UNO-Kommissarin für Menschenrechte reist nach Beit Hanun
publiziert: Freitag, 10. Nov 2006 / 22:56 Uhr

Genf - Nach dem israelischen Beschuss von Beit Hanun will sich die UNO-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour vor Ort über die Lage der Palästinenser informieren.

Arbour verlangte ein Gespräch mit der israelischen Regierung.
Arbour verlangte ein Gespräch mit der israelischen Regierung.
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Arbour verlangte ein Gespräch mit der israelischen Regierung. Die Kommissarin sei «sehr schockiert und erschüttert» über den Vorfall vom Mittwoch, sagte ein Sprecher des UNO-Menschenrechtsrats in Genf. Die Reise soll in gut einer Woche beginnen.

Palästinenser und arabische Staaten forderten eine Verurteilung Israels durch den UNO-Sicherheitsrat. Das «Massaker» an 18 Zivilisten sei ein «Kriegsverbrechen, für das die Urheber zur Verantwortung gezogen werden müssten», sagte der palästinensische UNO-Beobachter Riad Mansur in New York.

Auf einer Sondersitzung des Sicherheitsrats legte Katar im Namen der arabischen UNO-Mitglieder einen Resolutionsentwurf vor, in dem das Vorgehen der israelischen Armee verurteilt wird. UNO-Diplomaten hielten eine Annahme der Resolution aber für unwahrscheinlich, da die USA als Verbündete Israels vermutlich ihr Veto einlegen würden.

Unabhängige Untersuchung gefordert

Die internationale Menschenrechtsorganisatoin Human Rights Watch forderte eine unabhängige Untersuchung, in der alle offenen Fragen geklärt würden. Die interne Untersuchung der israelischen Armee reiche nicht aus, kritisierte die Organisation.

Israels Regierungschef Ehud Olmert hatte für den Tod der Zivilisten am Donnerstag einen technischen Fehler als Ursache angeführt. Der stellvertretende israelische UNO-Botschafter Daniel Carmon bekräftigte vor dem Sicherheitsrat die «tiefe Trauer und das Bedauern» seines Landes über den Angriff auf Beit Hanun.

Die Vereinten Nationen haben derweil Israel erneut dazu aufgefordert, militärische Flüge über dem Libanon sofort einzustellen. Das Eindringen in den libanesischen Luftraum verletzte die UNO-Friedensresolution, sagte ein UNO-Sprecher.

(smw/sda)

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