UNO-Generalsekretär Ban schlägt Alarm
publiziert: Dienstag, 25. Sep 2012 / 21:45 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 25. Sep 2012 / 22:27 Uhr
Die Generaldebatte dauert bis zum kommenden Montag.
Die Generaldebatte dauert bis zum kommenden Montag.

New York - UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat zum Auftakt der jährlichen Generaldebatte der UNO-Vollversammlung ein besorgniserregendes Bild vom Zustand der Welt gezeichnet. «Ich muss Alarm schlagen über die Richtung, in die wir als internationale Familie gehen», sagte er am Dienstag in New York.

8 Meldungen im Zusammenhang
Ban äusserte sich besonders besorgt über die weltweiten Rüstungsausgaben, den Bürgerkrieg in Syrien sowie den Klimawandel. "Ich sehe Regierungen, die Unmengen für Waffen ausgeben, statt in ihr Volk zu investieren." Die Menschen erwarteten Antworten von den Vereinten Nationen. "Die Völker wollen von uns Ergebnisse. Jetzt - nicht irgendwann in der Zukunft."

Die Welt tue zu wenig gegen den Klimawandel. "Die besten Wissenschaftler der Welt sagen uns, dass wir den Kurs ändern müssen. Sonst ist es zu spät." Nachhaltiges Wirtschaften sei nötig.

Hartes Vorgehen gegen syrische Regierung gefordert

In Syrien werde die Situation jeden Tag schlimmer, sagte Ban weiter. "Der Konflikt ist nicht mehr auf das Land begrenzt. Er ist eine ernste Bedrohung des internationalen Friedens."

Deshalb müsse die Welt handeln: "Ich rufe die internationale Gemeinschaft, und insbesondere den Sicherheitsrat, endlich zu Taten auf." Es gebe in Syrien "unfassbare Gewalt, vor allem von der Regierung, aber auch von der Opposition". Solche Taten dürften nicht ungestraft bleiben.

US-Präsident Barack Obama verlangte vor der UNO-Vollversammlung ein hartes Vorgehen gegen die Führung in Damaskus. Syriens Präsident Baschar al-Assad müsse "Sanktionen und Konsequenzen" spüren, sagte Obama am Dienstag. "Die Zukunft darf nicht einem Diktator gehören, der sein eigenes Volk ermordet."

Dem Iran warf Obama die Unterstützung der syrischen Führung vor. Seinen Auftritt nutzte er auch für eine scharfe Warnung an den Iran im Streit um dessen Atomprogramm. Die USA würden "alles tun, was sie müssen", um Teheran die Atombombe zu verwehren, sagte er. Ban hatte den Iran aufgefordert, die friedliche Ausrichtung seines Atomprogramms nachzuweisen.

Anerkennung neuer Regierung Syriens

Frankreichs Präsident François Hollande sagte, sein Land würde eine neue Regierung in Syrien sofort anerkennen. "Das alte Regime hat seinen Platz in der Völkerfamilie für immer verloren", sagte Hollande. Die Vereinten Nationen müssten endlich Verantwortung übernehmen und die Opposition massiv unterstützen. Katar plädierte wegen der Uneinigkeit im UNO-Sicherheitsrat für eine Intervention der arabischen Staaten in Syrien.

Hollande forderte auch eine Erweiterung des UNO-Sicherheitsrats um Deutschland, Japan, Indien und Brasilien." Auch Afrika müsse mit einem ständigen Sitz im wichtigsten UNO-Gremium vertreten sein.

Die Generaldebatte dauert bis zum kommenden Montag. Unter den 195 Rednern sind mehr als 120 Staats- und Regierungschefs.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
New York - UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat als Konsequenz aus Megasturm «Sandy» zu weltweiten Anstrengungen zur ... mehr lesen
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. (Archivbild)
Dem neuen Syrien-Sondergesandten wurde die Unterstützung zugesichert.
New York - Der UNO-Sicherheitsrat hat dem neuen Syrien-Sonderbeauftragten Lakhdar Brahimi seine Unterstützung ... mehr lesen
New York - Der Klimawandel verlangsamt derzeit die weltweite Wirtschaftsproduktion um 1,6 Prozent. Das geht aus einer Studie ... mehr lesen
«Beispielloser Schaden für die menschliche Gesellschaft und die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung»
Weiterhin keine Ruhe in Damaskus. (Archivbild)
Damaskus - Das Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus ist am Mittwoch von zwei Explosionen erschüttert worden. ... mehr lesen
New York - Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf hat sich vor der UNO-Vollversammlung für eine wirksamere UNO ... mehr lesen
Widmer-Schlumpf rief dazu auf, Lösungen für Probleme auch abseits der konventionellen Wege zu suchen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Didier Burkhalter.
New York - Bundesrat Didier Burkhalter hat sich dafür ausgesprochen, dass Wasser ... mehr lesen
New York - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat das in den USA ... mehr lesen
Mahmud Ahmadinedschad ist gegen jegliche Art von provokativen Aktionen gegen die Religionen.
Aung San Suu Kyi hatte in Washington die vom Kongress verliehene Goldmedaille bekommen, eine der beiden höchsten zivilen Auszeichnungen der USA.
New York - Die burmesische Friedensnobelpreisträgerin Aung San ... mehr lesen
Sehr gut!
Klare Worte von Obama an den Iran. Das dürfte den Iranern ordenlich in die Knochen gefahren sein, derart peinlich abserviert zu werden vor der ganzen Welt.
Mehr davon!
Das Komitee beklagte die gezielte Kontrolle von Personen aufgrund ihrer Hautfarbe sowie die «zunehmende Militarisierung» der Polizei.
Das Komitee beklagte die gezielte Kontrolle von ...
USA  Genf - Das UNO-Komitee gegen Folter hat die Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA kritisiert. Das Komitee forderte Washington auf sicherzustellen, dass alle derartigen Fälle «umgehend, effektiv und unabhängig» untersucht und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. 
Finnland  Helsinki - Das finnische Parlament hat sich für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe ausgesprochen. Mit 105 zu ...  
Finnland folge damit in dieser «schwierigen Frage» den Nachbarstaaten und anderen westlichen Ländern.
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2600
    Die... Lösung des Asylproblems, vorgestellt von einer intellektuellen ... gestern 21:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1072
    Ein Habenichts stellt Bedingungen? Die Briten profitieren am meisten von der EU. Sie stecken die ... gestern 19:02
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2600
    Der... IS setzt gerade den Koran 1:1 um. Deshalb haben viele Muslime damit ein ... gestern 17:38
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2600
    Bedingungen "die Freizügigkeit für Bundeskanzlerin Angela Merkel "so grundlegend" ... gestern 16:36
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2600
    "Die Türkei leistet grosse Hilfe für viele Flüchtlinge" Der Libanon ist das nächste Land des Nahen Ostens, indem die Spannungen ... gestern 15:52
  • LinusLuchs aus Basel 50
    Hat Grosser Bruder auch ein Argument? Sollte Ihnen nebst Ihrer Breitseite noch irgendein stichhaltiges ... gestern 09:05
  • BigBrother aus Arisdorf 1461
    Bitte Scheuklappen ablegen Wie immer aus der Perspektive einer Ultra-Linken Emanze geschrieben. ... Do, 27.11.14 22:39
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2600
    Man... sollte die Intelligenz von V. Putin nicht unterschätzen. Er weiss ... Do, 27.11.14 10:40
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 4°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 4°C 9°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 3°C 6°C nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Bern 6°C 8°C leicht bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Luzern 7°C 8°C leicht bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Genf 8°C 11°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 8°C 11°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten