UNO-Experten fordern Schliessung von Guantánamo
publiziert: Donnerstag, 16. Feb 2006 / 12:31 Uhr / aktualisiert: Samstag, 25. Feb 2006 / 23:00 Uhr

Genf - Experten der UNO-Menschenrechtskommission haben die Regierung der USA aufgefordert, ihr Gefangenenlager im US-Militärstützpunkt Guantánamo auf Kuba sofort zu schliessen.

Das Militär will die meisten ohne Prozess festhalten, bis der Anti-Terrorkampf zu Ende ist.
Das Militär will die meisten ohne Prozess festhalten, bis der Anti-Terrorkampf zu Ende ist.
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In ihrem Bericht stellen sie Verhörpraktiken fest, die einer Folterung gleichkämen. Der Bericht der fünf internationalen Völkerrechts- und Menschenrechtsexperten wurde in Genf veröffentlicht. Sie berufen sich in ihren Feststellungen auf Berichte von ehemaligen Insassen des Lagers über einzelne Verhörpraktiken.

Die allgemeinen Bedingungen in Guantánamo, darin eingeschlossen die Ungewissheit über die Dauer der Festhaltung, stelle eine «unmenschliche Behandlung» der Gefangenen dar. Die gegen Hungerstreikende angewandte Zwangsernährung laufe ausserdem deren Menschenrecht auf Gesundheit zuwider, halten die Experten fest.

«Die Regierung der Vereinigten Staaten sollte das Gefangenenlager Guantánamo Bay ohne jeden Verzug schliessen», heisst es in einer der Schlussfolgerungen des Berichts.

Die USA haben seit Anfang 2002 über 750 Männer nach Guantánamo gebracht, die sie in Afghanistan und Pakistan aufgegriffen und als feindliche Kämpfer eingestuft hatten. Etwa 250 davon wurden inzwischen entlassen.

Das Militär will die meisten ohne Prozess festhalten, bis der Anti- Terrorkampf zu Ende ist. Die US-Regierung hatte bereits am Dienstag, als amerikanische Medien vorab aus dem Bericht zitierten, die darin enthaltenen Vorwürfe zurückgewiesen.

(fest/sda)

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