ganze Festival in die Alte Börse zieht, haben wir das Thema „Trade“, also „Handel“ gewählt. Wir vertiefen uns dieses Jahr erneut auf den Austausch von Informationen, Daten, Kunst und Geld in und zwischen Realität und Virtualität. Betrachten den Spass und Nutzen als auch die Kosten und Risiken eines digitalisierten Lebensstils.

news.ch: Am Festival werden auch Themen angesprochen, welche eigentlich in die Gesellschaftspolitik gehören. Rechnen Sie denn damit, dass auch Politiker anwesend sein werden, oder ist die «Classe Politique» noch nicht wirklich dort angekommen, wo wir schon sind?

Patrick Hofer: Die Frage, wohin sich unsere (digitale) Gesellschaft in Zukunft bewegt, ist tatsächlich ein wichtiges Thema für die Politik. Am Festival selbst nehmen regelmässig auch Politiker als Referenten und Gäste teil. Die Unterstützung unserer Initiative durch den Bund, Kanton und Stadt Zürich zeigt klar die Relevanz unserer Themen für die Bürger auf, wie der Schutz von Kindern im Internet oder neue technologische Ansätze in der Stromwirtschaft. Doch klar, der Takt der technologischen Innovation wird immer schneller sein, als die Prozesse der Politik. Damit die Menschen sich in direktem Kontakt zu Experten informieren können und unser Land keine Chancen verpasst, ist es uns ein wichtiges Anliegen wichtige digitale Trends möglichst frühzeitig zu präsentieren.

Real-Live-Events immer wichtiger für virtuelle Communities

news.ch: Das tweakfest ist ein Festival an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit und befasst sich mit virtuellen Räumen und Produkten... man könnte sagen: Ein analoges Festival zu digitalen Produkten. Ist das nicht ein wenig anachronistisch?

Patrick Hofer: Nein im Gegenteil. Das ist ja genau das Thema. Die digitale Welt und die reale Welt sind keine verschiedenen Welten. Wir leben in einer Welt, die zugegebenermassen immer digitaler wird. Hinter den „Avatars“ und „Nicknames“ stehen ja – zumindest heute noch – meistens reale Personen. So genannte „Real Life“-Events für die virtuellen Communities werden immer wichtiger. Doch glauben Sie mir: wer ans tweakfest kommt, hat alles Andere als den Eindruck, an einem analogen Festival zu sein! Als ein Beispiel darf ich die spektakuläre VJ-Cloud erwähnen, mit welcher die Besucher live vor Ort mit der 3D-Projektion interagieren können.

Besucher «digital inspirieren»

news.ch: Am tweakfest wird versucht, in die Zukunft zu schauen. Lässt sich überhaupt schon absehen, wie weit es mit der Digitalisierung und Virtualisierung des Alltags gehen wird? Gibt es Grenzen oder sind diese nur dazu da, überwunden zu werden?

Patrick Hofer: Ja, das mit dem Blick in die Kristallkugel ist so eine Sache. Wenn wir das Referat von Ian Person im vergangenen Jahr über intelligente Bakterien nehmen, dann dünkt es mich schon, dass die Grenzen nur in unserem Kopf existieren. Ja sogar die physikalischen Gesetze die Steve Wozniak zur Erfindung des PC nutzte, lassen sich im virtuellen Raum ausser Kraft setzen... Wie dem auch sei (lacht) dieses Jahr freuen wir uns besonders auf John Casti. Der Systemtheoretiker aus Wien probiert nichts Geringeres als den Zeitgeist zu erforschen. Die Stimmungen und Muster des Zeitgeists erlauben eine gewisse Einsicht warum die Zukunft passiert und Casti nennt die Sozionomie, mit der er hierbei unter anderem arbeitet, deshalb auch die Wissenschaft der Überraschungen.

news.ch: Schliesslich: Mit welchem Mehr kann ein tweakfest-Besucher nach Hause gehen? Was nimmt man von eurem Festival mit Heim?

Patrick Hofer: Die Besucherauswertung hat gezeigt, dass „Leute treffen“ und sich „digital inspirieren lassen“ zu den Hauptbeweggründen zählen, um ans Festival zu kommen. Unsere Vision ist es natürlich, dass die Besucher so voller neuen Ideen und Tatendrang nach Hause gehen und mit den neu kennengelernten Kontakten und dem generierten Know-how neue innovative Projekte anreissen und so die Welt zum Guten verändern.

(et/news.ch)

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