Flüchtlingskrise
UNHCR kämpft mit Geldsorgen
publiziert: Freitag, 5. Okt 2012 / 23:47 Uhr
Das UNHCR muss sparen. (Archivbild)
Das UNHCR muss sparen. (Archivbild)

Genf - Wegen zahlreicher neuer Flüchtlingskrisen kommt das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) an seine Grenzen. Und: dem UNHCR geht das Geld aus. Die Reserven des UNHCR seien auf Null gesunken, sagte UNO-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres in Genf.

5 Meldungen im Zusammenhang
«Wir haben gleichzeitig mit mit vier schweren Krisen zu kämpfen: wegen Syrien, Mali, Sudan und Kongo-Kinshasa», sagte Guterres an einer Medienkonferenz am Freitag. Die vier Krisenherde kämen zu den Langzeit-Flüchtlingskrisen wie in Somalia oder Afghanistan noch dazu.

Im vergangenen Jahr waren gemäss UNHCR-Zahlen weltweit bereits 42,5 Millionen Menschen auf der Flucht - innerhalb und ausserhalb ihrer Heimatländer.

Und in diesem Jahr hätten bislang bereits 720'000 Menschen ihre Heimatländer wegen Konflikten verlassen müssen. Wegen des Bürgerkrieges in Syrien rechnet das UNHCR mit einem weiteren drastischen Anstieg der Flüchtlingszahlen. «Wir stehen unter enormem Druck wegen dieser dramatischen Kombination von alten und neuen Krisen», räumte Guterres ein.

Gefragt nach der Lage der syrischen Flüchtlinge nach den jüngsten Kampfhandlungen an der der Grenze zwischen Syrien und der Türkei, sagte Guterres, das UNHCR habe von der Türkei «klare Zusicherungen» erhalten, dass die Grenze für Flüchtlinge offen bleibe. Guterres appellierte auch an alle anderen Staaten in Konfliktregionen, ihre Grenzen weiter offen zu halten.

Sparprogramm verabschiedet

Wegen der knappen Mittel musste die UNO-Flüchtlingsorganisation über die Bücher: Das UNHCR verordnete sich selbst ein Sparprogramm in Höhe von 60 Millionen Dollar. So muss der Hauptsitz in Genf bei seinen Ausgaben 9 Prozent sparen, wie Guterres am Freitag bekanntgab.

Auch ein Programm vor Ort ist von den Sparmassnahmen betroffen: Das UNHCR habe bereits die Rückführungsaktion für Flüchtlinge aus der Elfenbeinküste in ihre Heimat zurückgefahren, sagte Guterres.

In dieser Woche war der Exekutivrat des UNHCR in Genf zusammengetroffen. Gemäss dem Hochkommissar beläuft sich das revidierte Budget des UNHCR in diesem Jahr auf fast vier Milliarden Dollar.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf - Katastrophen und Konflikte treiben Jahr für Jahr Hunderttausende von Menschen in die Flucht. Derzeit sind weltweit mehr als ... mehr lesen
Auf der Flucht. (Symbolbild)
Istanbul/Damaskus - Unbeeindruckt von neuem Blutvergiessen und heftigen Gefechten verspricht Syriens Regime der notleidenden ... mehr lesen
Syriens Ministerpräsident Wael al-Halki kündigte Friedensgespräche an.
Genf - Im vergangenen Jahr sind nach Angaben der Vereinten Nationen so viele Menschen wie seit elf Jahren nicht aus ihren Heimatländern geflüchtet. Die Konflikte in Libyen, im ... mehr lesen
Die Gesamtzahl von Flüchtlingen zum Jahresende ging indes auf 42,5 Millionen nach 43,7 Millionen 2010 zurück.
Gemeinnützige internationale Hilfsorganisation
Plan Interntional ist ein unabhängiges Hilfswerk, das sich weltweit für ...
Papst Franziskus traf Flüchtlingskinder. (Archivbild)
Papst Franziskus traf Flüchtlingskinder. (Archivbild)
Treffen mit Kindern  Vatikanstadt - Papst Franziskus hat sich mit Flüchtlingskindern getroffen, deren Eltern bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer ums Leben gekommen sind. Gemeinsam gedachten sie der Opfer der Flüchtlingskatastrophen. 
2600 Boots-Flüchtlinge in Sicherheit gebracht Rom - Im Mittelmeer sind den italienischen Behörden zufolge am Montag rund ...
Papst Franziskus kehrt mit Flüchtlingen nach Rom zurück Lesbos/Athen/Rom - Papst Franziskus ist am Samstagnachmittag nach ...
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. Die Stadt Wil wurde von Pro Infirmis ...
Bei der Erstellung des Zugänglichkeitsplans in Wil werden auch Betroffene miteinbezogen.
Die Ex-Soldaten sehen sich als die «ersten Opfer» der Diktatur.
Opfer der Pinochet-Diktatur  Santiago de Chile - Etwa 400 einstige Soldaten aus der Zeit der Pinochet-Diktatur in Chile wollen Schadensersatz vom chilenischen Staat. ...  
Titel Forum Teaser
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 13°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
Basel 14°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 12°C 17°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Bern 12°C 18°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Luzern 13°C 20°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Genf 12°C 17°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen wechselnd bewölkt
Lugano 14°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich Gewitter möglich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten