U-Boot-Unglück: Peking schweigt
publiziert: Samstag, 3. Mai 2003 / 17:13 Uhr / aktualisiert: Samstag, 3. Mai 2003 / 18:41 Uhr

Peking - Die chinesische Regierung hat keine weiteren Einzelheiten zu dem Unglück eines Unterseebootes mit 70 Toten mitgeteilt. Die Medien des Landes beschränkten sich in ihrer Berichterstattung auf die knappe offizielle Darstellung der Regierung in Peking.

Jiang Zemin sprach sein Beileid aus.
Jiang Zemin sprach sein Beileid aus.
Danach sind alle 70 Offiziere und Matrosen an Bord ums Leben gekommen. Ursache seien technische Probleme gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua.

Militärexperten rätselten weiterhin über die näheren Umstände der Katastrophe. Das Unglück hatte sich bei Manövern im Gelben Meer östlich der Inselgruppe Neichangshan am Eingang zum Golf von Bohai vor der Küste der Provinz Shandong in Nordostchina ereignet.

Der Chef der Militärkommission, Chinas starker Mann Jiang Zemin, sprach den Familienangehörigen sein Beileid aus. Das Unglück war eines der schwersten in der Geschichte der chinesischen Marine. Es weckte Erinnerungen an die Katastrophe auf dem russischen Atom-U-Boot Kursk am 12. August 2000, als 118 Matrosen ums Leben kamen.

Das havarierte Unterseeboot Nr. 361 aus chinesischer Eigenproduktion wurde schon in seinen Heimathafen geschleppt, was darauf hindeutet, dass das Unglück etwas zurückliegt.

Das U-Boot der Ming-Klasse gehörte zur Ostchinesischen Flotte. Dieser Typ ist eine Abwandlung der sowjetischen Romeo-Klasse, die wiederum auf dem deutschen Typ XXI von 1944 basiert. Nach modernen Standards gilt es als völlig veraltet, scheint aber für Patrouillen und die Küstenverteidigung noch weiter nützlich.

China verfügt über ein einziges weltweit einsatzfähiges Atom-U-Boot der Xia-Klasse. Ein weiteres sei möglicherweise in Bau, berichtete der Militärattaché.

Der taiwanesische Experte Lee Shih-ping nannte den Unfall merkwürdig. Er vermutet, dass das U-Boot an der Wasseroberfläche war, als das Unglück passiert ist. Wäre es gesunken, hätte es China wahrscheinlich nicht selbst bergen können.

(bert/sda)

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