Durch Schiffsuntergänge umgekommen
UNHCR befürchtet 700 verunglückte Migranten
publiziert: Sonntag, 29. Mai 2016 / 08:34 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 29. Mai 2016 / 15:28 Uhr
Im Verlauf der Woche sind nach Angaben der italienischen Küstenwache und der Vereinten Nationen rund 14'000 Migranten im Mittelmeer gerettet worden. (Archivbild)
Im Verlauf der Woche sind nach Angaben der italienischen Küstenwache und der Vereinten Nationen rund 14'000 Migranten im Mittelmeer gerettet worden. (Archivbild)

Rom - Bei Schiffsuntergängen sind in den vergangenen sieben Tagen im zentralen Mittelmeer vermutlich über 700 Europa-Zuwanderer umgekommen. Die Zahlen basierten auf Aussagen von Überlebenden, teilte UNHCR-Sprecherin Carlotta Sami am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa in Rom mit.

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550 Menschen von einem Boot, das am Donnerstag gekentert sei, würden vermisst, sagte die Sprecherin des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Etwa 100 könnten im Rumpf eines am Mittwoch gesunkenen Schiffes gefangen sein. Bei einem dritten Schiffbruch am Freitag sei die Zahl der Opfer unklar.

Überlebende Auswanderer hätten auch von Vermissten anderer Flüchtlingsboote berichtet, sagte Sami. «Wenn wir diese düsteren Zahlen zusammenführen, so schätzen wir, dass es mindestens 700 Opfer gibt - ohne Sicherheit in Bezug auf die Zahlen und die Identität der Opfer.»

Im Verlauf der Woche sind nach Angaben der italienischen Küstenwache und der UNO rund 14'000 Migranten im Mittelmeer gerettet worden. Allein am Freitag seien bei 17 von der Küstenwache koordinierten Einsätzen 2000 Menschen von den Rettungskräften aufgenommen worden.

Mit dem Beginn der warmen Jahreszeit wagen wieder mehr Asylsuchende die Überfahrt aus Nordafrika. Humanitäre Organisationen warnten, dass die Flüchtlingswelle in den kommenden Wochen weiterhin anhalten wird. Insgesamt starben nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration in diesem Jahr bislang 1475 Menschen auf hoher See.

(asu/sda)

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