
Nach über zwei Wochen zähen Verhandlungen hat die UN-Klimakonferenz «COP17» in Durban minimale Fortschritte erzielt. Dies nachdem die Konferenz nach einer über anderthalbtägigen Verlängerung kurz vor dem Scheitern stand.
Medienhinweis: Basler Zeitung 12.Dez 2011
«Aus Sicht des Klimas ist Durban eine Nullrunde» Interview mit ETH-Professor Reto Knutti
bazonline.ch
Medienhinweis: Radio DRS1 12.Dez 2011
Sendung «Heute Morgen» mit ETH-Professor Andreas Fischlin
drs1.ch
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EU schützt ihr Handelssystem für Treibhausgas-Emissionen
Die EU hat sich verpflichtet, ihre «20-20-Absicht» (20% Reduktion der Treibhausgas-Emissionen unter das Niveau von 1990 bis im Jahr 2020) in den rechtlich verbindlichen Rahmen das Kyoto-Protokolls zu stellen und das Protokoll damit ab 2013 in eine zweite Verpflichtungsperiode zu führen - die erste Verpflichtungsperiode endet 2012. Im Gegenzug haben die über 190 Mitgliedsstaaten der Klima-Rahmenkonvention zugesagt, nächstes Jahr in Verhandlungen einzutreten, die bis 2015 in ein für alle verpflichtenden Abkommen münden sollen. Dieses Abkommen soll spätestens 2020 in Kraft treten.
Mit dieser Konstruktion schützt die EU letztlich ihr Handelssystem für Treibhausgas-Emissionen (Emissions Trading System, ETS), das Herzstück der EU-Klimapolitik (siehe auch meinen Beitrag «EU will Flugverkehr in Emissionshandel einbinden» >hier). In diesem Handelssystem würden ohne eine zweite Verpflichtungsperiode die Preise für Emissionsrechte wohl zusammenbrechen und das System als solches würde wirkungslos. Die EU schützt sich mit den Beschlüssen von Durban auch gegen Kritik innerhalb Europas an kostspieligen einseitigen Klimaschutzmassnahmen.
USA, Japan, Kanada und Russland sperren sich
Insgesamt ist der in Durban beschlossene neue «Fahrplan» jedoch auf Sand gebaut. Bis Mai 2012 sollen die Industriestaaten bekannt geben, wie weit sie ihre Emissionen in einer zweiten Kyoto-Phase zu reduzieren bereit sind. An der nächsten UN-Klimakonferenz in Katar soll dann über diese Emissionsziele entschieden werden. Entschieden wird dann auch, ob die zweite Verpflichtungsperiode bis 2017 oder bis 2020 dauern soll.
Die USA, die grösste Emittentin unter den Industrieländern, hat allerdings weder in der ersten Verpflichtungsperiode mitgewirkt, noch wird sie es in einer zweiten Verpflichtungsperiode tun. Kanada hat offen deklariert, dass es weder fähig noch willig ist, seine rechtlich bindenden Verpflichtungen aus der ersten Phase des Kyoto-Protokolls (2008-12) zu erfüllen. Und Japan, Kanada sowie Russland haben klar gemacht, dass sie in einer zweiten Verpflichtungsperiode nicht mitmachen werden.
Angesichts dieser unkooperativen Haltung der USA sowie Japans, Kanadas und Russlands erstaunt es nicht, dass Brasilien, China und Indien sich in Durban nur dazu drängen liessen, Verhandlungen im Zeitraum 2012-2015 grundsätzlich zuzustimmen und - falls diese Verhandlungen erfolgreich sind - ab 2020 konkrete, aber noch undefinierte Verpflichtungen für Emissions-Reduktionen zu übernehmen.
Neben der Einigung darüber, mit welchen Zielen weiter verhandelt werden soll, wurde in Durban auch die Einrichtung eines globalen Klimafonds beschlossen. Durch ihn sollen ab 2020 jährlich 100 Milliarden Euro in Klimaschutzprojekte investiert werden. Wer diese Ausgaben finanzieren wird, bleibt vorläufig offen.
Kollaps des Kyoto-Protokolls verhindert
Das Hauptresultat von Durban besteht vor allem darin, dass der Kollaps des Kyoto-Protokolls sowie der Verhandlungen für dringend erforderliche weitere Schritte verhindert wurde. Vorläufig fährt der Kyoto-Zug jedoch nur mit wenigen «bezahlenden» Fahrgästen weiter, nämlich der EU sowie einigen wenigen anderen, kleineren Industrieländern wie der Schweiz.
Als Gegenleistung sind die anderen Länder willig, bis 2015 über ein neues Abkommen zu verhandeln, das allen Ländern Verpflichtungen auferlegt. Allerdings bleiben sowohl die rechtliche Form (es ist momentan von «an agreed outcome with legal force» die Rede) als auch die möglichen Inhalte dieses Abkommens umstritten.
Schlüsselrolle für die EU
Die kommenden drei Jahre werden zeigen müssen, ob es der EU gelingt, die anderen Industrieländer, allen voran die USA, Japan, Russland und Kanada, zu einer kooperativeren Haltung zu bewegen. Dazu muss sie natürlich mit gutem Beispiel vorangehen und ihre eigenen Versprechen vollständig umsetzen sowie weiterführende Massnahmen ergreifen. Letztere sollten unter anderem auch eine Integration des internationalen Flug- und Schiffverkehrs in das ETS umfassen. Dies würde letztlich auch Nicht-EU-Staaten stärker motivieren, sich den EU-Standards anzupassen.
Wenn es nicht gelingt, die USA, Japan, Russland und Kanada wirksam in die globale Klimapolitik einzubinden, wird alles Zureden auf die BASIC-Staaten (Brasilien, Südafrika, Indien, China) nichts nützen.
- keinschaf aus Henau 851
Valentinstag? Sie haben vielleicht den Valentinstag verpasst.. Nur der Vergleich ... gestern 20:12 - Steson aus Rorschach 1234
Verstehe ich Es ist halt schwierig wenn man feststellt, dass man tatsächlich der ... gestern 06:57 - jorian aus Gretzenbach 829
Klima/Lovelock James Lovelock korrigiert sich was den Klimawandel anbelangt. James ... gestern 06:36 - keinschaf aus Henau 851
Wogen glätten nennen Sie das? Da könnten Sie sich getäuscht haben. Im übrigen verzichte ich künftig ... Fr, 25.05.12 22:58 - Pacino aus Brittnau 630
Wogen glätten . . . . . . nenne ich das. Keinschaf hat richtig gecheckt, dass diese Umfrage ... Fr, 25.05.12 18:00 - keinschaf aus Henau 851
Was ist denn das? 1. Stärker gefordert wird ein Engagement im Rahmen internationaler ... Fr, 25.05.12 15:38 - Pacino aus Brittnau 630
Wenn man . . . . . . 1200 Selbsttötungen im Jahr mit 350 Verkehrstoten vergleicht, ... Do, 24.05.12 21:29 - mariesuisse aus Bern 77
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