UBS gibt Fehlverhalten zu - Verzicht auf Offshore-Banking
publiziert: Donnerstag, 17. Jul 2008 / 21:06 Uhr

Washington - Die Grossbank UBS hat sich überraschend für Fehlverhalten in den USA entschuldigt. Vor einem Ausschuss des US-Senats kündigte sie an, künftig auf Offshore-Banking für US-Bürger zu verzichten. Der Ausschuss hatte der UBS zuvor happige Vorwürfe gemacht.

Die UBS gelobt Besserung.
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Vor dem Senats-Ausschuss erschienen Martin Liechti, Chef des US-Vermögensverwaltungsgeschäfts, und Mark Branson, Finanzchef der UBS-Vermögensverwaltung. Liechti verweigerte die Aussage. Branson dagegen gab ein aufsehenerregendes Statement ab. Er entschuldigte sich im Namen der UBS für das Fehlverhalten und gelobte Besserung.

2001 ging die UBS mit den US-Steuerbehörden ein Abkommen ein, das die steuerliche Regelung von US-Kunden regelte. Gemäss einem Geständnis von Ex-UBS-Berater Bradley Birkenfeld verstiess die Bank gegen Sinn und Geist des Abkommens. «Unsere Kontrollen waren nicht gut genug», sagte Branson, «wir haben disziplinarische Massnahmen vorgenommen».

«Brechen mit Schweizer Mysterium»

Der Senats-Ausschuss hatte in einem Bericht über Steuerparadiese die UBS und auch die liechtensteinische Fürsten-Bank LGT beschuldigt, Steuerhinterziehung in den USA unterstützt zu haben. Demnach gehen dem Land jährlich rund 100 Mrd. Dollar verloren.

«Wir sind entschlossen, mit einem Schweizer Mysterium zu brechen», sagte der demokratische Senator und Vorsitzende des Ausschusses, Carl Levin, mit Blick auf das Schweizer Bankgeheimnis. Nach den Aussagen Bransons dankte Levin der UBS für ihre uneingeschränkte Entschuldigung und ihre Korrekturmassnahmen.

USA wollen Kundendaten

Neben politischem Druck droht der UBS wegen Vorwürfen der Steuerhinterziehung auch juristisches Ungemach. Ein Gericht in Miami (Florida) hatte Anfang Monats entschieden, dass die UBS Daten verdächtiger Kunden an die US-Steuerbehörde herausgeben muss.

Nun sind die US-Steuerfahnder offiziell an die Schweiz herangetreten, um Unterstützung in den Ermittlungen zu erhalten. Das Eidg. Finanzdepartement (EFD) bestätigte, dass ein Amtshilfegesuch eingetroffen sei. Die Eidg. Steuerverwaltung werde dieses nun «analysieren und behandeln».

(ht/sda)

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