UNICEF beklagt Gewalt gegen Kinder in Afghanistan
publiziert: Donnerstag, 25. Okt 2007 / 15:49 Uhr

Kabul - Kinder in Afghanistan werden laut einem Bericht des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF immer häufiger Opfer von Gewalt. Dazu gehören Sprengfallen, Landminen und Selbstmordanschläge. Auch die schlechte medizinische Versorgung fordert viele Opfer.

Landminen sind weiter eine grosse Gefahr.
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Die andauernden Kämpfe stelle die seit 2002 erzielten Forschritte in Frage, sagte der frühere BBC-Korrespondent Martin Bell bei der Veröffentlichung des Berichts. Bell, der als unabhängiger Abgeordneter im britischen Parlament sitzt, hatte für UNICEF im Sommer Hilfsprojekte in Afghanistan besucht.

Durch Selbstmordanschläge auf die Koalitionstruppen oder durch Sprengfallen würden immer wieder viele Kinder getötet oder schwer verletzt. Weiter sei die Gefahr durch Landminen aus dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg für Kinder gross.

Zwischen den Fronten

Zivilisten, darunter viele Kinder, gerieten zudem immer häufiger zwischen die Fronten, wenn die NATO-geführten Truppen gegen Aufständische vorgingen. Besonders drastisch sei, dass Extremisten Kinder und Jugendliche zu Selbstmordanschlägen angestiftet haben sollen, heisst es in dem UNICEF-Bericht weiter.

Laut dem Bericht kommt es zudem beinahe wöchentlich zu Attacken auf Schulen. Rund 2 der 6 Millionen Kinder hielten sich derzeit von den Schulen fern.

Mangel im Gesundheitssystem

Hinzu komme die schlechte medizinische Versorgung ausserhalb der Städte: Die Folge sei, dass trotz internationaler Hilfe in Afghanistan jeden Tag rund 900 Kinder unter fünf Jahren und 60 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt stürben.

(ht/sda)

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