UNO-Generalsekretär Annan will Zivilisten in Kongo helfen
publiziert: Sonntag, 11. Mai 2003 / 08:08 Uhr

New York - UNO-Generalsekretär Kofi Annan ist zutiefst beunruhigt über die neuen Kämpfe zwischen Milizen von zwei ethnischen Gruppen im Nordosten Kongos. Er ersuchte den Weltsicherheitsrat, sich einzuschalten.

Kofi Annan. (Archiv)
Kofi Annan. (Archiv)
Der Rat möge wirksame Massnahmen beschliessen, damit sich die Lage der Zivilbevölkerung nicht noch verschlechtere und der Verlust weiterer Menschenleben verhindert werden könne, heisst es in einer Erklärung Annans vom Samstagabend.

Ausserdem forderte der UNO-Chef die internationale Gemeinschaft auf, einen Ausweg auf der schlimmen Situation zu finden. Die Kämpf zwischen Milizen der Hema- und Lendu-Volksstämme hatten tausende Zivilisten aus der Stadt Bunia vertrieben. Manche suchten Schutz in von UNO-Friedenstruppen bewachten Gebäuden.

Zum Ausbruch der Auseinandersetzungen kam es am Donnerstag, zwei Tage nach dem Abzug ugandischer Soldaten aus Bunia. Mindestens 21 Menschen wurden getötet. Ausserdem wurde nach Angaben eines UNO-Sprecher das Flugzeug eines kongolesischen Ministers beim Landeanflug auf Bunia beschossen.

Das Hauptquarter von MONUC, der UNO-Mission im Kongo, sei von Kämpfenden angegriffen worden, obwohl es tausenden Zivilisten als Unterschlupf dient. Ausserdem hätten die Milizen Flüchtlinge unter Beschuss genommen, die in der Nähe des Flughafens von Bunia untergekommen waren.

Fast 700 Blauhelm-Soldaten seien nach Bunia entsandt worden, sagte Annan. Er habe auch die Regierung in Uganda angerufen, sich in der benachbarten Ituri-Region nur langsam und mit Blick auf die Sicherheit der Zivilisten zurückziehen.

Am Donnerstag hatten Ugandas Präsident Yoweri Museveni und Ruandas Staatschef Paul Kagame bei Gesprächen in London ihre Unterstützung zur Beendigung des fünf Jahre währenden Bürgerkriegs in Kongo versprochen. Bei den Kämpfen zwischen den Hema und Lendu kamen bereits Hunderte Menschen ums Leben, Zehntausende wurden vertrieben.

(bsk/sda)

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