UBS-Banker nutzten für Steuerbetrug Geheimsprache
publiziert: Freitag, 20. Feb 2009 / 18:59 Uhr

New York - Im Steuerstreit der UBS mit den US-Steuerbehörden werden in den amerikanischen Medien laufend weitere Vorwürfe bekannt, wie die Grossbank aktiv die amerikanischen Steuerbehörden betrogen haben soll.

Eine Nuss entsprach einem Betrag von 250 Mio. Dollar.
Eine Nuss entsprach einem Betrag von 250 Mio. Dollar.
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In den Gerichtsakten, die am Donnerstag in Florida eingereicht wurden und in denen eine Untersuchung von 52'000 UBS-Konten verlangt wird, befindet sich laut der US-Tageszeitung «New York Times» eine Notiz aus dem Jahr 2004 zuhanden der UBS-Chefetage.

Die «Swiss Solution» (deutsch: Schweizer Lösung), heisst es da, könne wohlhabenden Amerikanern helfen, Gelder in Steueroasen vor den US-Behörden des Internal Revenue Service (IRS) zu verbergen.

Briefkastenfirmen kreiert

Das Memorandum und weitere belastende E-Mails beschreiben, wie die UBS hunderte von Briefkastenfirmen in Steueroasen wie den Bahamas kreiert haben soll, durch die Kapital am IRS vorbei geschmuggelt werden konnte.

In den E-Mails benutzten die Banker laut der Zeitung einen Geheimcode. Als eine Nuss wurde beispielsweise ein Betrag von 250 Mio. Dollar bezeichnet, eine Million hiess stolz Schwan. Bestimmte Farben gaben an, um welche Währung es sich bei den Beträgen handelt: Orange für den Euro, blau für das britische Pfund.

UBS förderte geheime Transfers

Auch habe die UBS ihren Kunden direkt zu ausländischen Anwälten und Verwaltern in der Schweiz geraten. Den Klienten habe man zudem elektronische Geräte zukommen lassen, die ihnen online Zugang zu den Geldern verschafften und geheime Transfers ermöglichten, berichtet die «Times».

Die Entscheidung des Bundesrichters in Florida wird in frühestens drei Monaten erwartet. Die Bank will die Klage vor Gericht bekämpfen und sucht keinen Vergleich. Dies bedeutet laut Experten, dass die Verteidiger glauben, beweisen zu können, dass die Geschäfte nicht illegal waren.

(tri/sda)

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