43 Millionen Kinder in Not
UNICEF bittet um Milliardenspenden
publiziert: Dienstag, 26. Jan 2016 / 15:15 Uhr
Mittlerweile lebt weltweit von neun Kindern eines in einem Gebiet mit bewaffneten Konflikten.
Mittlerweile lebt weltweit von neun Kindern eines in einem Gebiet mit bewaffneten Konflikten.

Genf - Mehr als 43 Millionen Kinder brauchen nach UN-Angaben infolge bewaffneter Konflikte und Naturkatastrophen dringend humanitäre Hilfe. Für 2016 bittet darum das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) um doppelt so viele Spendenmittel wie noch vor drei Jahren.

3 Meldungen im Zusammenhang
UNICEF startete am Dienstag einen weltweiten Spendenappell für das Jahr 2016 im Umfang von 2,8 Milliarden Dollar. Mit 1,16 Milliarden Dollar ist der weitaus grösste Teil für Hilfe für Kinder in Syrien sowie in Flüchtlingslagern für Syrer in benachbarten Ländern vorgesehen.

Die erbetene Summe sei doppelt so hoch wie jene im UNICEF-Appell vor drei Jahren, erklärte die UNO-Organisation. Zur Begründung verwies UNICEF auf die dramatische Zunahme der Zahl notleidender Menschen. Mittlerweile lebe weltweit von neun Kindern eines in einem Gebiet mit bewaffneten Konflikten.

«Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder in Konfliktzonen an vermeidbaren Krankheiten sterben, bevor sie fünf Jahre alt werden, ist doppelt so gross wie bei Kindern in anderen Ländern», heisst es im Spendenaufruf. Insgesamt will UNICEF 76 Millionen Menschen in 63 Ländern beistehen - unter ihnen auch Eltern und andere Erwachsene, die sich um Kinder kümmern.

Grosser Anteil für Bildung

Ein Viertel der Mittel und damit erstmals den grössten einzelnen Bestandteil - möchte die Organisation für die Bildung von Kinder in Notregionen aufwenden.

Damit solle die Zahl der Mädchen und Jungen, die in diesen Gebieten Unterricht erhalten, von 4,9 Millionen im vergangenen Jahr auf 8,2 Millionen erhöht werden. Rund fünf Millionen von ihnen seien Kindern in Syrien und benachbarten Ländern.

«Bildung ist eine lebensrettende Massnahme für Kinder, die inmitten des Feuers von Gewehren und Granaten die Möglichkeit erhalten, zu lernen und zu spielen», sagte Afshan Khan, der UNICEF-Direktor für Nothilfeprogramme. Neben dem Kriegsland Syrien, wo es die derzeit grösste einzelne Notsituation gebe, seien Kinder auch in vielen anderen Ländern dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Kleiner Anteil für Flüchtlinge in Europa

Einen vergleichsweise kleinen Betrag - 30,8 Millionen Dollar - braucht UNICEF den Angaben zufolge für Programme zur Betreuung von Flüchtlingskindern in Europa. 180 Millionen Dollar werden für Hilfsaktionen für rund 10 Millionen Kinder im Bürgerkriegsland Jemen erbeten.

Für Flüchtlingskinder aus dem ostafrikanischen Burundi in dessen Nachbarländern Tansania und Ruanda möchte die Organisation 25,5 Millionen Dollar ausgeben können. Zur Linderung der Not von Kindern in Nigeria, Kamerun, Niger und im Tschad bittet sie um 188,9 Millionen Dollar.

Viele einzelne Hilfsprojekte seien 2015 nur zum Teil verwirklicht worden, weil nicht genügend Geld zur Verfügung gestellt worden sei, darunter im Sudan und im Kongo.

(arc/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
New York - In Burundi soll eine verstärkte internationale Präsenz etabliert werden. Dafür hat sich der Schweizer ... mehr lesen
Jürg Lauber berichtet, das sich das Land nur langsam vom Bürgerkrieg erholt.
Berlin - Vor der Londoner Geberkonferenz für Syrien am kommenden Donnerstag hat die Hilfsorganisation Oxfam eine ... mehr lesen
Oxfam zufolge zahlen die meisten reichen Länder weniger als sie eigentlich sollten. (Symbolbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 20
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten Nationen noch 500'000 durch den Konflikt entwurzelte Menschen verzeichnet. mehr lesen  
353 Millionen Franken für den Asylbereich  Bern - Der Nationalrat hat am Dienstag die Staatsrechnung 2015 sowie die Nachtragskredite zum laufenden Budget deutlich ... mehr lesen 1
Mit 124 zu 64 Stimmen genehmigte die grosse Kammer den Bundesbeschluss über den Nachtrag I zum Voranschlag 2016.
Bei der Erstellung des Zugänglichkeitsplans in Wil werden auch Betroffene miteinbezogen.
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. Die Stadt Wil wurde von Pro Infirmis ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 14°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
Basel 12°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 13°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
Bern 10°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
Luzern 11°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
Genf 14°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 16°C 20°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten