Twitter gibt Userdaten in sieben von zehn Fällen preis
publiziert: Dienstag, 29. Jan 2013 / 19:24 Uhr
Twitter zwitschert der US-Regierung Daten zu.
Twitter zwitschert der US-Regierung Daten zu.

San Francisco/Wien - In sieben von zehn Anordnungen der US-Regierung auf Einsicht in die Nutzerdaten gibt der Microblogging-Dienst Twitter nach.

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Dies geht aus dem aktuellen Twitter-Transparency-Report hervor. 2012 hatten internationale Regierungen rund 1900 Daten verlangt. Zudem wurden 48 Löschungen von Tweets gefordert und rund 6700 Tweets über Urheberrechtsverletzungen gemacht. Mit Hilfe dieses Reports möchte Twitter seine Nutzer auf die prekäre Lage aufmerksam machen. Alle Handlungen tragen zur Sicherheit im Netz bei, argumentiert Twitter.

Patriot Act verpflichtet zur Datenfreigabe

«Jede US-Firma ist nach Erlassung des Patriot Act zur Herausgabe von Daten verpflichtet. Darum kommen die Unternehmen auch nicht herum», sagt Datenschutz-Experte Christian Jeitler von Quintessenz. Ob sich Twitter nach Veröffentlichung des Reports der Knebel-Klausel, die genau diese Preisgabe den Unternehmen untersagt, unterstellen muss, ist nicht eindeutig - wird vermutlich jedoch keine gröberen Konsequenzen nach sich ziehen.

«Twitter hat gute Juristen, die diese Informationen statistisch aufbereitet haben und keine Namen nennen. Im Zweifelsfall haben sie auch einen Rechtsstreit einkalkuliert», sagt der Spezialist. Ob der Report rein den Twitter-Nutzern dienen und die Vertrauenswürdigkeit des Portals stärken soll, lässt sich bezweifeln. Da Twitter explizit betont, dass unter anderem Facebook über diese Regierungs-Anordnungen nichts preisgibt, kristallisiert sich ebenfalls eine versteckte Werbestrategie heraus.

Umsteigen auf dezentralisierte Dienste

«Die Plattformen untereinander kämpfen um Alleinstellungsmerkmale und der Report könnte auch ein Grund dafür sein», führt Jeitler aus. Die Publikation kann laut dem Experten jedoch mehrere Hintergründe haben. «Twitter wurde nicht mit der Intention aufgebaut, Nutzerdaten herauszugeben. Da die Regierungen in den Geschäftsbereich eingreifen, kann ich mir vorstellen, dass die Unzufriedenheit über den Service gross ist», so Jeitler.

Die Verantwortung des Datenschutzes liegt bei den Usern selbst. «Jeder kann unter anderem auf lokale und dezentralisierte Dienste zugreifen, die eben nicht auf dem US-amerikanischen Hoheitsgebiet liegen, denn in Europa gilt ein anderes Datenschutzgesetz», sagt der Fachmann. Eine Änderung des Kommunikationsverhaltens und der genutzten Tools könne sehr wohl die eigene Sicherheit gewährleisten.

(fest/pte)

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